Gaudi-Genuss mit Gänsehaut

"Wir tragen unsere Prinzenpaare auf Händen!" Um zu beweisen, wie sehr die "Regenten" geschätzt und umsorgt werden, setzte das Gaudiwurm-Organisationsteam um Vorsitzenden Michael Zintl (hinten, Mitte) diesen Spruch in die Tat um - sehr zur Freude von Karin und Thomas Buchmann. Bild: lnz
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Mitterteich
26.02.2016
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Geradezu ins Schwärmen gerät die Führungsspitze des Mitterteicher Gaudi-wurms, wenn sie auf die Faschingsaison 2015/16 zurückblickt. Doch schon jetzt haben die Narren wieder den 11.11. im Visier und halten Ausschau nach einem neuen Prinzenpaar.

Im BRK-Heim traf in dieser Woche der "harte Kern" des Vereins um Vorsitzenden Michael Zintl zusammen, um Bilanz zu ziehen. Mit dabei waren auch Karin und Thomas Buchmann, die in der historisch kurzen Session als Karin I. und Thomas I. regierten - und es "vom Anfang bis zum Ende" genossen haben, wie sie versicherten.

Tolle Stimmung


Absoluter Höhepunkt sei der 9. Gaudiwurm gewesen, wie die Runde einstimmig bestätigte. "Positiv hoch drei", lautet das Urteil von Michael Zintl, der nochmals seine Eindrücke schilderte: "Wir hatten so viele Zuschauer wie noch nie. Vom Traktor aus war gut zu sehen, wie sie dicht in zwei bis drei Reihen hintereinander am Straßenrand standen." Diesmal sei die 5000-Zuschauer-Marke geknackt worden. Besonders auffallend sei die tolle Stimmung der Schaulustigen gewesen. Für ebenso bemerkenswert hält die Gaudiwurm-Truppe den hohen Anteil an verkleideten Zuschauern. "Die Kostüme werden auch immer origineller. Es gibt sogar ganze Gruppen, die jedes Jahr maskiert kommen und ihre festen Plätze haben", berichtete Natalie Wölfl.

Reibungsloser Ablauf


Einen großen Dank richteten die Gaudiwurm-Verantwortlichen an alle Beteiligten des Umzugs, darunter viele örtliche Vereine und erneut einige städtische Einrichtungen wie die Kindergärten. Natürlich würdigten sie auch alle Sponsoren sowie die zahlreichen Helfer, darunter Mitglieder des BRK und Mitarbeiter des Bauhofs. Die Feuerwehren Mitterteich, Großensterz, Pechofen und Pleußen sowie die Schott-Werkfeuerwehr hätten mit der Verkehrsabsicherung wieder zu einem reibungslosen Ablauf beigetragen. Nicht zuletzt stellte Michael Zintl die gute Zusammenarbeit mit der Polizei heraus und resümierte, dass sich auch im dritten Jahr in Folge der Einsatz von zwei Security-Leuten bewährt habe.

Doch nach dem Fasching ist vor dem Fasching. Und so strecken die Gaudiwurm-Verantwortlichen schon jetzt die Fühler aus, um ein Prinzenpaar für die Session 2016/17 zu finden. "Wir haben das zu keinem Zeitpunkt bereut", stellten Karin und Thomas Buchmann klar. Während ihr vor allem das Prinzentreffen des Fastnacht-Verbands Franken am Dreikönigstag in Erinnerung blieb, denkt er gerne an den 9. Gaudiwurm zurück: "Als ich vom Wagen aus die vielen Menschen gesehen habe, ist mir eine Gänsehaut runtergelaufen." Trotz zahlreicher Veranstaltungen innerhalb kurzer Zeit habe das ehemalige Prinzenpaar keinen Stress empfunden. "Man wird natürlich bestens umsorgt", schilderte Karin Buchmann ihre Erfahrungen mit der närrischen Truppe. "Das Organisations-Team liest einem jeden Wunsch von den Lippen ab", ergänzte ihr Ehemann schmunzelnd.

Als ich vom Wagen aus die vielen Menschen gesehen habe, ist mir eine Gänsehaut runtergelaufen.Ex-Faschingsprinz Thomas Buchmann

Michael Zintl nutzte die Gelegenheit, um mit einigen Gerüchten aufzuräumen, die ganz allgemein im Zusammenhang mit dem Einsatz als Prinzenpaar kursierten. "Man muss ganz sicher nichts an den Verein bezahlen." Auch sonst würden sich die Kosten in Grenzen halten. Anzuschaffen seien zwar ein Kleid bzw. ein Anzug, alles andere werde aber vom Gaudiwurm gestellt, angefangen von Eintrittskarten bis hin zum Auswurfmaterial. "Der Prinz muss sich auch nicht mehr wie früher in einen Sarg legen, das Faschings-Eingraben erfolgt rein symbolisch", versichert Michael Zintl.

Ob das Prinzenpaar auch im echten Leben ein Paar ist, spielt keine Rolle. Auch Tanzkenntnisse sind zweitrangig - und es reicht völlig aus, wenn nur eine Hälfte des Paares aus Mitterteich stammt oder vor Ort wohnt. Wichtig ist, dass Prinz und Prinzessin volljährig sind - nach oben hin gibt es keine klar definierte Grenze. "Ab dem Rentenalter ist man eher für ein Senioren-Prinzenpaar geeignet", lautet aber ein dezenter Hinweis von Michael Zintl. Wer Interesse hat, das närrische Volk zu regieren, kann sich jederzeit bei den Gaudiwurm-Mitgliedern melden.

Eine spezielle Jubiläums-Aktion ist für den 10. Mitterteicher Gaudiwurm im kommenden Jahr übrigens nicht vorgesehen - noch nicht. "Wenn, dann beim 11. Gaudiwurm", klärte Natalie Wölfl auf. "Bei uns dreht sich doch alles um Schnapszahlen."


Zum Angemerkt von Udo Lanz
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