Handel stark im Wandel

Immer stärker im Kommen ist der E-Commerce-Handel. Bei einem Vortragsabend in Mitterteich mit dabei waren (von links) Florian Rieder (IHK), Holger Paschedag (Modehaus Zeitler), Gewerbefördervereins-Vorsitzender Stefan Grillmeier, Professor Dr. Marco Nirschl, Moderator Dr. Matthias Segerer, Wirtschaftsförderer Manfred Dietrich und Bürgermeister Roland Grillmeier. Bild: jr
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Mitterteich
23.11.2016
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Auf gut Deutsch bedeutet E-Commerce Verkaufen über das Internet. Ob die Geschäftsleute vor Ort wollen oder nicht: Diese Form des Handelns wird für den Umsatz immer bedeutsamer.

Eindringlich forderte Professor Dr. Marco Nirschl von der OTH Amberg-Weiden seine Zuhörer auf, sich mit dem Thema E-Commerce zu beschäftigen. "Die Zukunft des stationären Handels in Zeiten der Digitalisierung hängt auch mit dem Internet und den neuen sozialen Medien zusammen. Wichtig ist, dass Sie eine Strategie für diesen Bereich entwickeln", sagte der Professor bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises.

Fast 40 Zuhörer, überwiegend Geschäftsleute aus dem Landkreis und dem angrenzenden Oberfranken, interessierten sich für das Thema. IHK-Geschäftsführer Florian Rieder betonte das Bestreben, noch näher zu den Betrieben und den Menschen zu kommen. Sein Dank galt dem Modehaus Zeitler, das die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte.

Bürgermeister Roland Grillmeier machte deutlich, dass die Region von Veränderungen lebt: "Darauf wird sich auch der Handel einstellen müssen." Viele der kleineren Orte hätten keine Geschäfte mehr, so dass die Menschen längere Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen. "Die Leute schätzen mehr denn je Qualität vor Ort", war der Bürgermeister überzeugt. Der Erhalt der Vielfalt der Geschäfte sei die Herausforderung der Zukunft.

Holger Paschedag stellte kurz sein Unternehmen vor, das er als Dinosaurier der Branche bezeichnete. Auf etwa 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche werde die neueste Mode angeboten. Paschedag räumte Unterschiede zwischen dem Verkaufsverhalten in einer Großstadt und im ländlichen Region ein. Moderator des Abends war Dr. Matthias Segerer von der IHK Regensburg. Professor Dr. Marco Nirschl machte gleich zu Beginn deutlich, dass die Umsätze im Online-Handel in Deutschland steigen. Aktuell betrage der Anteil aus diesem Bereich 11,7 Prozent. "Heute ist es doch oft schon so, dass Kleidung online bestellt wird. Möbel dagegen deutlich weniger. Lebensmittel zum Beispiel werden online kaum verkauft, da sind dann natürlich die Wachstumsraten am höchsten."

Dr. Nirschl wusste, dass die meisten Online-Einkäufer aus der jüngeren Generation kommen. Deren Vertreter seien im Schnitt täglich bis zu vier Stunden online. Allerdings würden auch die Älteren auf diesem Gebiet agiler: "60 Prozent der über 60-Jährigen kennen sich da aus. Wenn wir ehrlich sind, sind wir heute fast alle online. Wer früher die Preise vergleichen wollte, der musste von Kaufhaus zu Kaufhaus fahren. Heute reicht ein Klick aufs Handy."

Die Online-Anbieter hätten eine klare Strategie, nämlich den User auf ihre Seite zu bekommen, wo es noch viele andere Sachen gebe, die für ihn wichtig sein könnten. "Online-Marketing ist heute ein wichtiger Faktor in der Geschäftspolitik vieler Firmen", sagte der Professor.

Dr. Ernst Stahl von der Uni Regensburg ging auf die Chancen für kleine und mittelständische Handelsunternehmen ein. Der E-Commerce-Umsatz werde bis 2021 auf über 20 Prozent Anteil steigen. Die Frage, ob dann der stationäre Einzelhandel vor dem Ausverkauf steht, beantwortete er mit einem Jein. "Der Handel wird sich verändern müssen, mehr als in den vergangenen 40 Jahren." Dr. Stahl zeigte Lösungsansätze für den Handel auf - am besten durch individuelles Mitmachen im Online-Geschäft.

Wer früher die Preise vergleichen wollte, der musste von Kaufhaus zu Kaufhaus fahren. Heute reicht ein Klick aufs Handy.Professor Dr. Marco Nirschl
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