Kinder an Kunst heranführen

Vermischtes
Mitterteich
23.11.2016
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Nicht alles war eitel Sonnenschein bei der Vernissage zur traditionellen Jahresausstellung: Die Künstler vom Mitterteicher Malkreis klagten über mangelnden Nachwuchs.

Geht es um die Darstellung von Natur oder Heimat, ist der Malkreis Mitterteich stets vorne dabei. Auch in diesem Jahr machen blumige Werke sowie Bilder von Sehenswürdigkeiten aus der Stadt Mitterteich den Großteil der 39. Gemeinschaftsausstellung aus. Dabei schöpfen die Künstler aus einer jahrzehntelangen Erfahrung beim Malen: 19 Künstlerinnen und Künstler präsentierten am Samstag bei der Vernissage im Dachgeschoss des Kellnerhauses 62 Bilder.

Neue Vorsitzende


Bei der Eröffnung hatten der künstlerische Leiter, Hans-Günther Pietschmann, sowie Sprecher Hartmut Zimmermann einiges zu verkünden. Letzterer bedauerte sehr die Abwesenheit von Anni Rößler. Die "treue Seele" liegt im Krankenhaus. Anni Rößler hat sich unter anderem über Jahrzehnte hinweg um die Organisation der Jahresausstellungen gekümmert. Die Künstler beschlossen, sie zu besuchen und ihr einige Werke mitzubringen. Mit jeweils einem Blumenstrauß begrüßte Zimmermann außerdem Nicole Schuller und Helga Müller als die neuen Vorsitzenden der Künstlergemeinschaft. Beide Frauen sind schon seit vielen Jahren im Malkreis engagiert. Hans-Günther Pietschmann freute sich über den Fleiß der Mitterteicher Gemeinschaft und über die während des Jahres neu entstandenen Werke. Was aber diesmal fehlte, waren Werke aus Kinderhand. Pietschmann bedauerte es sehr, dass die Kindermalgruppe aus Mangel an interessierten Mitgliedern habe geschlossen werden müssen. Die Gründe sah er im schnelllebigen Zeitalter sowie den ständigen Veränderungen in der Schullandschaft, wo seiner Meinung nach zu wenig Wert auf Kunstförderung gelegt werde. Pietschmann appellierte an Eltern und Schulen, die Kinder wieder intensiver an Kunst heranzuführen.

Bürgermeister Roland Grillmeier gab Pietschmann in einigen Punkten Recht. Kunstunterricht, so Grillmeier, sei eine der Grundlagen guter Schularbeit. "Aber es hat sich viel verändert", sagte der Bürgermeister weiter. "Die Jugend setzt moderne Mittel und Medien ein, geht mit ihrer Kreativität hinaus in die Welt." Dabei würden andere Maßstäbe gesetzt, es sei schlichtweg "out", Kunst in der Heimat zu zeigen.

Gedicht und Musik


Grillmeier bedankte sich umso mehr bei den Malkreis-Mitgliedern für deren Engagement, Kunst in die Stadt zu bringen. Denn ohne Kunst sei eine Stadt ohne Herz. Besonders stellte Grillmeier die enge Verbindung des Malkreises zu den Kunstschaffenden im Landkreis heraus. Unter anderem konnte Grillmeier zwei Künstlerfrauen aus Tirschenreuth begrüßen. Natürlich war bei der Vernissage auch für Unterhaltung gesorgt: Gerold Fischer präsentierte ein humorvolles Gedicht über "Gedanken an die Kunst", Helmut Schreier spielte auf seinem Akkordeon.

Die Ausstellung ist bis 4. Dezember geöffnet, jeweils Dienstag bis Freitag von 15 bis 17 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr sowie zum Weihnachtsmarkt am Samstag, 3. Dezember, von 13 bis 19 Uhr.
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