Langsamer durch die Ortsmitte

Ab der Ortseinfahrt aus Richtung Waldsassen (links im Bild der Friedhof, rechts das Seniorenheim) bis zur Einfahrt in die Großbüchlberger Straße in der Vorstadt soll künftig Tempo 30 gelten. Ein weiteres Ziel ist die Abstufung der Staatsstraße in eine Ortsstraße und die Übernahme durch die Stadt. Bild: jr
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Mitterteich
07.07.2016
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Mehr Sicherheit für Kinder und Senioren will der Mitterteicher Stadtrat entlang der Ortsdurchfahrt erreichen. Deshalb soll beim Landratsamt und dem Staatlichen Bauamt eine Tempo-30-Zone beantragt werden - ab der Ortseinfahrt aus Richtung Waldsassen bis zur Einfahrt in die Großbüchlberger Straße in der Vorstadt.

Bürgermeister Roland Grillmeier sagte in der jüngsten Sitzung, dass dieses Thema schon öfters diskutiert worden sei, zum wiederholten Mal auch kürzlich im Bauausschuss. Angesichts der barrierefreien Gestaltung des Oberen und Unteren Marktplatzes wäre eine 30-km/h-Zone in dem genannten Bereich wünschenswert. Allerdings könne die Stadt nicht selbst entscheiden, weil es sich um eine Staatsstraße handelt. Sollte eine Beschränkung auf der gesamten Strecke nicht möglich sein, wolle man zumindest beim Seniorenheim und am Unteren Markt auf die Schaffung einer Tempo-30-Zone drängen.

Beruhigung erforderlich


Roland Grillmeier berief sich auf neue Beschlüsse des Bundeskabinetts, wonach bei Schulen, Kindertagesstätten und Seniorenheimen auch an Hauptverkehrsstraßen Tempo-30-Zonen geschaffen werden können. "An der Staatsstraße liegen das Seniorenheim, der Kinderhort, der Kindergarten, die Kindertagesstätte und einige Bushaltestellen direkt am Hauptverkehrsweg der Stadt. Dieser Bereich wird mehrmals täglich von den meisten Schul-, Kinderhort- und Kindergartenkindern benutzt. Um hier größtmögliche Sicherheit gewährleisten zu können, ist eine Verkehrsberuhigung zwingend erforderlich", erklärte Grillmeier.

Auch weil Mitterteich eine Modellkommune in Sachen Barrierefreiheit sei und entsprechend den Marktplatz umbaue, wolle man um die Beschränkung bitten. Nicht zuletzt erinnerte der Bürgermeister an einen bedauerlichen Todesfall auf der Straße im Bereich des Seniorenheimes vor einigen Jahren. Auch dieser Vorfall dürfte die Notwendigkeit dieser Maßnahme unterstreichen. Weiter berichtete Grillmeier, dass Vorgespräche zur Abstufung der Staatsstraße in eine Ortsstraße und die damit verbundene Übernahme liefen. Durch den Bau der Umgehung habe die Staatsstraße erheblich an Bedeutung verloren.

CSU-Sprecher Josef Schwägerl befürwortete den Tempo-30-Antrag auch deshalb, weil Senioren zur Überquerung der Straße der weite Weg bis zur Ampel nicht zumutbar sei. Johann Brandl (SPD) schlug einen zusätzlichen Fußgängerüberweg beim Seniorenheim vor - dies wäre im Rahmen einer Tempo-30-Zone problemlos möglich. "Unsere Senioren suchen kurze Wege, deshalb wäre ein Fußgängerüberweg beim Seniorenheim ideal. Ergänzend könnten bauliche Maßnahmen vorgenommen werden." Bürgermeister Roland Grillmeier erinnerte daran, dass ein zweiter Fußgängerüberweg wegen des kurzen Abstands zum vorhandenen schon einmal abgelehnt wurde. "Ein Fußgängerüberweg ohne Ampel macht wenig Sinn. Und zwei Ampeln innerhalb von wenigen Metern dürften auch nicht genehmigt werden."

Weniger Parkplätze


Nicht zuletzt brachte der Bürgermeister die im Falle eines weiteren Ampel-Baus veränderte Parkplatzsituation ins Gespräch. "Wenn dort eine Ampel hinkommen soll, werden einige Parkplätze mit Sicherheit wegfallen." Bernhard Thoma (Freie Wähler) verwies auf die Situation beim Waldsassener Krankenhaus: "Wenn eine Ampel am Fußgängerüberweg blinkt, werden Autofahrer aufmerksam und fahren langsamer." Beim Thema Tempo-30-Zone forderte Thoma eine Verlängerung der vorgesehenen Strecke. "Wenn schon Tempo 30, dann gleich bis zur Ampel an der Farbersbruck."

Roland Grillmeier forderte, dass "wir endlich eine klare Aussage treffen, ob wir die Staatsstraße übernehmen wollen oder nicht". Sobald die Stadt im Besitz der Straße sei, könne man alleine entscheiden. "Dann könnten wir auch ohne Probleme Tempo 30 einführen." Johann Brandl bat darum, in Erfahrung zu bringen, zu welchen Konditionen die Stadt die Straße übernehmen könnte. "Wir müssen schon wissen, was auf uns zukommt. Dann brauchen wir auch ein vernünftiges Verkehrskonzept."

Am Ende beschloss das Gremium einstimmig, dass eine Tempo-30-Zone wie eingangs beschrieben beantragt werden soll. Gleichzeitig wurde der Bürgermeister aufgefordert, Gespräche mit dem Straßenbauamt über eine Übernahme der bisherigen Staatsstraße zu führen.
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