"Mitterteich ist eine Bierstadt"

Die Stubenmusik Burger übernahm die musikalische Gestaltung der Ausstellungseröffnung. Bild: jr
Vermischtes
Mitterteich
24.04.2016
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Heinz Zeitler verlas in der Rolle des Kuriers des Herzogs den Wortlaut der Urkunde zur Verleihung der Brau- und Marktrechte. Bild: jr

Es war genau 15.16 Uhr, als Bürgermeister Roland Grillmeier am Samstag das Wort ergriff - in Anlehnung an das Jahr 1516, als das Reinheitsgebot eingeführt wurde und Mitterteich die Brau- und Marktrechte erhielt. Im Museum eröffnete er die vom Arbeitskreis Heimatpflege zum Thema Bier gestaltete Sonderausstellung.

"Bier erleben - 500 Jahre Brautradition" lautet der Titel der Präsentation, die bis zum 28. August zu sehen sein wird. Sie liefert Informationen rund um die Tradition des Bierbrauens, außerdem gibt es jede Menge Utensilien zu bewundern. "Mitterteich feiert in diesen Tagen ein wahrscheinlich deutschlandweit einmaliges Jubiläum", sagte Grillmeier in seiner Rede vor zahlreichen geladenen Gästen. Heinz Zeitler schlüpfte in die Rolle des Kuriers des damaligen Herzogs: "Es ist der 23. April 2016. Heute vor 500 Jahren verkündigte ich das Deutsche Reinheitsgebot. Gleichzeitig wurden der Marktgemeinde Mitterteich der Freiheitsbrief und das Braurecht verliehen." Zeitler verlas den Wortlaut der Originalurkunde: "Von Michaeli bis Georgi darf gebraut und ausgeschänkt werden, ohne dass Abgaben ans Kloster bezahlt werden müssen."

Bürgermeister Grillmeier machte deutlich, dass deutschlandweit in Tausenden Orten das Reinheitsgebot gefeiert werde. "Wir toppen das in Mitterteich mit zwei weiteren Feiern zur Verleihung des Markt- und Braurechts. Ab 1516 ging der Erlös in die eigene Kasse." In Deutschland gebe es 1388 Brauereien, fast die Hälfte davon sei in Bayern zu finden. "Mitterteich gehört dazu, Mitterteich ist eine Bierstadt." Die Vielfalt an Bieren durch ortseigene Brauerei und Zoiglkultur könnten in der Oberpfalz nur wenige Orten bieten.

Einmalige Atmosphäre


"In den vergangenen Jahren hat sich besonders das Zoiglbier zu einem Magneten für Besucher in unserer Stadt entwickelt. Viele Gäste aus ganz Bayern kommen zu uns und genießen unser einmaliges Zoiglbier und dazu die einmalige Atmosphäre in den Zoiglstuben unserer Stadt", betonte Grillmeier. "Zoigl ist zu einem Werbefaktor für unsere Region geworden." In Mitterteich sei man sehr stolz auf die Biertradition. Einen Dank richtete Grillmeier an alle, die zu deren Aufrechterhaltung beitragen, egal ob in der Brauerei oder im Kommunbrauhaus. Besonders würdigte der Bürgermeister Werner Männer und dessen Team für die Ausstellung, die ihre Anziehungskraft sicher nicht verfehlen werde.

Werner Männer, der durch die Ausstellung führte, sah in der Verleihung der Brau- und Marktrechte "eine sichtbare Heraushebung unseres Ortes aus der Masse". Der AK Heimatpflege wolle die Bedeutung dieses historischen Ereignisses neu aufleben lassen. "Wir wollen die Entwicklung unserer Stadt seit damals wieder lebendig werden lassen", erklärte Männer und lud zu den entsprechenden Veranstaltungen der kommenden Wochen und Monate ein.

Jeweils einen Jubiläumsbierkrug erhielten als Dank für die Unterstützung beim Aufbau der Ausstellung und die Beteiligung am Festakt Otto Weiß, Josef Göhl, Anton Haberkorn, Hubertus Krämer, Franz Piwonka, "Miss Weißbier-Resi" Larissa, Zoiglkönigin Sophia I., Zoiglprinzessin Lena I., Michael Hösl und Wolfgang Aumeier. Blumen bekamen für ihren tatkräftigen Einsatz Maria Kunz (Museums-Team), Gabi Bleistein (Tourist-Info) und Martina Rüth (Stadtverwaltung).

Jubiläumsbier


Brauereichef Michael Hösl stellte schließlich das gleichnamige Traditionsunternehmen vor. Zum Sortiment zählen derzeit 14 verschiedene Biersorten, die ausschließlich aus heimischen Produkten entstehen. Anlässlich des Jubiläums wurde ein würziges Jubiläumsbier eingebraut, das die Gäste natürlich gerne testeten. Bürgermeister Roland Grillmeier musste dazu ein Holzfass anzapfen, wofür er nicht weniger als sieben Schläge brauchte. Unterstützung leistete der erst 23-jährige Braumeister Jens Zimmert.
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