Norbert Neugirg mit der Altneihauser Feierwehrkapell'n in Mitterteich
Von Schutzgeld bis Sondermüll

An diesem Samstag ist es endlich soweit: Mit mehrmonatiger Verspätung werden Norbert Neugirg und seine Kumpanen von der Altneihauser Feierwehrkapell'n die Stadt Mitterteich "heimsuchen". Im NT-Interview lässt der Kommandant durchblicken, dass er gut informiert ist über das örtliche Geschehen. Bild: Huber
Vermischtes
Mitterteich
17.11.2016
743
0

Als "Sicherheits-Apokalypse" hat Norbert Neugirg im Frühjahr die Vorgänge um die Mitterteicher Mehrzweckhalle betitelt. Sieben Monate, nachdem die Altneihauser Feierwehrkapell'n dort auftreten sollte, steht nun der Nachholtermin an. Der Kommandant gibt darauf schon mal einen kleinen Vorgeschmack.

Ausgerechnet im großen Jubiläumsjahr musste die Stadt ihre Halle aus Brandschutz-Gründen schließen und einer sogenannten Ertüchtigung unterziehen. Weil sich das Ganze aber als aufwendiger erwies als angenommen, fiel nicht nur das Starkbierfest des Burschenvereins ins Wasser, sondern auch das für den 23. April geplante Gastspiel der Altneihauser Feierwehrkapell'n. Allerdings konnte sich die Stadt mit der Kult-Truppe auf einen neuen Termin am 19. November verständigen. Kurz vor dem Auftritt am Samstag um 20 Uhr haben wir noch einmal mit dem Kommandanten gesprochen.

Herr Neugirg, jetzt ist es also wirklich soweit. Die Halle ist wieder zugänglich und rundum brandsicher, dem lang erwarteten Einsatz dürfte nichts mehr im Wege stehen. Haben Sie noch dran geglaubt?

Norbert Neugirg: Die Altneihauser waren die letzte Oktoberwoche auf Kreuzfahrt mit einem italienischen Costa-Schiff. Darüber hinaus gab es vorsichtshalber keine Zukunftsplanungen. Mit Verlassen des Schiffes kam der Glaube, dass wir in Mitterteich auftreten werden, zögerlich wieder. Der Glaube an die Findigkeit unserer Behörden ist mir abhanden gekommen, und der Glaube daran, dass noch irgendeine verhindernde Vorschrift gefunden wird, schwindet. Das Mitterteicher Publikum und wir werden also dran glauben müssen.

Frankenwein dürfte Ihnen in Mitterteich zumindest nicht angeboten werden, dafür aber wohl reichlich Zoigl. Werden Sie den bedenkenlos trinken oder vorher prüfen? Zoigl ist ja nicht gleich Zoigl...

"Trink Zoigl nur, wo der, der braut, beim Ausschank dir ins Antlitz schaut, denn ist der, der braut, zugegen, kann man sofort Hand anlegen!" Wir sind neun Mann und auf einen Zahn mehr oder weniger kommt es uns nicht an. Also werte "echte Kommunbrauer", bitte keinen Zoigl mit Konservierungsstoffen oder gar aus gewerblich abgefüllten Flaschen. Der gehört in die Sondermüllsammelstelle Mitterteich!

Im Frühjahr hatten Sie zum Thema Hallensicherheit noch gemutmaßt, dass bis November Gehörschutz und Schwimmwesten vorgeschrieben sein würden. Davon bleiben die Besucher nun verschont. Die Mitterteicher müssen sich aber trotzdem auf einiges gefasst machen, oder?

Wie in allen Städten und Gemeinden, die wir heimsuchen, gibt es auch in Mitterteich Leute, die nicht ganz dicht sind, will heißen Informanten bzw. Plaudertaschen. Und da hört man ja schöne Sachen. Zum Beispiel soll es den Mitterteicher Feuerwehrsaurier Otto Weiß, als er hörte, dass wir wenige Jahrzehnte nach der Feier seines 50. schon wieder nach Mitterteich kommen, gewaltig aus der Bahn geworfen haben.

Was sagen Sie eigentlich Zuschauern, die sich nach der Aufführung beleidigt fühlen und deshalb ihr Geld zurückfordern?

Die Eintrittsgelder gehören dem Veranstalter, also der Stadt Mitterteich. Diese Stadt ist nicht bekannt dafür, dass sie einmal einkassiertes Geld wieder herausrückt. Auch das Kesselgeld, das die Kommunbrauer an die Stadt entrichten müssen, gleicht den Einzahlungen in einen Riestervertrag oder, wie böse Zungen sagen, italienischen Schutzgeldern. Ebenso ist es mit dem Eintrittsgeld für die Altneihauser. Auch das sehen Sie nie mehr wieder! Letzteres hätte nur die Costa verhindern können - oder eine neue Brandschutzvorschrift. Arrivederci!

Lange Warteliste - BewirtungAlle Karten für den ursprünglichen Termin am 23. April waren bereits vor dem Jahreswechsel ausverkauft gewesen. Zwar gab es nach der Verschiebung des Auftritts die Möglichkeit einer Rückgabe, doch nur wenige Karten gingen tatsächlich zurück an den Veranstalter. Diese wiederum fanden sofort neue Abnehmer. Daher stehen noch immer Hunderte Interessenten auf der Warteliste. Eine Abendkasse wird es nicht geben. Erwartet werden am Samstag 1175 Zuschauer, Einlass ist ab 18.30 Uhr. Der Zugang erfolgt über den Haupteingang der Mehrzweckhalle. Eine Ausnahme gilt für die Besitzer von VIP-Karten: Sie sollen den Haupteingang der Mittelschule benutzen, wo sie ihre Sitzplatznummer, Zoigl und eine Brotzeit erhalten. Aber auch alle anderen Gäste können sich vor dem Auftritt sowie in einer rund halbstündigen Pause stärken: An drei Ständen in der Halle verkaufen die Teams der Mitterteicher Zoiglstuben Getränke und kleine Speisen. (lnz)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.