Parkplätze statt Poller

Steckbare Poller wie beim Rathaus sollen verhindern, dass die neu geschaffenen gastronomischen Freiflächen nach dem saisonbedingten Abbau der Bestuhlung zum wilden Parken genutzt werden. Bild: lnz
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Mitterteich
24.09.2016
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Energiesparend und angenehm hell: An den Fassaden einiger Häuser sind bereits die neuen LED-Strahler installiert, die im Zuge des Marktplatz-Umbaus ausgewählt wurden. Bild: Grüner

Die Umgestaltung des Unteren Marktplatzes nähert sich zügig dem Ende. Im Bauausschuss tauchten jetzt einige Fragen auf, die es noch zu klären gilt. Eine rege Diskussion entwickelte sich zum Thema Parken.

Thomas Grillmeier vom städtischen Bauamt informierte eingangs kurz über den Sachstand. "Mit dem Tiefbau sind wir so gut wie durch." Derzeit wird noch beim Hösl-Brauereigasthof ein barrierefreier Zugang geschaffen, parallel dazu läuft an den Fassaden der Gebäude die Installation von LED-Strahlern, die im Zuge eines neuen Lichtkonzeptes ausgewählt wurden. Aufgestellt werden auch noch Fahrradhalterungen, außerdem folgen Markierungen an den Treppenabsätzen.

Josef Schwägerl (CSU) kam auf die Gastronomie-Außensitzflächen zu sprechen, deren Bestuhlung saisonbedingt demnächst geräumt wird: "Was kann man tun, dass diese Bereiche nicht als Parkplätze genutzt werden?" Thomas Grillmeier erwiderte, dass hier steckbare Poller oder Pflanzkästen denkbar wären. Bürgermeister Roland Grillmeier, der die Freiflächen bei dieser Gelegenheit als optisch gelungen bezeichnete und von viel Lob berichtete, konnte sich ebenfalls Poller vorstellen, "so wie beim Rathaus".

Dauerhafte Stellflächen


In diesem Zusammenhang richtete sich das Augenmerk der Stadträte auf die direkt an der Straße gelegene Poller-Reihe im Bereich zwischen dem alten Rathaus und dem Schmied-Brunnen. Der Bürgermeister hatte verfügt, diese während der Tiefbauarbeiten zu entfernen, um vorübergehend weitere Parkplätze zu schaffen. Von den Autofahrern wurden diese dann eifrig genutzt. Roland Grillmeier, Johannes Schaumberger (CSU) und Josef Schwägerl sprachen sich nun dafür aus, in dieser Zone dauerhaft Parkplätze auszuweisen.

Chaotische Zustände


Dies warf die Frage auf, ob nicht die gesamte Poller-Reihe wegfallen sollte, um auch ein Ein- und Ausfahren in bzw. aus Richtung der Häuserzeile zu ermöglichen - zusätzlich zur bisherigen Ein- und Ausfahrt unterhalb des Schmied-Brunnens. "So war das früher auch geplant, aber dann hat Chaos geherrscht", betonte Karl-Heinz Ernstberger (CSU) und lehnte einen erneuten Versuch ab. Josef Schwägerl zeigte sich dennoch offen für diese Variante: "Ich glaube, dass sich das von selbst regelt." Dr. Achim Nemsow (CSU) war anderer Meinung: "Das funktioniert nicht!"

Bernhard Thoma (Freie Wähler) befürchtete, dass bei einer Beseitigung aller Poller noch mehr Autos rund um den angrenzenden Treppenbereich geparkt würden und so die Sicht auf Kirche und Rathaus weiter eingeschränkt würde. Josef Schwägerl entgegnete, dass dies durch die Nutzung der bestehenden unteren Einfahrt ja auch heute schon passiere. "Dann brauchen wir ein Halteverbot", erwiderte Thoma.

Dr. Achim Nemsow schlug vor, es bei der unteren Ein- und Ausfahrt zu belassen und einfach einen Teil der Poller-Reihe etwas zurückzusetzen, um die neuen Parkplätze zu schaffen. Diese Anregung stieß im Gremium auf breite Zustimmung. Allein Theo Schaumberger (CSU) hatte grundsätzlich Bedenken gegen Stellflächen in dem Bereich, weil der Weg für Rollstuhlfahrer blockiert würde. Bürgermeister Grillmeier sah hier aber kein Problem und verwies auf die üblichen Laufwege - die Leute würden entweder den Zebrastreifen ansteuern oder eben den Kirchplatz oder die weiter oben gelegenen Häuser.

Anfrage bei Behörde


Johannes Schaumberger wies zuletzt noch darauf hin, dass man die neuen Parkplätze nicht unbedingt längs zur Fahrbahn anlegen müsste, sondern alternativ schräg anordnen könnte. Bürgermeister Grillmeier hielt dies nicht für sinnvoll, weil die Autos dann beim Ausparken rückwärts in die Staatsstraße einfahren müssten. Mit dem Staatlichen Bauamt soll nun abgeklärt werden, ob es Bedenken gegen längs angeordnete Parkplätze gibt, weil diese Variante bedeuten würde, dass Fahrer beim Aussteigen auf die Straße treten müssen.

"Ziel bleibt aber ohnehin die Rückstufung der Staatsstraße zu einer Ortsstraße", betonte Bürgermeister Grillmeier abschließend und ergänzte: "Wir würden es ja gerne bei der aktuellen Tempo-30-Regelung belassen." Vielleicht, so Grillmeier augenzwinkernd, könne man die Schilder ja auch nach dem Ende der Bauarbeiten einfach noch eine Weile stehen lassen. In der Runde regte sich dagegen kein Widerspruch.
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