Plädoyer für Werteordnung

Viel Beifall erhielt Pfarrer Martin Schlenk (links) für seine Worte zur Flüchtlingskrise. MdL Tobias Reiß (rechts) bat den Pfarrer darum, ihm die Rede mitzugeben. Der Abgeordnete möchte sie in dieser Woche an die Bundeskanzlerin weiterreichen. Bild: jr
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Mitterteich
13.01.2016
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"In der Bibel steht kein Satz, indem es heißt: ,Macht alle Hungrigen dieser Welt satt oder nehmt alle Fremden auf.'" Mit kritischen Worten zur Flüchtlingskrise sorgte Pfarrer Martin Schlenk beim Mitterteicher Neujahrsempfang für Aufsehen.

In seinem Grußwort betonte der evangelische Pfarrer zunächst, dass die Nachrichten der vergangenen Wochen nicht spurlos an ihm vorüber gegangen seien. Er habe sich gefragt, was denn der Bibel zum Thema Flüchtlinge zu entnehmen ist. So habe Jesus gesagt: "Fremde zu beherbergen ist ein Werk der Barmherzigkeit, genau wie Hungrige zu speisen, Dürstenden zu trinken zu geben, Nackte zu kleiden und Kranke und Gefangene zu besuchen." Doch es gelte auch der Satz: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, nicht statt deiner selbst." Es müsse nicht über die eigene Kraft gehen.

Pfarrer Schlenk erinnerte an eine weitere Geschichte von Jesus, in der es um die Ausrichtung einer Hochzeit durch einen König geht. Weil die ursprünglich Geladenen nicht erscheinen, lässt er andere, für ihn Unbekannte kommen. Doch ein Gast hat kein hochzeitliches Gewand an und der König lässt ihn hinauswerfen. Pfarrer Schlenk: "Ich verstehe das so: Wer sich daneben benimmt, der fliegt raus." Diesen Fall sehe er im Umgang mit den Flüchtlingen anwendbar, ohne dass man sich deswegen vorwerfen lassen müsse, man handele unchristlich.

"Das kann ein Segen sein"


Pfarrer Schlenk gab zu bedenken, dass die überwiegende Zahl der Flüchtlinge junge Männer seien. "Das kann ein Segen für unsere Wirtschaft und unser Land sein, wenn es gelingt, sie zu integrieren und auszubilden. Dabei muss ihnen aber auch unmissverständlich klargemacht werden: Wer bei uns leben will, muss sich an unsere Werte und Gesetze halten." In ihren meist muslimisch geprägten Herkunftsländern, wo es zum Teil kulturell oft noch wie im Mittelalter zugehe, sei insbesondere die Geschlechterrolle eine ganz andere. Frauen ohne männliche Begleitung würden etwa nicht selten als "Freiwild" angesehen.

Weitergabe an Kanzlerin


Der Pfarrer plädierte dafür, allen klarzumachen, dass die Dinge hier anders seien und "unsere Ordnungen" respektiert werden müssen. Außerdem müsse man Toleranz gegenüber der Religion des anderen erwarten können. Jeder dürfe hier nach seiner Fasson selig werden - diese Botschaft müsse ankommen. Pfarrer Schlenk erhielt für seine Worte viel Beifall. Landtagsabgeordneter Tobias Reiß zeigte sich so beeindruckt, dass er dem Pfarrer anbot, die Rede mitzunehmen und sie persönlich an die Bundeskanzlerin zu überreichen. Angela Merkel besucht in dieser Woche die CSU-Landtagsabgeordneten in Wildbad Kreuth. Pfarrer Schlenk hatte dagegen nichts einzuwenden.
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