Sangeslust und Weingenuss

Für die Gesangseinlagen auf der Reise heimste der MGV Mitterteich immer wieder kräftigen Beifall ein. Bild: hfz
Vermischtes
Mitterteich
06.09.2016
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Eine vergnügliche Reise an den Rhein unternahm kürzlich eine Gruppe des Männergesangvereins 1865 Mitterteich. Bild: hfz

Abwechslungsreiche Tage am Rhein verbrachte der Männergesangverein 1865 Mitterteich. Im Mittelpunkt der Sängerfahrt standen neben Besichtigungen immer wieder heiterer Chorgesang und köstlicher Wein.

Frühmorgens nahmen die Mitglieder die lange Fahrt in Angriff, teils schlummernd und teils den "Neuen Tag" lesend. Durch das Fichtelgebirge ging es zunächst ins oberfränkische Wonfurt am Main, wo sich die Gruppe in einem schmucken Gasthof an einem großen Frühstücksbuffet mit fränkischen Köstlichkeiten stärkte. Gefragt waren nicht nur Omeletts, Eier, Speck oder Kaffee - so mancher griff auch schon zum Bier oder zum Wein.

Nach der Ankunft in Mainz stand eine Stadtführung an. Die Mitterteicher sahen kleine, alte Häuser ebenso wie stattliche Zeilen von Bürgerhäusern, unterbrochen durch barocke Kirchen. Eines der vielen schmalen Fachwerkhäuser bewohnte einst der Erfinder des Buchdrucks, Johannes Gutenberg. Vom Liebfrauenplatz bot sich ein unverbauter Blick auf die mächtige Ostgruppe des Mainzer Doms mit ihren drei Türmen.

Auftritt im Mainzer Dom


Die Gruppe erfuhr, dass das Gotteshaus sieben Mal Bränden zum Opfer fiel. Auf den oberen Teilen einiger Türflügel sind die Stadtprivilegien von 1135 unter Erzbischof Albert I. eingraviert. Diese sicherten den Bürgern erstmals Mitbestimmung zu. Im westlichen Seitenschiff sang der Männerchor und genoss den langanhaltenden Nachklang. Nach dem Essen stand der Abend zur freien Verfügung, was die Mitterteicher nutzten, um einige der vielen Kneipen und Weinlokale zu besuchen.

Am nächsten Tag starteten die Sänger bei strahlendem Sonnenschein mit dem Schiff in Richtung Bacharach. Zu sehen waren auf der Fahrt die Schott-Werke in Mainz ebenso wie die malerischen Weinorte Eltville, Geisenheim und Bingen. Beim Weingut Karl Heidrich stand an der Anlegestelle bereits ein "Empfangskomitee" bereit, um Wein zu kredenzen. Nach der ersten Probe mit einem Glas, das mit einer Lederschnur nun um den Hals zu tragen war, führte eine Mitarbeiterin der Winzerei durch Bacharachs Altstadt. Diese ist geprägt von herrlichen Fachwerkhäusern und engen Gassen, in denen man zum Teil nicht einmal zu zweit nebeneinander gehen kann. Die Führerin zitierte Victor Hugo, der auf seiner Rheinreise feststellte: "Hier befinde ich mich in diesem Augenblick in einer der schönsten und angenehmsten Städte der Welt." Zwischen Liedern wie "Ein Prosit singt uns der Bass" genossen die Mitterteicher ausgezeichnete Silvaner-, Riesling- und Burgunderweine.

Messe-Gestaltung


In der neogotischen Backsteinkirche St. Stefan in Gonsenheim, dem sogenannten "Rheinhessischen Dom", gestaltete der MGV eine Vorabendmesse. Der Pfarrer stellte den Chor vor und fragte die Gemeinde: "Wer kennt Mitterteich?" Zum allgemeinen Erstaunen meldete sich ein Waldsassener, der als Gymnasialprofessor in Mainz gewirkt hat. Für die Lieder "Jauchzet", "Hebe deine Augen auf", "Herr, sei mir Trost", "Dona pacem domine", "Herr, unser Gott" und zum Schluss die "Irischen Segenswünsche" wurde der Chor mit freundlichem Applaus belohnt.

Beifall für Ständchen


Danach lud der Chor noch zum Ständchensingen vor der Kirche ein, das mit "Trisulara" begann. Ihre Liebe zum Bayernland verdeutlichen die Mitterteicher mit "Es muss ein Sonntag gewesen sein". "So ein Lied von der Erschaffung des Rheingaus haben wir auch!", konterten die Zuhörer und spendeten reichlich Beifall.

Der Sonntag begann mit einem Ausflug nach Oppenheim. In zwei Planwagen verteilten sich die Sänger, um durch die Weinberge zu fahren - gut versorgt mit Wasser, Traubensaft und Oppenheimer Weinen. Zum Singen "Hoch auf dem gelben Wagen" reichte die Stimmung aber noch nicht. Am Ziel angekommen genossen die Teilnehmer den Ausblick, der über Frankfurt bis Trier, den Taunus und den Hunsrück reichte. Der Bass sang mit dem Tenor ein Prosit und erhob mehrfach das Glas. An einem lauschigen Plätzchen gab es noch "Weck und Woarschd", bevor die lustige Weinberg-Reise endete.

Nun galt es Abschied zu nehmen vom Rhein und auch von Lothar Bartlmeß, Sänger und Mitorganisator der Reise, der die MGV-Gruppe berufsbedingt in Richtung Mainz verlassen musste. Auf der Rückfahrt kehrten die Mitterteicher in Zeil noch in einer Bierbrauerei ein und stärkten sich mit Schäufele und anderen fränkischen Spezialitäten.
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