Spannende Duelle am Heimatbrunnen

Besonders wichtig in seinem großen Archiv voller Presseberichte sind Willi Schneider die Artikel über das traditionelle "Oierhiartn". Seit Anfang der 70er-Jahre ist er an vorderster Stelle mit dabei. Bild: jr
Vermischtes
Mitterteich
26.03.2016
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"Oh Oa, etz geht's da droa", heißt es am Ostersonntag ab 13.30 Uhr in Mitterteich: Auf Einladung des Burschenvereins steigt beim Stiftländer Heimatbrunnen wieder das beliebte "Oierhiartn". Die Eröffnung nimmt wie gewohnt Willi Schneider vor, der wie kein anderer in der Stadt mit dieser Tradition verbunden ist.

"Ich habe noch nie gefehlt", betont Schneider im Rückblick auf die vielen Jahrzehnte, seit er in den 70ern als Cheforganisator erstmals das Ruder übernahm. Ich mache so lange weiter, wie es möglich ist", verspricht der 73-Jährige, der sich gerne an viele spannende Duelle und Gegebenheiten rund um den Wettbewerb erinnert. "Das Oierhiartn ist meine Leidenschaft." Besonders wichtig sind ihm deshalb in seinem fein säuberlich gepflegten Archiv mit Presseberichten über Mitterteich jene Artikel, die sich um die Traditionsveranstaltung drehen.

Gefüllt mit Gips und Pech


Vor dem Zweiten Weltkrieg trafen sich die Mitterteicher immer bei der Stadtpfarrkirche, wie Schneider berichtet. Erst danach habe man den Stiftländer Heimatbrunnen am Anger als neuen Standort ausgewählt. "Früher war das ,Oierhiartn' nichts Offizielles", weiß Schneider. Es habe sich um eine "wilde Zusammenkunft" gehandelt. Erst als sich Willi Schneider bereit erklärt habe, die Organisation zu übernehmen, sei es ein offizieller Termin mit geordnetem und gesittetem Ablauf geworden. Heute sei das "Oierhiartn" eine große Gaudi, wobei das Ergebnis der Duelle nicht so wichtig ist. "Früher wurde noch viel mehr um den Sieg gefeilscht", erzählt Schneider. So mancher habe Eier mit Gips oder Pech ausgefüllt, um klare Vorteile zu haben. "Aber wir sind ihnen auf die Schliche gekommen." Auffallend sei laut Schneider, dass die Eierschalen früher ganz allgemein härter gewesen seien. "Wahrscheinlich weil sie von Freilandhühner waren", fügt er lachend hinzu.

Für den kommenden Ostersonntag stellt der Burschenverein rund 230 bunt gefärbte Ostereier zur Verfügung, vor allem für Kinder und Jugendliche. Sie und die Erwachsenen können nach der offiziellen Eröffnung losziehen und versuchen, möglichst viele Eier zu sammeln. Wer nämlich ein Duell gewinnt, erhält das Ei des Kontrahenten. Nicht fehlen dürfen natürlich Süßigkeiten. "Wenn mal ein Kind verliert und dann getröstet werden muss", erklärt Willi Schneiders Ehefrau Irmgard. Los geht es nach der Begrüßung traditionell mit dem Duell zwischen Willi Schneider und dem Bürgermeister. Weil Roland Grillmeier allerdings im Urlaub weilt, wird wieder 2. Bürgermeister Stefan Grillmeier antreten. Dessen rotes Ei hatte sich im vergangenen Jahr als härter erwiesen als das blaue Ei von Willi Schneider. "Ich jedenfalls bin vorbereitet", betont Schneider im Hinblick auf die Neuauflage des Duells.

Immer mehr Besucher


Hoch erfreut ist Willi Schneider, dass die Veranstaltung in den vergangenen Jahren immer mehr Leute angezogen hat. "Viele kommen mit ihren Kindern oder Enkeln, die diese Tradition hoffentlich weitertragen." Für den Ostersonntag ermuntert er alle Familien mit Kindern, nach dem Ostereiersuchen und dem Mittagessen an dem Spektakel teilzunehmen. Mitspielen dürfte auch das Wetter - zu erwarten sind laut Voraussagen frühlinghafte Temperaturen.
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