Spaß, Fleiß und Beklemmung

Breiten Raum beim Besuch in Polen nahmen gemeinsame Einsatzübungen ein. Dabei wurden auch Kenntnisse in der Ersten Hilfe vertieft. Bild: hfz
Vermischtes
Mitterteich
06.08.2016
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Sechs abwechslungsreiche Tage verbrachte eine Jugendgruppe der Feuerwehr Mitterteich bei der Partnerwehr in Ledziny. Auf diesem Gruppenbild flankieren die Flaggen Deutschlands und Polens die Fahne des Kreisfeuerwehrverbandes Bierun-Ledziny. Bild: hfz

Unvergessliche Tage verbrachte die Mitterteicher Jugendfeuerwehr bei den befreundeten Brandschützern im polnischen Ledziny. Auf dem Programm standen zahlreiche actionreiche Unternehmungen, aber auch eine Auseinandersetzung mit dem schwärzesten Kapitel der deutschen Geschichte.

(jr/lnz) 14 Jugendliche machten sich begleitet von einigen Betreuern auf den Weg ins rund 700 Kilometer entfernte Ledziny. Mit dabei waren Jugendleiter Johannes Schmid und Stellvertreter Andreas Kraus sowie Kommandant Franz Bauernfeind, Peter Kraus, Rainer Hutterer und Matthias Kraft. Als Dolmetscher vor Ort fungierte in bewährter Weise Marek Spyra.

Bei der Ankunft waren die Mitterteicher angenehm überrascht, weil schon drei neue große Zelte des Kreisfeuerwehrverbandes Bierun-Ledziny auf einer Fläche mitten in einem großen Waldgebiet aufgebaut waren - und neue Feldbetten gleich noch dazu. Bei der Begrüßung mit dem Landrat, dem Kreisbrandrat, der Bürgermeisterin von Ledziny und dem Chef der Berufsfeuerwehr Tychy wurde die langjährige Zusammenarbeit beider Feuerwehren hervorgehoben. Die Politiker und Funktionäre wünschten den Gästen aus Mitterteich schöne Tage, anschließend gab es ein gemeinsames Abendessen. Am nächsten Tag besuchten die Gastgeber und ihre Gäste einen Gottesdienst, nach dem Mittagessen im Feuerwehrhaus folgten Spiele auf dem Festplatz neben dem Gerätehaus und der Besuch des örtlichen Hallenbades.

Bedrückende Führung


Am Montag nahmen die Mitterteicher an einer deutschsprachigen Studienführung im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau teil. Fast sechs Stunden lang erkundete die Gruppe das riesige Gelände und besichtigte mehrere Ausstellungen, wobei das Elend und die Qualen der einstigen Lagerinsassen in bedrückender Weise deutlich wurden. Sichtlich mitgenommen kehrten die Mitterteicher nach Ledziny zurück.

Überall zu sehen waren die Vorbereitungen auf den Papstbesuch anlässlich des Weltjugendtages. So waren viele Straßenzüge mit polnischen Fahnen geschmückt. Im Mittelpunkt der weiteren Tage standen gemeinsame Übungen mit verschiedenen anderen Feuerwehren. Eifrig trainiert wurden unter anderem das Löschen von Bränden und technische Hilfeleistungen nach Unfällen. Auch eine Ausbildung in Erster Hilfe war organisiert worden. Unterstützung leistete stets die Berufsfeuerwehr Tychy, die in der Region auch den Großteil der Ausbildung der freiwilligen Feuerwehren übernimmt. Zu sehen waren zudem Vorführungen von Höhenrettern und einer Hundestaffel.

Für Abwechslung sorgten weiter eine deutschsprachige Führung in einem Jahrhunderte alten Silberbergwerk nahe Kattowitz sowie der Besuch in einem Aqua-Park mit mehreren Rutschen. In Erinnerung werden den Jugendlichen auch die gemeinsamen Abende am Lagerfeuer bleiben. Fast täglich kamen dabei alte Bekannte der Mitterteicher zu Besuch, so dass eifrig Neuigkeiten ausgetauscht wurden.

Radio-Interview


Besonders überrascht zeigten sich viele Polen, als sie erfuhren, dass zur Besuchergruppe der Mitterteicher Jugendwehr auch ein syrischer Jugendlicher und ein griechischer Jugendlicher zählten. Das interessierte sogar einen polnischen Radiosender, der eine Reporterin für Tonaufnahmen vorbeischickte. Sie interviewte die beiden Jugendlichen sowie Jugendleiter Johannes Schmid und Kommandant Franz Bauernfeind und erfuhr vom guten Miteinander innerhalb der Truppe.

Nach sechs erlebnisreichen Tagen fiel der Abschied auf beiden Seiten schwer. Umso größer ist nun die Vorfreude auf das nächste Zeltlager im kommenden Jahr in Mitterteich.
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