Spielplatz-Bewertungsaktion Thema im Bauausschuss
Nicht alle Wünsche erfüllbar

Als "Katzenklo" war bei der Spielplatz-Bewertungsaktion der Sandkasten auf der Anlage an der Kohllohstraße aufgefallen. Bauhofleiter Wolfgang Stark schlug jetzt im Bauausschuss vor, aus hygienischen Gründen sämtliche Sandkästen aufzulösen. Bild: lnz
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Mitterteich
16.07.2016
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Eine positive Resonanz fand die groß angelegte Spielplatz-Bewertungsaktion des Mitterteicher Jugendrats jetzt auch im Bauausschuss der Stadt. Einigkeit herrschte darüber, dass die Ergebnisse als Grundlage für künftige Maßnahmen dienen sollen. Generell verschwinden von den Anlagen könnten schon bald die Sandkästen.

Nach der detaillierten Präsentation vor einigen Wochen vor einem überschaubaren Zuhörerkreis (wir berichteten) stellten Andreas Gärtner und Fabian Weinberger die Resultate des Projekts den Mitgliedern des Bauausschusses vor. Per Powerpoint wurden dabei unter anderem die konkreten Handlungsempfehlungen für jeden der zehn bewerteten Spielplätze herausgestellt.

10 000 Euro pro Jahr


2. Bürgermeister Stefan Grillmeier, der für den verhinderten Roland Grillmeier die Sitzung leitete, sprach von einer tollen Aktion und bedankte sich für das Engagement des Jugendrats und des Jugendbeauftragten Reiner Summer. Die Ergebnisse seien ein Fundament für künftige Verbesserungsmaßnahmen und Neuanschaffungen. "Wir werden aber wohl eine Prioritätenliste aufstellen müssen", so Grillmeier. Erfreut zeigte er sich über den insgesamt guten Zustand aller Anlagen. Ein Lob richtete der 2. Bürgermeister deshalb an die Mitarbeiter des Bauhofs. Grillmeier verwies auf das jährliche Spielplatz-Budget in Höhe von 10 000 Euro. Von diesen Mitteln sei heuer noch nichts eingesetzt worden.

Auch die Sprecher aller Fraktionen zeigten sich angetan von der Bewertungsaktion und würdigten den Einsatz der jungen Leute. "Das hat uns gezeigt, dass noch alle zehn Plätze angenommen werden", sagte Josef Schwägerl (CSU) angesichts der Vielzahl an Bewertungen pro Anlage. "Wir werden reagieren müssen, aber nicht alles ist machbar." Unberechtigt sei die Kritik, dass zu selten Rasen gemäht werde. "Man kann das nicht überall gleichzeitig machen." Am Wichtigsten sei, dass der Bauhof durch ständige Überprüfungen die Sicherheit gewährleiste. Für wenig sinnvoll hielt Schwägerl zusätzliche Geräte bei der "Fun-Arena", schließlich seien ja im benachbarten Freibad auch Spielgeräte vorhanden. Johann Brandl (SPD) pflichtete Josef Schwägerl in Sachen Bauhof bei und sprach von einem "bravourösen Einsatz". Zur vielfach bemängelten fehlenden Barrierefreiheit auf den Spielplätzen gab Brandl zu bedenken, dass dieses Thema vor einigen Jahren noch nicht den heutigen Stellenwert gehabt habe. "Das hat sich Gottseidank geändert." Man müsse die Kritik ernst nehmen und zumindest versuchen, grobe Hürden wie etwa hohe Bordsteine zu beseitigen. Mit Blick auf das Spielplatz-Budget plädierte er für eine lockere Handhabung. "Das ist ja gut für die Kinder."

Bernhard Thoma (Freie Wähler) wies darauf hin, dass die Mehrzahl der Anlagen in sehr gutem Zustand sei und der Schnitt vor allem durch die "Fun-Arena" gedrückt werde. Da nicht alle Verbesserungswünsche auf einmal umzusetzen seien, regte er an, pro Jahr zwei bis drei Spielplätze auf Vordermann zu bringen.

Mehrere Katzen pro Nacht


Weil im Zuge der Bewertungsaktion der Sandkasten in der Anlage an der Kohllohstraße als "Katzenklo" bezeichnet worden war, meldete sich der im Zuhörerbereich anwesende Bauhofleiter Wolfgang Stark zu Wort. "Man sollte grundsätzlich überlegen, die Sandkästen aufzulösen." Seiner Schätzung nach ziehe jeder von ihnen pro Nacht zwei bis drei Katzen an. Trotz regelmäßiger Reinigung sei es bedenklich, dass Kinder mit dem Sand spielen. "Das ist ein guter Vorschlag", bemerkte Stefan Grillmeier und machte deutlich, dass pro Jahr etwa 50 Prozent des Spielplatz-Budgets allein für die Desinfektion der Sandkästen verwendet würden.
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