Stadtverband thematisiert Flüchtlingssituation und Gemeindemobil
Chance für Sportvereine

Wenn die Stadt einen Vereinsbus anschafft, dann wird dieser auch angenommen.
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Mitterteich
12.12.2015
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Vorerst vom Tisch ist in Mitterteich die Anschaffung eines Gemeindemobils. Dieses Thema sowie die Flüchtlingssituation und die Weiterentwicklung der Sportanlage des SV Steinmühle standen im Mittelpunkt einer Sitzung des Stadtverbandes für Sport.

Bürgermeister Roland Grillmeier erklärte bei der Zusammenkunft im ATS-Heim, dass der Bedarf der Vereine für das vom Jugendrat angeregte Gemeindemobil nicht groß genug sei. "Eine Anschaffung macht derzeit einfach keinen Sinn." Deshalb stehe der Finanzausschuss der Stadt einer Investition ablehnend gegenüber. "Wenn die Stadt einen Vereinsbus anschafft, dann wird dieser auch angenommen", hatte zuvor Stadtverbandsvorsitzender Peter Haibach betont. Bürgermeister Grillmeier gab zu bedenken, dass viele Vereine einen eigenen Kleinbus hätten. Solange nicht mehr Bedarf anmeldet werde, könne es kein Gemeindemobil geben.

"Sprache des Herzens"


AWO-Kreisgeschäftsführerin Angelika Würner berichtete über die Flüchtlingsarbeit vor Ort. Ihr Dank galt dem ATS Mitterteich, in dessen Vereinsheim aktuell sieben Asylbewerber untergebracht sind. "Ziel unserer Arbeit ist es, diese Leute in unsere Gesellschaft zu integrieren", sagte Würner über die im Landkreis betreuten Flüchtlinge. Helfen könnten dabei die Sportvereine. Die Bezahlung der Mitgliedsbeiträge sei kein Problem, bis zu zehn Euro könnten Flüchtlinge für sportliche Aktivitäten im Monat ausgeben. Auch Sprachbarrieren seien keine ernsthafte Hürde: "Wir sprechen mit der Sprache unseres Herzens."

Spezielle Ansprechpartner


Optimal wäre laut Angelika Würner, wenn es in jedem Verein einen speziellen Ansprechpartner gäbe. Auch wenn die Kinder das erste Mal einen Verein besuchen, sollten sie von zu Hause abgeholt und auch wieder zurückgebracht werden, damit sie das nächste Mal den Weg kennen. Abschließend stellte Würner klar: "Wir als Arbeiterwohlfahrt helfen immer, egal ob es sich um ein Flüchtlingskind oder um ein deutsches Kind handelt."

Gerhard Greim (SV Mitterteich) machte darauf aufmerksam, dass Sportvereine jetzt schon Probleme hätten, genügend Trainer, Betreuer und andere ehrenamtliche Kräfte zu finden. Zu den Heimspielen des SV sei übrigens jeder willkommen, für Kinder gelte freier Eintritt. Barbara Lugert ergänzte, dass Familien mit Kindern bei den Naturfreunden immer gerne gesehen seien.

Bürgermeister Grillmeier informierte, dass in der Stadt derzeit etwa 20 Flüchtlingskinder lebten. "Wir sollten diesen Kindern schon eine sportliche Chance geben." Für 2016 kündigte er einen Begegnungstag der Vereine an. Dabei könnten Einheimische ebenso wie Flüchtlinge Eindrücke sammeln. Peter Haibach sah in der Integration von Flüchtlingen auch eine Chance für die Sportvereine, ihre Aktivitäten auszuweiten. Für die Zukunft wünschte sich Roland Grillmeier eine noch engere Zusammenarbeit der Vereine mit den örtlichen Schulen.

Multifunktionsanlage


"Es wird sich nun zeigen, ob sich das realisieren lässt", sagte der Bürgermeister zu einer geplanten Multifunktionsanlage auf dem Gelände des SV Steinmühle. Entstehen soll dort ein Kunstrasenplatz, wobei in das Projekt bis zu sechs Sportvereine eingebunden werden sollen. "Das wird aber nur funktionieren, wenn die sechs Vereine und die Kommunen an einem Strang ziehen." Fördermittel würden rund 60 Prozent der Kosten decken. Zwischen Februar und März müssen die Brandschutzmaßnahmen in der Mehrzweckhalle verbessert werden. "Die Halle ist jetzt 30 Jahre alt", gab Grillmeier zu bedenken. Die Vereine bat er um Verständnis für eine mehrwöchige Sperrung im Zuge der Arbeiten.

Ein weiteres Thema war der Antrag der Schießsportgruppe der Krieger-, Soldaten- und Reservistenkameradschaft (KSRK) auf Aufnahme in den Stadtsportverband. Zwar war der Vorsitzende des Vereins nicht persönlich anwesend, was im Vorstand des Sportverbandes für Verwunderung sorgte, doch das Aufnahmegesuch wurde von den Sportvereinen mehrheitlich befürwortet.

Neun überregionale Titel


Nicht zuletzt berichtete Peter Haibach von weiter rückläufigen Mitgliederzahlen im Stadtverband. Gab es 2014 noch 3905 Mitglieder, so sind es heute knapp 100 weniger. Haibach ging auch noch auf die sportlichen Erfolge der vergangenen Monate ein, die bei der Sportlerehrung im neuen Jahr noch einmal herausgestellt werden. Insgesamt errangen Mitterteicher Sportler heuer sechs Oberpfalztitel, einen bayerischen Meistertitel und zwei deutsche Meistertitel.
Wenn die Stadt einen Vereinsbus anschafft, dann wird dieser auch angenommen.Peter Haibach, Vorsitzender des Stadtverbands für Sport
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