Teilhabe für alle Menschen

Nach dem Gespräch im Mehrgenerationenhaus unternahmen die Vertreter von Stadt und Lebenshilfe sowie die Mitglieder der Arbeitsgruppe "Inklusion" mit Regierungspräsident Axel Bartelt (Fünfter von rechts) und Sachgebietsleiter Rudolf Fröschl (rechts) einen Rundgang über den Unteren Markt. Bild: jr
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Mitterteich
17.01.2016
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Als eine von 16 bayerischen Modellkommunen unternimmt die Stadt Mitterteich große Anstrengungen zur Schaffung von Barrierefreiheit. Über den Marktplatzumbau und weitere Projekte informierte sich jetzt Regierungspräsident Axel Bartelt.

Bürgermeister Roland Grillmeier berichtete beim Gespräch mit Axel Bartelt und Rudolf Fröschl, Sachgebietsleiter Städtebauförderung der Regierung der Oberpfalz, von insgesamt 25 angemeldeten Projekten. Die gesamten Investitionen im Stadtbereich beliefen sich auf rund sieben Millionen Euro.

Im Mehrgenerationenhaus stellte der Bürgermeister zusammen mit Thomas Grillmeier vom städtischen Bauamt und Bauleiter Robert Ernstberger vom Ingenieurbüro Bork die Pläne für den Marktplatzumbau vor, der im Frühjahr fortgeführt wird. "Unser Ziel ist eine bessere Begehbarkeit des Marktplatzes", erklärte Thomas Grillmeier und verwies neben dem Austausch der Laufflächen auf ein neues Beleuchtungskonzept mit LED-Technik.

Vorbild für andere Orte


Bauleiter Robert Ernstberger ergänzte, dass künftig alle Geschäfte und Gastronomiebetriebe barrierefrei erreichbar sein sollen. "Wir wollen Stufen vermeiden, was aber angesichts der schwierigen Lage gar nicht so einfach ist." Roland Grillmeier sah den Ausbau als laufenden Prozess. "Erst wer sich intensiv mit der Thematik befasst, wird feststellen, wie schwer eigentlich Barrierefreiheit erreicht werden kann." Weiter nannte der Bürgermeister das Ziel, die Geschwindigkeit des innerörtlichen Verkehrs zu reduzieren. "Das hört sich alles ganz positiv an", lobte Axel Bartelt und sprach von vorbildlichen Bemühungen auf dem Weg zur Barrierefreiheit bis 2023. "Wenn sie diesen Prozess abgeschlossen haben, können anderen Kommunen diese Lösungen aufgezeigt werden", so Bartelt. "Wir wollen, dass sich Barrierefreiheit mehr und mehr ausbreitet". Mitterteich könne als Modellkommune in eine Liga mit Orten wie Starnberg, Günzburg und Traunstein aufsteigen.

Roland Grillmeier erwiderte, dass ohne staatliche Unterstützung natürlich nichts ginge. Gleichzeitig machte er deutlich, dass sich die Stadt auf das Wesentliche konzentriere. "So können wir die Bevölkerung mitnehmen." Kreis-Behindertenbeauftragter Reinhard Schön warf ein, dass sich die Idee von der Barrierefreiheit in den Köpfen der Menschen verankern müsse. "Uns ist es wichtig, dass sich Menschen mit Handicap frei bewegen und teilhaben können."

Ebenerdige Wohnungen


Schön gab zu bedenken, dass im Landkreis 11 500 Menschen ein Handicap hätten, rund 15 Prozent der Bevölkerung. Er forderte deshalb, dass der Bau ebenerdiger Sozialwohnungen vorangetrieben wird. Weiter bedauerte er, das bei Planungen im Wohnungsbau Behindertenbeauftragte oft gar nicht mit eingebunden seien. Diese könnten schon im Vorfeld wichtige Anregungen geben.

Axel Bartelt erläuterte, dass allein für die Oberpfalz rund 50,8 Millionen Euro für ein kommunales Investitionsprogramm zur Verfügung stünden. Anträge müssten bei der Regierung eingereicht werden. Christina Ponader von der Lebenshilfe stellte das Netzwerk Inklusion im Landkreis vor. Klar sei, dass Barrierefreiheit nicht von heute auf morgen erreicht werden könne, sondern in kleinen Schritten. "Es fängt in den Köpfen der Menschen an." Dem pflichtete Stadtrat Bernhard Thoma bei, auch mit Blick auf die Maßnahmen in Pleußen und Steinmühle.

Im Anschluss folgte eine Besichtigung des Unteren Marktplatzes. Mit dabei war auch Rollstuhlfahrerin Doris Scharnagl-Lindinger, die ganz bewusst auf Stolper- und Gefahrenstellen hinwies. "Wenn Sie die Arbeiten abgeschlossen haben, komme ich wieder und überzeuge mich von den Verbesserungen", versprach Axel Bartelt abschließend.
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