Vorsorge für den Ernstfall

Prall gefüllt war das Marktcafé des Mehrgenerationenhauses, als bei einem Infoabend die Themen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht im Mittelpunkt standen. Bild: jr
Vermischtes
Mitterteich
13.02.2016
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Damit hatten die Verantwortlichen des "Trauercafés" nicht gerechnet: Ein Vortrag zu den Themen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht stieß auf so große Resonanz, dass viele Interessierte keinen Platz fanden und wieder gehen mussten. Allerdings gab es das Versprechen, dass die Veranstaltung wiederholt wird.

Carmen Roose zeigte sich im Namen der Veranstalter hocherfreut über das enorme Interesse an dem Infoabend im Mehrgenerationenhaus. Weil auch die vorbereiteten Unterlagen nicht ausreichten, wies Roose darauf hin, dass das Material beim Fastenessen im Josefsheim nachgereicht wird.

Dr. Susanne Kreutzer, Leiterin der Palliativstation in Neustadt/WN, ging zunächst auf die Rechtslage ein. Aktive Sterbehilfe sei in Deutschland verboten. Passive Sterbehilfe, wie sie in den Palliativstationen geleistet werde, sei nicht nur gesetzlich erlaubt, sondern auch ethisch geboten. "Linderung der Leiden, auch wenn eine Verkürzung der Lebensdauer damit einhergeht, ist oberstes Gebot in der Palliativmedizin." Gerade bei schwerer Demenz oder anderen Gehirnschädigungen sei es notwendig, den Willen des Patienten zu kennen, um ihm gerecht werden zu können. Aus diesem Grund sei eine Patientenverfügung hilfreich und sinnvoll.

"Ausfüllen reicht nicht"


Eine Patientenverfügung erleichtere den Angehörigen, im Namen des Kranken zu entscheiden, wenn dieser nicht mehr dazu in der Lage ist. Äußerst wichtig sei es, mit den Angehörigen über die Verfügung auch zu reden. "Nur Ausfüllen reicht nicht." Hilfreich könne sein, die Verfügung ebenso wie die Vorsorgevollmacht, mit einem Notar zu besprechen und beglaubigen zu lassen. Letzteres habe aber keine Auswirkungen auf die Gültigkeit einer einmal geschlossenen Verfügung. Rein rechtlich seien eine notarielle Beglaubigung und eine Unterschrift des Hausarztes nicht erforderlich. Hilfreich für die behandelnden Ärzte sei es auch, wenn eine Patientenverfügung immer wieder neu mit Datum und Unterschrift bestätigt wird.

Carmen Roose ergänzte, dass eine Patientenverfügung auch bei einem Krankenhausaufenthalt sehr nützlich sei. Es helfe wenig, ein solches Dokument zu erstellen und es dann daheim zu lassen. Bei einer stationären Einweisung sollte die Verfügung unbedingt vorgelegt werden. "Die Ärzte und das Pflegepersonal müssen ja wissen, wie im Falle des Falles gehandelt werden muss." Auch eine Vorsorgevollmacht sei wichtig, wenn ein Mensch nicht mehr in der Lage ist, seinen Willen zu äußern. Weil es dabei unter anderem um weitreichende finanzielle Belange gehe, müsse diese gut durchdacht sein.

450 Euro gespendet


Dr. Susanne Kreutzer beantwortete im Anschluss noch zahlreiche Fragen. Carmen Roose bedankte sich bei der Referentin mit Blumen und bat dann um Spenden für die Palliativstation, da die Referentin auf ihr Honorar verzichtet hatte. So kamen insgesamt 450 Euro zusammen.
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Karl-Heinz Gleißner aus Mitterteich | 13.02.2016 | 18:04  
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