Vortrag von Schwester Teresa Zukic in Mitterteich
Die Kraft, Menschen zu ertragen

Mit Optimismus geht Schwester Teresa Zukic durchs Leben - und zeigt ihren Gästen, wie sie mit den Fehlern und Schwächen der Menschen umgehen können. Bild: jr
Vermischtes
Mitterteich
12.04.2016
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Schon seit Wochen ausverkauft war der Auftritt von Schwester Teresa Zukic. Aufgrund der Nachfrage war die Veranstaltung in den großen Saal in den Angerlichtspielen verlegt worden. Bild: jr

"Wir müssen aufhören, andere Menschen für unsere Vergangenheit und unser Unglücklichsein verantwortlich zu machen", appelliert Schwester Teresa Zukic an ihre Zuhörer. Mit einer Portion Humor fällt diese schwere Aufgabe leichter.

Keine Frage, die überwiegend weiblichen Besucher, es hatten sich nur wenige Männer ins Kino verirrt, waren von der sanften aber auch humorvollen Art von Schwester Teresa berührt und begeistert zugleich. Am Freitag war sie wieder einmal in der Region zu Gast.

Dieses Mal aber im großen Filmsaal der Angerlichtspiele, dort sprach sie auf Einladung des Mehrgenerationenhauses zum aktuellen Thema "Jeder ist normal, bis du ihn kennst". Im Anschluss an ihren gut 70-minütigen Vortrag gab die beliebte Ordensschwester noch fleißig Autogramme, oder ließ sich bereitwillig fotografieren. Eben doch schon ein kleiner Star. Mehrgenerationenhausleiterin Gudrun Brill freute sich über einen voll besetzten Kinosaal mit rund 150 Gästen. "Wir mussten nach hier ausweichen, weil das Interesse einfach so groß war", sagte sie auf NT-Nachfrage.

170 Vorträge


Schwester Teresa Zukic hatte derweil auf einer eigens aufgebauten Bühne Platz genommen. Die 51-jährige Ordensschwester stellte sich zunächst vor: Geboren in Slavonski Brod (Kroatien) ist sie seit 1996 deutsche Staatsbürgerin. Sie war einst hessische Meisterin am Schwebebalken und badische Meisterin im Fünfkampf. "Ich habe wöchentlich bis zu 40 Stunden trainiert, auch wenn man mir das heute nicht mehr ansieht". Erst dann fand sie den Weg zur Bibel und zu Gott. 1994 gründete sie den Orden "Kleine Kommunität der Geschwister Jesu". Ihre Aktivität galt dem Bemühen, den Glauben zu verbreiten. Dazu gehört für sie auch das Komponieren von Musicals. Schon neun Stücke hat sie komponiert und getextet. Ihre große Leidenschaft gilt den Kindern und den Jugendlichen, erzählt sie frei. Jährlich bestreitet sie bis zu 170 Vorträge im In- und Ausland, "mein Leben ist mein Hobby".

Ausführlich erzählte sie, wie sie sich auf das Abenteuer mit Jesus Christus einließ. Der aktuelle Vortrag "Jeder ist normal, bis du ihn kennst" handelt von der spirituellen Kraft, Menschen zu ertragen. "Jeder Mensch ist einzigartig auf dieser Welt, einfach einmalig", sagte sie und lächelte dabei. Dabei hätte jeder auch seine eigenen Fehler. Schwester Teresa wusste, dass die Menschen eine wahnsinnige Sehnsucht zur Beziehung, zur Gemeinsamkeit haben. "Menschen, die in einer Beziehung leben, die gesellig zusammenleben, werden älter, als jene Menschen, die alleine leben". Im Mittelpunkt des Vortrags stand das Menschsein, mit all seinen Fehlern und Schwächen. "Wir müssen lernen, mit Menschen besser umzugehen, als uns permanent kränken zu lassen. Wir müssen aufhören, andere Menschen für unsere Vergangenheit und unser Unglücklichsein verantwortlich zu machen". Natürlich geht alles leichter mit einer gehörigen Portion Humor, davon gab es am Freitagabend reichlich.

Gudrun Brill freute sich zum Abschluss über einen sanften, aber auch humorvollen Vortrag, der viele Zuhörerinnen berührt hat.
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