Weniger Fenster, geringere Kosten

Vermischtes
Mitterteich
08.06.2016
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Mit der Genehmigung des Bauantrags gab der Mitterteicher Stadtrat jetzt offiziell grünes Licht für die Sanierung der Grundschule und den Neubau des Caritas-Kinderhorts. Anders als noch bei der Vorstellung der Pläne vorgeführt (wir berichteten) wird sich die Fassade präsentieren.

Bürgermeister Roland Grillmeier hielt bei der Stadtratssitzung den druckfrischen Bauplan in den Händen. "Wir haben uns in den vergangenen Monaten ausführlich mit den Unterlagen befasst, den Bauplan brauche ich heute nicht mehr auszuteilen." Änderungen habe man noch einmal an der künftigen Fassade vorgenommen. Verzichten werde die Stadt auf ein aufwendiges Lüftungssystem, weshalb auch zahlreiche kleine Fenster wegfallen.

Dreijährige Planungsphase


"Wir haben jetzt eine ruhigere Fassade mit einer besseren Beschattung", so Grillmeier. Damit sei eine Kostensenkung möglich, die sich laut Grillmeier in einer Größenordnung von 200 000 bis 250 000 Euro bewegt. Der Fensteranteil werde von rund 60 auf 40 Prozent reduziert. Nach der Zustimmung durch den Stadtrat brauche es noch die schulaufsichtsrechtliche Genehmigung und die Zustimmung des Trägers des Kinderhorts, wie Grillmeier informierte. "Wir schließen heute die dreijährige Planungszeit ab", sagte Grillmeier und zeigte sich erfreut, dass man miteinander eine einvernehmliche Lösung gefunden habe.

Für CSU-Sprecher Josef Schwägerl sei das Wichtigste, dass man Kosten habe senken können. Die neue Optik der Fassade sei "Geschmackssache". "Ich kann mit dieser Lösung leben", so Schwägerl. Freilich müsse man nun die Ergebnisse der Ausschreibung abwarten. Die geschätzten Kosten beliefen sich aktuell auf 7,9 Millionen Euro, wobei die Stadt Mitterteich und die Gemeinde Leonberg je nach Anteil der Schüler einen Eigenanteil von etwa drei Millionen Euro stemmen müssen. Johann Brandl (SPD) sprach von einem langen und mühsamen Weg, der hinter dem Stadtrat liege. Das Ziel, eine bedarfsgerechte Schule zu planen, sei erreicht worden. Ausdrücklich dankte er für die gute Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg.

Irritiert von neuer Version


"Ein wenig irritiert" zeigte sich Brandl vom neuen Design der Fassade und machte darauf aufmerksam, dass der Stadtrat die ursprüngliche Version bereits genehmigt habe. Ein Alleinstellungsmerkmal habe man nun verworfen. "Wir als SPD sprechen uns für den Erhalt der ursprünglichen Fassade aus." Ansonsten signalisierte er uneingeschränkte Zustimmung zum Bauantrag. Bürgermeister Roland Grillmeier erinnerte an den am 2. Mai gefassten Grundsatzbeschluss, wonach das geplante ausgeklügelte Lüftungssystem wegfallen soll. "Wir haben den Wunsch des Stadtrats umgesetzt", so Grillmeier. Dies sei nur mit einer Änderung der Fassade möglich gewesen. "Viele der kleinen Fenster waren nur zu Lüftungszwecken vorgesehen." Zudem wären einige der Fenstern im Fußbodenbereich wohl Stolperfallen geworden. Im Übrigen komme auch das Stiftland-Gymnasium ohne Lüftungsanlage aus. Angelika Müller (SPD) meinte dazu: "Wenn die kleinen Fenster beim Lehrerpult angebracht worden wären, hätte es keine Stolperfallen gegeben."

Ernst Bayer (Freie Wähler) lobte den gefundenen Kompromiss und bewertete die jetzt gewählte Fassade als "etwas ruhiger". "Wir sollten nicht nur auf die Fenster schauen", sagte Bayer und mahnte dazu, stets die Barrierefreiheit dieses "Zukunftsobjekts" im Blick zu behalten. Das Wichtigste sei ohnehin, die Grundschule und den Kinderhort mit Leben zu erfüllen.

Bis auf Karl-Heinz Ernstberger (CSU) und die drei Sozialdemokraten Johann Brandl, Gerhard Greim und Angelika Müller stimmte der Stadtrat der Streichung des Lüftungssystems und der Änderung der Fassade zu. Einstimmig wurde schließlich der Bauantrag genehmigt. "Jetzt geht es in die nächste Runde", bemerkte abschließend Bürgermeister Grillmeier.
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