Wissen für „wahre Helden“

Was ist zu tun, wenn der Flüchtlingsstatus anerkannt wurde? Zu dieser Frage stellte das Jobcenter Tirschenreuth auf Einladung der AWO Informationen für ehrenamtliche Helfer bereit. Im Bild (von links) Jobcenter-Geschäftsführer Leonhard Merkl, AWO-Kreisgeschäftsführerin Angelika Würner, Christine Zandt, Hilke Janssen und Kathrin Bauer. Bild: jr
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Mitterteich
10.02.2016
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Massives Engagement zeigen die ehrenamtlichen Helfer in der Region bei der Betreuung und Integration von Flüchtlingen. Im Mitterteicher Mehrgenerationenhaus versorgte sie das Jobcenter Tirschenreuth nun mit einer Vielzahl wichtiger Informationen.

"Ohne ehrenamtliche Helfer würde es nicht gehen. Sie sind die wahren Helden", betonte Jobcenter-Geschäftsführer Leonhard Merkl bei der Zusammenkunft. Zur Fragestellung "Die Flüchtlingseigenschaft ist zuerkannt, was ist zu tun?" klärten er und weitere Mitarbeiter umfassend auf.

AWO-Kreisgeschäftsführerin Angelika Würner, auf deren Initiative hin das Treffen zustande kam, freute sich über den guten Besuch. Sie erklärte, dass nach der Anerkennung des Flüchtlingsstatus ein Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen bestehe. Dass die Menschen auch zu ihrem Recht kommen, müssten die Mitglieder des Helferkreises über die Regelungen Bescheid wissen.

"Unser Ziel ist eine vernünftige Zusammenarbeit aller Beteiligten", sagte Leonhard Merkl. "Größtes Problem dabei ist die Sprachbarriere." Derzeit werde beim Jobcenter ein sogenanntes "Fluchtteam" installiert. Dieses werde sich ausschließlich um die Belange der Flüchtlinge kümmern.

Gleiche Rechte und Pflichten


Teamleiter Hilke Janssen berichtete, dass ein anerkannter Flüchtling als erstes Dokument eine Fiktionsbescheinigung erhält. Nur gegen deren Vorlage gewähre das Jobcenter Leistungen. Hilke Janssen ergänzte, dass anerkannte Flüchtlinge auch arbeiten dürften - Voraussetzung dafür sei aber der Besuch eines Integrationskurses. "Die Leute müssen unsere Kultur, unser Recht, unser Leben und unsere Sprache kennenlernen." Ausdrücklich betonte die Sprecherin, dass beim Jobcenter keine Unterschiede zwischen deutschen und ausländischen Empfängern gemacht würden: "Alle haben die gleichen Rechte, aber auch die gleichen Pflichten." Derzeit betreut das Jobcenter Tirschenreuth insgesamt 1400 Personen, die Hartz-IV-Leistungen beziehen. "Unser klarer gesetzlicher Auftrag lautet, diese Leute in den Arbeitsmarkt zu bringen."

Wichtig ist laut Janssen auch, dass ein anerkannter Flüchtling bei der Antragstellung persönlich im Jobcenter erscheint. Ein Dolmetscher und ehrenamtlicher Betreuer als Begleiter seien ausdrücklich erwünscht. Bei der Antragstellung werde dann das neue "Fluchtteam" größtmögliche Hilfestellung geben.

Kathrin Bauer (Teamleiterin Leistung) stellte vor, was bei der Antragstellung zu beachten ist. Wichtig sei, dass Vollmachten vorliegen, wenn die ehrenamtlichen Helfer bei der Antragstellung Unterstützung leisten sollen. Am Ende beantworteten die Mitarbeiter des Jobcenters noch gerne die Fragen der versammelten ehrenamtlichen Helfer.
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