Kritik an der geplanten EEG-Reform
Grüne Karte für Gabriel

Stadtrat Reiner Summer, Max Zintl jr. und der Leonberger Bürgermeister Johann Burger (von links) bei der Diskussion um die Novelle des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes. Bild: hfz
Wirtschaft
Mitterteich
30.05.2016
255
0

Eigentlich, so sollte man meinen, müssten alle zufrieden sein mit dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz. Sind sie aber nicht. Vor allem Biogas-Betreiber stinkt die geplante Novelle. Aber nicht nur ihnen.

Weil es nach ihrer Meinung bei der Energiewende "5 vor 12" ist, trafen sich exakt um diese Zeit bei der Firma "Green Energy" Vertreter des Bauernverbandes, des Fachverbandes Biogas, der Solarwirtschaft und der Windenergie, um ihrem Unmut Luft zu machen. Hunderte von grünen Luftballons wurden in Richtung Berlin geschickt. Auf dem Anhänger die Aufforderung an etwaige Finder, die Postkarte an Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel weiterzuleiten. "Rettet die Energiewende" heißt es da. Und dass die geplante EEG-Reform die Energiewende abwürge.

Den dynamischen Ausbau der Erneuerbaren Energien derart drastisch einzuschränken, halten wir klima- und wirtschaftspolitisch für falsch, heißt es in einer Presseerklärung. "Stattdessen muss es unser gemeinsames Ziel sein, die Potenziale für einen Umbau der Energiewirtschaft weiter zu fördern und die Verknüpfung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität auf den Weg zu bringen."

In einem persönlichen Schreiben weist Johanna Zintl, gemeinsam mit Ehemann Max Geschäftsführerin von "Green Energy" darauf hin, dass die Biogas betreffenden Bausteine des Referentenentwurfs nicht dazu beitragen, gerade die derzeit schwer gebeutelten Milch- und Fleischerzeugungsbetriebe zu unterstützen. "Durch die Vergärung der landwirtschaftlichen Reststoffe, wie Gülle und Mist, würden diese einen wertvollen Beitrag zur Energiewende und zum Umweltschutz beitragen.

Dabei wäre das durchaus ein Zusatzeinkommen für die Landwirte, sei mit der Biogas-Gülle eine pflanzenverträglichere und gezieltere Düngung möglich, würde Ammoniak in den Stallungen reduziert, gäbe es weniger Geruchsbelästigung bei der Ausbringung und damit mehr Akzeptanz in der Bevölkerung.

Biogas und Landwirtschaft würden durch kleinere Hofanlagen zu einem geschlossenen System und erlaubten eine hohe Wertschöpfung in der Region. Außerdem würde damit eine nachhaltige Landwirtschaft ermöglicht. Die Akteure gestehen zwar zu, dass das Erneuerbare Energiegesetz in die richtige Richtung weise, aber in den landwirtschaftlich strukturierten Betrieben Bayerns kaum rentabel umzusetzen sei, während in anderen Bundesländern ein Wettbewerbsvorteil entstehe. Kleinanlagen seien auch deshalb so wichtig, heißt es in dem Schreiben weiter, weil die Einsatzstoffe kostenlos zur Verfügung stünden und der Strom günstiger als mit nachwachsenden Rohstoffen zu erwirtschaften sei.

"Um die Stromerzeugung aus Biomasse zu stabilisieren, den im EEG vorgesehenen moderaten Anlagenneubau zuzulassen und eine echte Anschlussregelung für Bestandsanlagen zu schaffen, muss der Ausbaukorridor dringend angepasst werden." Die Akteure sprechen sich aber auch für den Ausbau der Wind- und Solarenergie aus.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.