Mehrere Standbeine der Einkommenssicherung auf bäuerlichen Betrieben
Rat vom Minister: Risiko streuen

Nicht nur sorgenvolle Gesichter gab es beim Besuch von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (Zweiter von rechts). In den Urlauberwohnungen von Thomas Beer (links) überzeugten sich die Gäste von der Qualität der Unterkünfte. Bild: jr
Wirtschaft
Mitterteich
11.07.2016
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Kleinsterz. Nicht nur Klagen über Kormoran, Otter und Biber bekam der bayerische Landwirtschaftsminister bei seinem Besuch im "Land der 1000 Teiche" zu hören (wir berichteten). Helmut Brunner informierte sich auch über die Praxis der Einkommenskombination eines Fischbetriebes in der nördlichen Oberpfalz. Teichwirt Thomas Beer bietet erlebnisorientierte Führungen für Schulklassen und Gruppen an, kombiniert damit Direktvermarktung, Bauernhofgastronomie und Urlaub auf dem Bauernhof. Dabei unterstützen ihn seine Lebensgefährtin Carolin Schuller und seine Familie, die entsprechende Qualifizierungen absolviert haben.

"Mischkonzern"


Minister Brunner bezeichnete dies als "beeindruckenden Mischkonzern", der gerade in schwierigen Zeiten für die Landwirtschaft das Risiko breit streue. Nicht nur die Spezialisierung auf einen großen Betriebszweig, sondern auch die Kombination vieler kleiner Einkommensstandbeine könne die Wirtschaftlichkeit bäuerlicher Betriebe sichern. Sehr gut gefiel Brunner, dass der Gastgeber keinen "Show-Betrieb" für Urlaub auf dem Bauernhof oder Erlebnisführungen anbiete, sondern hochwertige Lebensmittel und nachwachsende Rohstoffe erzeuge.

Beim Hofrundgang stellte Betriebsleiter Thomas Beer auch seinen Werdegang vor. Er habe sich als gelernter Schreiner auf dem zweiten Bildungsweg über das Bildungsprogramm Landwirtschaft, die Gehilfenprüfung zum Landwirt und die Landwirtschaftsschule Tirschenreuth bis zum Fischwirtschaftsmeister Fachwissen erworben. Seine Teichwirtschaft umfasse beinahe 40 Hektar in der Tirschenreuther Teichpfanne. Die landwirtschaftliche Fläche werde mit Chinaschilf als nachwachsender Rohstoff sowie Getreide und Mais bebaut. Damit werde das Fischfutter zum Teil selbst erzeugt.

Eine Gaststätte befindet sich im umgebauten Gewölbe des ehemaligen Rinderstalles. Neu gestaltet wurden fünf Fremdenzimmer und eine Ferienwohnung sowie der Innenhof mit Überdachung der Balkone und eigenem Zugang von außen. Thomas Beer sagte, ihm sei sehr daran gelegen, produzierender landwirtschaftlicher Betrieb zu bleiben. Die verschiedenen Standbeine im Bereich Direktvermarktung und Genuss, Erlebnis, Tourismus im Zusammenhang mit der Urproduktion bildeten eine sich ergänzende Wertschöpfungskette.

Neue Erlebnispfade


Beer plant, den Trend "Übernachtung in besonderen Unterkünften" auszubauen und in Ferienhäuschen am Teich, Hochsitze oder auch ein Fahrzeug für Teichführungen zu investieren. In der vom Behördenleiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Wolfgang Wenisch, moderierten Diskussion wurden weitere Aspekte aufgegriffen, die für eine Betriebsentwicklung erforderlich sind. Zu den touristischen Rahmenbedingungen kündigte der Leiter der Bayerischen Staatsforsten, Gerhard Schneider, einen Walderlebnispfad am Rand der Waldnaabauen an. Dieser würde noch ergänzt um die Thematik Fisch und Teich, für die sich besonders der Vorsitzende der Arge Fisch, Hans Klupp, stark machte.

Ely Eibisch als Vorsitzender des Bayerischen Bauernverbandes sah auch die Notwendigkeit, über moderne Landwirtschaft einschließlich nachwachsende Rohstoffe zu informieren; ein entsprechender Erlebnispfad dazu sollte ebenfalls entstehen. Die neue Tourismusmanagerin des Landkreises, Stephanie Wenisch, hielt diese Idee einer "Naturerlebniswelt Waldnaabauen" aus Sicht des Fremdenverkehrs aber auch für die heimische Bevölkerung für ein hervorragendes Vorhaben, für das es entsprechende Förderprogramme gebe: Den Minister bat sie, alles zu tun, dass diese Förderprogramme erhalten bleiben, aber nicht immer komplizierter werden.
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