Mitterteich: Widerstand gegen vorgesehene Kostenumlage für Wasserversorgungsanlage
300 Unterzeichner an einem Tag

Die Umlage der Kosten für die Wasserversorgung schlägt weiter hohe Wellen. Im Bild die Initiatoren der Aktion "Bürgerwillen", von links Harald Dümler, Johann Brandl, Andreas Duda und Heribert Hegen. Bild: jr
Wirtschaft
Mitterteich
22.10.2014
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Es geht um 5,53 Millionen Euro: Gegen die vorgesehene Umlage der Kosten für die Wasserversorgungsanlage formiert sich Widerstand. Die Aktion "Bürgerwillen" will den Aufwand gerechter als bisher geplant verteilt wissen.

Schon mehrere 100 Mitterteicher hätten die Unterschriftenaktion bereits unterstützt, erklärten Andreas Duda, Heribert Hegen, Johann Brandl und Harald Dümler dem NT. Die Maßnahme an sich sei sinnvoll und notwendig. "Wasser ist ein wichtiges und gesundes Lebensmittel, dies muss bei den Verbrauchern in bester Qualität ankommen."

Vorschlag von Bürgermeister Roland Grillmeier kommt nicht gut an

Nicht einverstanden sind die Initiatoren der Aktion aber mit dem in der Bürgerversammlung vom Bürgermeister genannten Vorschlag: Roland Grillmeier sprach davon, dass 70 oder 80 Prozent der Kosten über Beiträge und der Rest über Gebühren abgerechnet werden sollen. "Die Leute warten darauf, dass wir zu ihnen kommen. Sie unterschreiben sofort", berichtete Heribert Hegen, der eine andere Abrechnungspraxis als über den Wasserverbrauch sozial ungerecht nannte.

Brandl unterstützt privat

Johann Brandl betont ausdrücklich, dass er die Initiative als privater Bürger und nicht als Stadtrat unterstützt und erklärt: "Wir wollen, das die 5,53 Millionen Kosten ausschließlich auf den Wasserverbrauch umgelegt werden. Wer viel Wasser braucht, muss auch mehr zahlen." 500 000 Kubikmeter Wasser würden in Mitterteich jährlich verbraucht; für einen Kubikmeter Wasser müssten 10.50 Euro bezahlt werden. Bei 100 Kubikmeter Wasserverbrauch im Jahr wären dies 1050 Euro für die Neufassung der Wasserversorgung. Brandl wünschte sich weiter, dass diese Kosten entweder auf einmal bezahlt werden können, oder über vier Jahre auf den Wasserpreis der Stadt umgelegt werden. Welche Möglichkeit der Bürger will, soll er selber entscheiden können.

Wasserverbrauch Grundlage für Kostenlegung

"Der eigene Wasserverbrauch soll Grundlage für die Kostenlegung sein und nichts anderes", erklären die Initiatoren weiter und fragen sich. "Was haben Grundstücks- und Geschossflächen mit dem Wasserverbrauch zu tun?" Johann Brandl berichtete von zahlreichen Kommunen, die genau diese Abrechnung über den Wasserverbrauch wählten. "Wir wollen nur eine gerechte Abrechnung". Dass in der Bevölkerung Unmut über die gewünschte Abrechnungs-Modalität der Stadt herrscht, beweist die Tatsache, dass innerhalb eines Tages 300 Unterschriften gesammelt wurden.

Einvernehmliche Lösung

"Entscheidend muss der Bürgerwille sein und nichts anderes", hieß es bei dem Pressegespräch. Deshalb bauen die Initiatoren auf den Stadtrat, der am 10. November über die Modalitäten der Verteilung der Kosten beschließen wird. "Unser Ziel ist eine einvernehmliche Lösung. Der Stadtrat sollte nochmals über eine gerechte Kostenverteilung nachdenken. Wichtig ist die Meinung des Volkes", sagte Harald Dümler.

Informationsabend

Weiter kündigen die Initiatoren an, noch vor dem 10. November eine Infoveranstaltung für alle Bürger zu halten. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben. Wer schon jetzt die Aktion "Bürgerwillen" unterstützen will, kann seine Unterschrift bei den vier Initiatoren leisten. Sie erklärten, dass sie ein Bürgerbegehren gegen den Stadtratsbeschluss anstrengen wollten, falls das Gremium am 10. November zu einer anderen Mehrheit als gewünscht kommt.
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