Schott sichert Standort Mitterteich
Millionen für mehr Sauerstoff

Eine neue Skyline wird die Stadt Mitterteich erhalten, wenn die Sauerstoff-Erzeugungsanlage der Firma Linde mit den 14 Meter hohen Tanks auf dem Schott-Gelände realisiert ist. Anfang 2018 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Am Freitag ist der Spatenstich. Illustration: Schott AG
Wirtschaft
Mitterteich
28.10.2016
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Die Rohrglas-Wannen bei Schott in Mitterteich brauchen Sauerstoff, damit sie gut arbeiten können. Dafür baut die Linde AG eine eigene Anlage. Für einen zweistelligen Millionenbetrag. Dass sollte eigentlich für Beifallsstürme bei den Stadtvätern sorgen. Tut es aber nicht unbedingt.

Linde betreibt bereits zwei Anlagen zur Sauerstofferzeugung auf dem Schott-Gelände. Die Kapazitäten reichen aber nicht mehr aus, seit die neue Rohrwanne in Betrieb gegangen ist. Deshalb wird der für die Produktion notwendige Sauerstoff in verflüssigter Form zusätzlich angeliefert - per Lastwagen.

"Durch die Optimierung des Versorgungskonzeptes wollen wir nicht nur die Kosten senken, sondern auch sicherstellen, dass die zuverlässige und wirtschaftliche Versorgung unserer Schmelzwannen mit einer konstant guten Sauerstoff-Qualität auf Dauer gewährleistet ist", sagt Projektleiter Klaus Keilwerth.

Seit über zwei Jahren laufen bereits die Planungen. Nächsten Freitag, 4. November, ist der offizielle Spatenstich. Im März 2017 sollen schon die Fundamente errichtet sein, Anfang 2018 die erweiterte Anlage in Betrieb gehen. Während Linde diese baut, übernimmt Schott selbst die notwendigen Energieversorgungs-Einrichtungen. Am vergangenen Montag diskutierte der Bauausschuss den Bauantrag. Nach unseren Informationen durchaus auch kritisch. Nicht wegen der Investition, sondern wegen der Ausführung. Da wurden Bedenken laut, dass die 14 Meter hohen Tanks einen neuen Blickfang und ein neues Einfahrtstor zur Stadt schaffen würden.

Die Frage, ob man die Anlage nicht teilweise im Boden versenken könnte, verneinten die Vertreter von Schott und Linde. Abgesehen von den Mehrkosten stünden in erster Linie Regelungen des Arbeitsschutzes dagegen. Außerdem sei der jetzt gewählte Standort der am besten geeignete. Sonstige Freiflächen auf dem Betriebsgelände würden für mögliche weitere Bauvorhaben benötigt. Auch die Frage, ob man nicht statt der großen Tanks mehr kleinere errichten könnte, verneinten die Firmenvertreter. "Der Höhenunterschied wäre nicht unbedingt zu bemerken, dafür würde die Front nur verlängert." Außerdem: "In einem Industriegebiet sind nun mal Industrieanlagen."

Schließlich folgte der Bauausschuss der Meinung von Bürgermeister Roland Grillmeier. "Einen Schönheitspreis gewinnen wir nicht, aber mit dem Projekt wird viel in die Zukunftssicherung des Standorts Mitterteich investiert. Dem können wir uns nicht verschließen." Und der Anregung, die Tanks mit einem anderen Farbton zu versehen, standen die Firmenvertreter offen gegenüber.

Mit dem Projekt wird viel in die Zukunftssicherung des Standorts Mitterteich investiert.Roland Grillmeier
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