Spatenstich für neue Sauerstoff-Erzeugungsanlage bei Schott in Mitterteich
Baustein zur Zukunftsfähigkeit

Zahlreiche Unternehmensvertreter um Schott-Standortleiter Stefan Rosner (Fünfter von links) und Olaf Reckenhofer (Sechster von rechts), Geschäftsführer von Linde Gas Deutschland, sowie stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler und Bürgermeister Roland Grillmeier (Vierter und Fünfter von rechts) beteiligten sich am symbolischen Spatenstich für die neue Sauerstoff-Erzeugungsanlage. Bilder: Grüner (3)
Wirtschaft
Mitterteich
04.11.2016
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Um die Ausdehnung der Rohrglas-Produktion langfristig sicherzustellen, entsteht bei Schott in Mitterteich eine neue Anlage zur Sauerstofferzeugung. Dazu investiert die Linde AG einen zweistelligen Millionenbetrag. Am Freitag erfolgte der Spatenstich für das nicht unumstrittene Projekt.

Zwar gibt es auf dem Gelände bereits zwei Anlagen dieser Art, doch deren Kapazität reicht seit der Inbetriebnahme der neuesten Rohrwanne nicht mehr aus. Die zusätzliche Versorgung mit verflüssigtem Sauerstoff muss aktuell mit Lastwagen bewerkstelligt werden. Damit soll nach der geplanten Inbetriebnahme der neuen Anlage zum 1. Januar 2018 Schluss sein.

"Das ist ein wesentlicher Baustein für die Zukunftsfähigkeit unseres Standorts", betonte dessen Leiter Stefan Rosner vor zahlreichen Führungskräften und Projektbeteiligten beider Unternehmen. Rosner machte deutlich, dass der Einsatz reinen Sauserstoffs, wie er seit Jahren anstelle von vorgewärmter Luft verwendet wird, mit erheblichen Energieeinsparungen und niedrigeren Emissionen verbunden sei. Zudem werde ein hohes Qualitätsniveau bei der Produktion gewährleistet.

Stefan Rosner richtete Dankesworte an die Behörden von Stadt und Landkreis sowie die in das Projekt eingebundenen Teams von Linde und Schott. Die Verhandlungen seien "nicht immer ganz einfach" gewesen, wie der Schott-Standortleiter bekannte. Dies bestätigte auch Olaf Reckenhofer, Geschäftsführer von Linde Gas Deutschland: "Es war keine gemähte Wiese." Die Verhandlungen seien hart, aber stets fair verlaufen. Dabei sei es nicht nur um den Preis gegangen, sondern eben auch um strategische Fragen und örtliche Bedingungen.

"Wir sind glücklich, dass wir Schott wieder als Kunden gewinnen konnten", betonte Reckenhofer. Linde beliefert Schott seit 15 Jahren, wobei vor 10 Jahren eine zweite Sauerstoff-Anlage hinzugekommen ist. Der Vertrag für die dritte Anlage wurde zunächst über 15 Jahre abgeschlossen. Reckenhofer sprach von einem "Meilenstein" zur Festigung des Vertrauens. Die genaue Höhe der Investition nannte er nicht - stattdessen war von einem "niedrigen zweistelligen Millionenbetrag" die Rede.

Wenn die Anlage in Betrieb geht, können pro Stunde 7700 Kubikmeter Sauerstoff erzeugt werden. Wollte man eine solche Kapazität auf dem Lieferweg bereitstellen, müsste etwa alle zwei Stunden ein Lastzug anrollen, erklärte Olaf Reckenhofer.

Kritik an dem Projekt war im Vorfeld wiederholt im städtischen Bauausschuss aufgekommen (wir berichteten). Bedenken gibt es vor allem wegen der Optik - die circa 14 Meter hohen Tanks der Anlage würden künftig deutlich die Stadteinfahrt prägen, wie es hieß. Vorschläge zur Verwendung niedrigerer und dafür breiterer Tanks bzw. zur Absenkung in den Boden hatten Vertreter beider Firmen zurückgewiesen. Genannt wurden hier etwa Platzmangel und sicherheitstechnische Aspekte.

Es war keine gemähte Wiese.Olaf Reckenhofer


Es war nicht immer ganz einfach.Stefan Rosner
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