Bayern-3-Dorffest bei besten Bedingungen
Fröhliches und friedliches Festival mit 70.000 Leuten

Freizeit
Moosbach
10.09.2016
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Mit einem Besucherrekord von 70 000 Menschen schreiben die Moosbacher am Samstag beim Bayern-3-Dorffest Geschichte. Das erste Mal ist eine oberpfälzische Gemeinde Ausrichterin dieses Festivals. Den Gästen wird es als fröhliche und friedliche Veranstaltung in Erinnerung bleiben.

Die Anspannung im Vorfeld des achten Bayern-3-Dorffestes am Samstag war bei den Verantwortlichen riesengroß. Organisationsteam der Gemeinde, Polizei, Feuerwehr und BRK hatten sich auf den Besucheransturm bestens vorbereitet. Die immense Zahl von 70 000 in den Ankündigungen ermunterte und beängstigte zugleich. Als sich am Samstag schon Stunden vor dem offiziellen Einlass um 14 Uhr die ersten Leute vor dem Eingang zum Festgelände tummeln, ist zu erahnen, dass die Schätzungen des BR zutreffen könnten.

Die Frühaufdreher Sebastian Winkler, Corinna Theil und Sascha Seelemann begrüßen kurz nach 15 Uhr mit einem Musikstück ihr Publikum: "Moosbach, heut' ist der große Tag, auf den ihr Monate gewartet habt." Einige Tänzer der Bayern-3-Band tragen das bekannteste Geburtstagskind des Tages, den Moosbacher Bürgermeister Hermann Ach, auf die Bühne. Natürlich singen Moderatoren und Besucher dem 46-Jährigen ein Ständchen. Seelemann blickt in etliche Tausend Gesichter: "So viele waren es bei den vorangegangenen Dorffesten um diese Uhrzeit noch nicht!" Kurz, aber sehr emotional bedankt sich der Bürgermeister bei den Gästen und bei den zahllosen Helfern.

Applaus für Unterdießen


Extra begrüßt und vom Publikum mit Applaus bedacht werden die im Finale unterlegenen Oberbayern. Mit einem Bus sind rund 70 Unterdießener nach Moosbach gekommen. Wie unzählige andere Anreisende waren sie lange Zeit im Stau gestanden. Egal ob über die Autobahn oder über Vohenstrauß und Burgtreswitz: Schon vor 16 Uhr geht es für die Autos nur mehr höchstens im Schritttempo vorwärts. Viele lassen ihr Fahrzeug stehen und marschieren die letzten Kilometer zum Festgelände Richtung Saubersrieth.

Der Chef-Organisator der Unterdießener, Christoph Welz, ist begeistert von der "grandiosen Location hier in Moosbach". Zwar sei man nach dem Ausscheiden im Finale kurz traurig gewesen, umso schöner sei es jedoch, jetzt mit den Siegern feiern zu können. Ähnlich beschreibt es Felix Appel, Initiator der letztjährigen Sieger-Gemeinde Tiefenlesau, die mit vier Bussen angereist ist: "Das ist ein tolles Fest, das dir keine Event-Agentur so planen kann. Wenn dich das Dorffest-Fieber-Gefühl packt, dann bist du einfach gepusht und stehst bereit, um zu helfen."

Und genau dieses Gefühl ist in all den Versorgungsständen rings um das Gelände auszumachen. Grillbuden, Kaffee-Theke, Eis-Wagen oder Schmink-Stand für die Kinder: alles klappt reibungslos. Das bestätigt auch Tourismus-Chefin Claudia Rieß, die zusammen mit Sebastian Sperl die Bewerbung zum BR abgeschickt hatte. "Es bedanken sich so viele Besucher bei uns, dass wir das Fest zum ersten Mal in die Oberpfalz gebracht haben." Ulrike Guttenberger, Peter Wittmann und Sandro Stefinger haben laut Rieß bei der Organisation der 23 Buden unglaublich gute Arbeit geleistet.

Namika, Milow und Mark Forster


Während Namika als erste Künstlerin des Dorffestes vor allem die jungen Mädchen in den ersten Reihen verzaubert, versucht ein sehr großer Teil des Publikums, einen Platz im Schatten zu ergattern. Unterm Sonnenschirm auf der Bierbank lässt sich die Sängerin auf drei Leinwänden bei bester Soundqualität genauso gut verfolgen. Andere breiten eine Decke aus und genießen die Musik im Liegen. Familien mit Kleinkindern oder Babys machen es sich ebenfalls gemütlich.

Als Milow kurz nach 19 Uhr die Bühne betritt und Songs aus seinem neuen Album "Modern Heart" interpretiert, schickt die Abendsonne die letzten warmen Strahlen auf das Festareal. Auch wenn es nun kühler wird, die Lederhosen-Fraktion wird bis zum Ende durchhalten. Immer noch strömen Gäste herein. Längst ist ein weiterer Parkplatz bei Moosbach in Absprache mit der Polizei ausgewiesen worden, da die vorbereiteten 15 000 Stellplätze besetzt sind.

Als um 21 Uhr der als Hauptact angekündigte Mark Forster mit seiner Band die Bühne in Beschlag nimmt, setzen sich die BR-Verantwortlichen mit der Polizei zusammen und ermitteln anhand einer Luftaufnahme die Besucherzahl. Die Komplettübersicht wird in Quadratraster eingeteilt, die eine genaue Berechnung ermöglichen. Das Ergebnis bedeutet einen Besucherrekord von 70 000.

Martin Zehent, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Vohenstrauß, spricht von einem "friedlichen, fröhlichen Fest", das aus polizeilicher Sicht kaum besser hätte ablaufen können. Zehent: "Es ist gigantisch, dass eine solche Veranstaltung ohne jegliche Vorkommnisse über die Bühne geht."

Blasen und Insektenstiche


Die 250 eingesetzten Rettungskräfte registrierten laut BRK-Pressesprecher Sebastian Windschügl insgesamt 112 Patienten, von denen 5 in die umliegenden Krankenhäuser gebracht wurden. "Die meisten Fälle waren der Hitze geschuldet", erklärt Windschügl und zählt vor allem Kreislaufbeschwerden, Blasen an den Füßen oder Insektenstiche auf.

Nachdem Mark Forster sein "Au Revoir" gesungen und sich beim Publikum mit "vielen, vielen, vielen Dank, Moosbach" verabschiedet hat, erfüllt ein fulminantes Feuerwerk den Sternenhimmel. Danach sollen die Besucher das Festgelände zügig verlassen. Viel Geduld müssen dann noch einmal Tausende Autofahrer aufbringen. Beide Parkplätze münden in die kleine Staatsstraße 2160. Am Ende wird sich jedoch jeder Besucher der Dorffestes 2016 an ein fröhliches und gelungenes Festival in Moosbach erinnern.


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Ilse Baumer aus Oberviechtach | 11.09.2016 | 20:31  
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