Gemeinde kämpft ums Bayern-3-Dorffest
Moosbach im Wettkampfmodus

Die Bürgermeisterkette trug Hermann Ach bei den Aufnahmen für das Bewerbungsvideo zum Bayern-3-Dorffest noch ein Stückchen stolzer als sonst. "Das war wirklich ein sehr emotionaler Moment", bekennt der Rathauschef. Bild: gi
Freizeit
Moosbach
11.08.2016
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Er ist einer der Stars des Bayern-3-Dorffests: Mark Forster. Bild: hfz/David Koenigsmann

Sogar Pfarrer Josef Most bittet am Altar die Gottesdienstbesucher: "Auf zum Bayern-3-Dorffest." Aber nicht nur der Geistliche hilft, die Musikstars Mark Forster, Milow und Namika nach Moosbach zu holen.

Die Gemeinde im Altlandkreis Vohenstrauß ist der Oberpfälzer Vertreter für den Wettbewerb um das Bayern-3-Dorffest. Ihr Bewerbungsvideo hat die Verantwortlichen des Radiosenders offenbar überzeugt. "Wenn ich unseren Beitrag mit denen der anderen fünf Konkurrenten vergleiche, dann haben wir den besten. Unser Video ist überragend", ist Bürgermeister Hermann Ach schon im Wettkampfmodus.

Um überhaupt so weit zu kommen, waren viel Arbeit und Hirnschmalz nötig. Da die Moosbacher 2017 ihr elftägiges Heimatfest feiern, ist der extra dafür gegründete Werbe-Ausschuss immer auf der Suche nach Reklamemöglichkeiten. "Wir waren die Übeltäter", bekennt Claudia Rieß. Die Gemeindemitarbeiterin schlug zusammen mit ihrem Kollegen Sebastian Sperl im Ausschuss die Bewerbung fürs Dorffest vor.

Am Mittwoch vergangener Woche kam eine E-Mail des Radiosenders. Die Moosbacher sollten sich mit einem zweiminütigen Video vorstellen. Dabei sollten sie möglichst viele Bürger aktivieren und Lust auf ihren Ort machen. Das Motto: "Menschen, Tiere, Sensationen." Dafür hatten die Oberpfälzer sieben Tage Zeit.

"Wir haben uns am selben Abend noch zusammengesetzt und uns verschiedene Szenen überlegt. Besonders viele junge Leute haben sich eingebracht", blickt Rieß zurück. Freitagvormittag machte sich Bürgermeister Ach auf den Weg nach Schierling, um von einem Freund eine Profikamera zu holen. Am Mittag starteten die Dreharbeiten.

Die verschiedenen Szenen sind darauf ausgerichtet, dass die Moosbacher für das Bayern-3-Dorffest alles liegen und stehen lassen. Zu sehen sind die Kindergartenkinder, Faschingsgestalten, die Senioren der "Hutzastubm" und die Veehharfen-Gruppe. Aber auch bei der Firma Rappl fliegt der Besen in die Ecke, und die Brandschützer aus Ödpielmannsberg stolpern vor lauter Eile über einen alten roten Feuerwehrhelm. Die SpVgg-Fußballer bilden noch schnell einen Mannschaftskreis, ehe sie Richtung Festplatz sprinten.

Geistlicher Beistand


Tierische Unterstützung kommt von der Familie Sauer. Denn auch das Rote Höhenvieh will das Dorffest nicht verpassen. Und die Festdamen und Burschen nutzen mal eben die "Sommerwiesn" in Albersrieth, um sich in Szene zu setzen. Geistlicher Beistand kommt von Pfarrer Josef Most und Professor Alfred Hierold. Nach der Sonntagsmesse fordern sie Ministranten und Gottesdienstbesucher auf: "Auf zum Bayern-3-Dorffest".

"Das war der Wahnsinn, wie alle mitgemacht haben. Manche Szenen haben überhaupt nicht mehr in das Video gepasst", ist Rieß noch immer fasziniert von der Einsatzbereitschaft der Moosbacher. Der längste Drehtag ging am Sonntag über die Bühne. Zur Abschlusssequenz kamen über 500 Leute in den Kurpark. "Das war Gänsehaut pur. Das hätte ich nicht gedacht, dass so viele mitmachen", strahlt die Gemeindemitarbeiterin noch immer.

In die gleiche Kerbe schlägt der Rathauschef: "Ich bin noch immer begeistert und überwältigt. Das war eine logistische Meisterleistung." Der Werbeeffekt für seinen Ort sei schon jetzt riesig. Zudem hätten die Bürger gezeigt, dass sie hinter Moosbach stünden. Die nächsten Aufgaben werde die Gemeinde "mit ganz viel Spaß" angehen.

Falls das Dorffest in die Oberpfalz kommt, geht es am 10. September auf mehreren Feldern zwischen Moosbach und Saubersrieth über die Bühne. „Bis auf einen waren alle Grundstücksbesitzer sehr aufgeschlossen“, verrät Ach. Bei schönem Wetter rechnet er in seiner 2500-Seelen-Gemeinde mit bis zu 70 000 Gästen. Die Frage, ob der Markt eine solche Veranstaltung überhaupt leisten kann, empfindet der Bürgermeister fast als kleine Beleidigung. „Das stemmen wir ohne Probleme. Vor allem wenn ich sehe, wie sich die Vereine und Bürger in diese Sache reinknieen.“

Viele Klicks und eine "Dorfmission"


Zum achten Mal verschenkt der Radiosender Bayern 3 das Dorffest. Am Samstag, 10. September, spielen Mark Forster, Milow und Namika live und bei freiem Eintritt. Sechs Gemeinden haben sich für das Online-Voting qualifiziert. Für die Oberpfalz geht Moosbach ins Rennen. Zudem sind Wörnitz/Feuchtwangen (Landkreis Ansbach, Mittelfranken), Kellmünz/Pleß (Neu-Ulm, Schwaben), Schirnding (Wunsiedel, Oberfranken), Unterdießen (Landsberg am Lech, Oberbayern) und Dietersburg (Rottal-Inn, Niederbayern) dabei.

Die Abstimmung läuft ab Freitag, 12. August, 7.10 Uhr auf www.bayern3.de. Aber nicht nur die Klicks im Internet zählen. Zusätzlich haben die Kandidaten die Chance, bei den "Dorfmissionen" eine Aufgabe zu lösen und so weitere Bonus-Stimmen zu sammeln.

Das Online-Voting endet am Dienstag, 24. August, um 7 Uhr. Die zwei Gemeinden mit den meisten Klicks ziehen ins Finale ein. Dort treten sie am Samstag, 27. August, von 9 Uhr bis 12 Uhr jeweils in ihrem Ort in einem Wettbewerb gegeneinander an. Danach steht fest, wo das Dorffest über die Bühne geht. Bisher hat es noch keine Oberpfälzer Gemeinde geschafft, die Veranstaltung in ihren Ort zu holen. Falkenberg (2010) und Waldershof (2015, beide Landkreis Tirschenreuth) schafften es aber auch schon in die Runde der letzten sechs Bewerber. Falkenberg stand sogar im Finale. Scheiterte dort aber an Inzell.

"Voting-Partys" im und vorm Rathaus


Moosbach. (gi) Im und ums Rathaus steigen am Montag und Sonntag, 15. und 21. August, ab 14 Uhr "Public-Voting-Partys" für das Bayern-3-Dorffest in Zusammenarbeit mit dem "Storm-Clan" und der Feuerwehr Moosbach. W-Lan ist vorhanden. Für Bewirtung ist gesorgt. Wenn möglich, sollten Besucher Tablets, Laptops und Smartphones mitbringen. Für diejenigen, die technisch nicht so ausgestattet sind, werden Laptops aufgebaut, so dass jeder Besucher für das Dorffest in Moosbach stimmen kann.
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