Hubert Treml im Schloss Burgtreswitz
Grimm-Märchen in Mundart

Mundart-Märchenprinz Hubert Treml hat die bekanntesten Märchen der Gebrüder Grimm "entstaubt" und gab sie im voll besetzten Saal im Schloss Burgtreswitz zum Besten. Bild: gi
Kultur
Moosbach
31.10.2016
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Hubert Treml reist derzeit als Mundart-Märchenprinz durch die Lande. Am Wochenende machte er im Schloss Burgtreswitz Station.

Burgtreswitz. Mal lustig, mal poetisch ging es bei dem abendfüllenden Sammelsurium an "verwurschtelten" Grimm-Geschichten unter dem eigenwilligen Titel "I spinn" zu. Der restaurierte Festsaal war voll besetzt, als Treml die Zuhörer über zwei Stunden in die Grimmschen Hexen-, Königs- und Prinzessinnenwelt entführte.

Handlung etwas anders


Natürlich war die Handlung der Märchen etwas anderes als sonst angelegt. Treml hatte sie in den Oberpfälzer Dialekt umgeschrieben und mit poetisch-heiterem Nonsens begeisterte er nicht nur die Märchenliebhaber. Viele waren gekommen, um den Liedermacher auch einmal live zu erleben und das restaurierte und jetzt durch einen Fahrstuhl versehene Schloss kennenzulernen.

Eine mit Farben und Licht stimmungsvoll gestaltete Bühne schuf die Voraussetzung für einen packenden Abend. Von der frechen Parodie "Rapunzel" (Treml nannte sie Rapunzlerich), dem "Froschkönig" (Fruaschprinz), der monumentalen Gstanzl-Oper "Frau Holle", dem Dornröserl, dem Hansl und Greterl sowie einigen anderen Volksmärchen zog er das Grimmregister. Sein heiteres Beruferaten gipfelte in der Aussage "I bin Lehrer und brauch an Kaffee".

"Die Märchen sind nicht eins zu eins übersetzt", warnte Treml die Besucher gleich am Anfang seines Programms. Was sie hörten, war eine einzigartige, lebensfreudige Mischung aus Humor und Seele. Er begleitete seine Lieder mit der Gitarre. Das begeisterte die Zuhörer. Sie klatschen, lachten und sangen mit.

Erlös für Bücherei


Zum Schluss forderten sie noch eine Zugabe. Treml überschüttete sie mit einer Flut unaussprechlicher neuer Oberpfälzer Laute und Worte. Die Leiterin der Gemeinde- und Pfarrbücherei Moosbach, Claudia Landgraf, freute sich mit ihrem Team über das Gastspiel von Treml. Sie gab bekannt, dass der Erlös der Bibliothek zugutekomme. Mit lustigen Vierzeilern dankte auch Treml fürs Kommen. Er war sehr angetan von dem angenehmen und anspruchsvollen Ambiente im Schlosssaal. In der Pause boten die Frauen vom Bücherei-Team viele Köstlichkeiten an.
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