Landestheater Oberpfalz präsentiert Indien im Schloss Burgtreswitz
Schnitzeljagd auf Österreichisch

Im mittelalterlichen Hof des Schlosses Burgtreswitz mit seinem herrlichen Ambiente liefen die Schauspieler in der Tragikomödie "Indien" zur Höchstform auf. Bild: gi
Kultur
Moosbach
26.07.2016
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Burgtreswitz. Der Titel "Indien" war für viele Besucher im Schloss etwas irreführend. Handelte es sich doch um ein schwarzhumoriges, todtraurig-komisches Stück über zwei Beamte, die verdonnert waren, in der österreichischen Provinz Gasthäuser zu testen. Regisseur Till Rickelt setzte die Tragikomödie gekonnt in Szene.

In einer lauen Sommernacht präsentierte das Landestheater Oberpfalz (LTO) am Samstagabend das Stück im fast voll besetzten gefüllten Schlosshof. Die Gäste sahen eine theatralische Groteske von derb-menschlicher Art, deren Humor sich nicht sofort aufdrängte, sondern erst im Laufe des Stücks zum Tragen kam.

Wiener Dialekt


Der Vorsitzende des Fördervereins Schloss Burgtreswitz, Peter Garreiss, begrüße die Gäste und ging kurz auf die Geschichte von Burg und Schloss ein. Diese ist sehr stark von den Lichtenstern-Pflegern und Richtern geprägt. Der Sprecher freute sich deshalb besonders über die Anwesenheit des Barons von Lichtenstern aus Neusath, einem Nachkommen dieser Pflegerdynastie.

Die beiden Hauptdarsteller Florian Wein als Kurt Fellner und Bernhard Neumann als Heinz Bösel wuchsen über sich selbst hinaus. Insider behaupteten, dass es sich um das bisher "beste Indien" überhaupt handelte.

Seinen Anteil daran hatte auch das Publikum, das voll mitging. Der dritte im Bunde, Stefan Puhane, der einen mürrischen Wirt und wortkargen Arzt spielte, hatte es ebenfalls in sich. Bösel verkörperte den derben Schnitzeltester mit Wiener Dialekt und ganz derben Sprachschatz. Er zeigte sich cholerisch, ungepflegt und war immer darauf bedacht satt zu sein. Vier Wiener Schnitzel am Stück waren ihm nicht zu viel. Der zweite Tester Fellner, ein Schwätzer, war akkurat und hörte sich gerne über fremde Kulturen wie Indien reden.

Beide waren charakterlich sehr unterschiedlich und rieben sich daran heftig. Durch ihre Arbeit waren sie aber aneinander gekettet. Deshalb entstand im Verlauf eine tiefe Freundschaft. Und als der eine an Krebs erkrankte, stand der andere ihm bis zum Ende zur Seite. Neben den zwei Testern trat der Wirt und Arzt in einer fast stummen Rolle auf, die aber nicht weniger wichtig war. Witz und Tragik lagen bei "Indien" ganz nah beieinander. Lang anhaltender Beifall des Publikums war der Dank an die Darsteller.
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