"Alles geht nur mit den Bauern"

BBV-Kreisvorsitzender Josef Fütterer sprach in der Gebietsversammlung die gesamte Problempalette an, die es für Landwirte gibt. Bild: gi
Lokales
Moosbach
25.11.2015
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Täglich stehen Landwirte vor neuen Rechtsfragen. Sie sind dem Gesetzgeber fast ausgeliefert, wäre da nicht der Bayerische Bauernverband. In der Gebietsversammlung im Gasthaus Bock wurde das wieder deutlich.

Fachberater Klaus Gieler riss in seinem Referat aktuelle Fragen an, darunter das neue Beitragsverfahren der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften, oder der Nachweis der Pflanzenschutzsachkunde. Wer für 2015 den Nachweis einer Teilnahme an einem Sachkundelehrgang nicht nachweisen kann, dem drohen der Verlust des Bestandsschutzes und die Aberkennung der Berechtigung zur Pflanzenschutzausübung.

Gieler wies auch auf eine Anpassung des Mindestlohns für mitarbeitende Familiengehörige ab 1. Januar von 7,60 auf 8 Euro hin. Erfreulich sei aber, dass es seit 1. Juli keine Aufzeichnungspflicht der Arbeitsstunden mehr gebe.

Viele Probleme

Kreisvorsitzender Josef Fütterer sprach die gesamte Problempalette an: Düngeverordnung, Anlagenverordnung, Schonung von Nutzflächen, innovative Alternativen bei Kompensation, ökologische Energiewende, Bioenergie und Leistungsnetz, NEC-Richtlinie, bäuerliche Tierhaltung und EU-Agrarpolitik. "Alles geht aber nur mit den Bauern, nicht gegen sie", machte Fütterer deutlich.

Ab 2016 müsse für jedes Feldstück eine Düngerbedarfsberechnung gemacht werden. An der Einführung der Hoftorbilanz ab 2018 werde festgehalten. Die Lagerkapazität für Wirtschaftsdünger ist auf die Belange des Betriebes abzustimmen. Die NEC-Richtlinie bedeute einen Abbau von Ammoniak und Methan bis 2030 um 39 Prozent. "Da müsste jedes zweite Stück Vieh weg", warnte Fütterer.

Wegen der Preismisere und Trockenheit dieses Sommers habe der Bauernverband einen Zehn-Punkte-Forderungskatalog erstellt. Darin werde unter anderem die Aufstockung der Mittel für die Unfallversicherung in den kommenden drei Jahren um je 100 Millionen Euro und die vollständige Nutzung der 900 Millionen-Euro-Abgabe für Direkthilfen an Milcherzeuger gefordert.

Außerdem verlange der Bauernverband ein Moratorium bei den Auflagen der Düngemittelverordnung, der NEC-Richtlinie, der Anlagenverordnung und der TA-Luft. Wildschweinschäden nannte der Kreisvorsitzende eine Katastrophe. "Sie wühlen sich bis in das Fahrsilo hinein." Viele Landwirte sind jetzt schon "Energiewirte". "In der Zukunft werden wir sie wohl 'Umweltwirte' nennen müssen", vermutete er.

Stellvertretende Landrätin Margit Kirzinger sprach auch die neue Pfreimdbrücke in Burgtreswitz an. Sie spalte die Einwohner. "Warten wir ab, wie sich die Dinge entwickeln", bat sie die Bevölkerung. Sollte etwas untragbar werden, so müsse man gegensteuern. Der Kreistag werde sich bemühen, eine für die Anlieger erträgliche Situation zu erreichen.

Borkenkäfer wütet

Bürgermeister Hermann Ach stellte einige Berührungspunkte zwischen Landwirten und dem Markt fest. An erster Stelle die Wasserversorgung. Auch beim Straßenunterhalt müssen Gemeinde und Landwirte zusammenarbeiten. Als großes Thema bezeichnete der Rathauschef den Holzeinschlag im Kurpark. Niemand wolle einen Kahlhieb. Aber leider wüte der Borkenkäfer in dem Bestand. "Ich habe den Käfer aber da nicht rein getan", bat Ach um Verständnis für den Holzeinschlag.
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