Aufklärung das A und O

Applaus gab es von den Zuhörern, die auch über die Drogenprävention bei Jugendlichen mitdiskutierten, für Kriminaloberrat Thomas Bauer und Gerhard Krones (stehend, von rechts). Bürgermeister Hermann Ach dankte ihnen mit Geschenken. Bild: gi
Lokales
Moosbach
19.11.2015
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Das Thema "Drogenprävention bei Jugendlichen" lockte viele Besucher in den Rathaussaal in Moosbach. Dabei beantworteten zwei Experten die Fragen der besorgten Eltern.

Kriminaloberrat Thomas Bauer aus Weiden und der frühere Leiter der Caritas Suchtambulanz Gerhard Krones haben mit "Need no Speed" ein beachtliches Präventionsprojekt aufgebaut. Beide legten Wert darauf, nicht in einem einseitigen Monolog zu referieren, sondern im Frage-Antwort-Gespräch auf die Dinge einzugehen. Und die Anwesenden hatten etliche Fragen.

Bürgermeister Hermann Ach begrüßte viele Interessierte. "Welche Warnzeichen sind an den Kindern zu erkennen, wenn sie Drogen konsumieren?", war die erste Frage besorgter Eltern. Erste Verdachtsmomente gebe es bei geändertem Freundeskreis, beim Wegbleiben des Kindes über Nacht, bei erröteten Augen, kleinen Pupillen und einem nicht endenden Redeschwall. Andere Anzeichen sind laute Musik die ganze Nacht hindurch, körperliche Unruhe, Gereiztheit oder Aggressivität. "Das erste Mal werden Sie es aber noch nicht merken", warnte der Kriminaloberrat.

Vorsicht geboten

"Wenn aber eine Trantüte plötzlich Vollgas gibt, ist Vorsicht geboten." In diesem Fall sollten die Eltern aber unbedingt ruhig bleiben und sich informieren. Die Beschaffung der Droge erfolge meist über Freunde oder die Clique. Der Raum Moosbach/Eslarn sei hier keineswegs verschont. Es gebe Vertriebsorganisationen über die Grenze. Die Preise liegen bei 3 Euro für 0,1 Gramm. Schon das reiche für einen "schönen Abend".

"Die Eltern gehen das nicht gleich aus, denn eine Leberkässemmel koste das auch." Krones stellt klar, dass der erste Drogenkonsum noch nicht in die Abhängigkeit führe. Abhängigkeit bedeute Schlaf- und Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Angstzustände, eine Veränderung der Haut, Nachlassen der Konzentrations- und Merkfähigkeit. Im Gehirn werde einiges zerstört.

"Verbote bringen nichts", warnte Krones. Zuerst müssten sich die Eltern informieren und dann mit den Kindern reden. Die beiden Fachleute bedauerten, dass der Alkohol oft nicht als Droge gesehen werde. Nach Crystal und Marihuana stehe der Alkohol aber an dritter Stelle. Kriminaloberrat Bauer erklärte, dass viele Eltern es gar nicht glauben, wenn ihre Kinder zur Droge greifen. Das erschwere oft die Ermittlungen. Für ganz wichtig hielt er die Aufklärung in der Schule im Alter von 12 bis 14 Jahren. Wichtig sei dabei, dass die Eltern ebenfalls von der Schule informiert werden. Die beiden Experten würden ohnehin nur Bildungseinrichtungen besuchen, wenn vorher ein Elternabend stattgefunden habe.

Auch die strafrechtliche Situation für Drogendealer wurde angesprochen. Weil durch die Drogen oft Leben oder die Gesundheit junger Menschen zerstört werde, sollten die Strafen entsprechend hoch sein.
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