Erinnerung an unsägliches Leid

Die Moosbacher erinnerten am Kriegerdenkmal mit ihren tschechischen Gästen an die Opfer beider Weltkriege. Bürgermeister Hermann Ach hielt die Gedenkrede. bIld:
Lokales
Moosbach
18.11.2014
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Zum Friedensgottesdienst war Bischof Frantisek Radkovsky aus Pilsen nach Moosbach gekommen. Er hielt es für schrecklich und unglaublich dass sich die Menschen in der Vergangenheit so unmenschlich benahmen.

Schüler aus Moosbach und Weißensulz (Bela nad Radbzou) gedachten ihrer gefallenen Angehörigen und erinnerten an die schrecklichen Geschehnisse während des Zweiten Weltkriegs sowie der Vertreibung. Die Fahnenabordnungen der Kriegervereine Moosbach und Etzgersrieth, Feuerwehren Moosbach, Saubersrieth und Gröbenstädt, der Schützengesellschaft, des OWV, der Kolpingsfamilie und des Frauenbunds hatten sich im Altarraum aufgestellt. Schüler, Pfarrgemeinderatssprecherin Elisabeth Völkl sowie Kamila Cislerova sorgten für die Lesungen.

Bischof Frantisek Radkovsky sprach auch die Vertreibung der Sudetendeutschen sowie die Gewaltverbrechen der Kommunisten nach dem Zweiten Weltkrieg an. Freude zeigte er über die Entwicklung der Beziehungen von Deutschland und der Tschechischen Republik. Mit Sorge ging das Oberhaupt des Bistums Pilsen auf die aktuellen Krisenherde ein. Aber auch die Kleinkriege zwischen uns Menschen müssten schnell verschwinden. Domkapitular Johannes Neumüller hob das gute Verhältnis der beiden Bistümer Pilsen und Regensburg hervor.

"Frieden mit uns selbst"

Nach dem Friedensgottesdienst begleitete die Moosbacher Blasmusik unter Leitung von Franz Sturm alle Teilnehmer zum Ehrenmal am Marktplatz. Hier hatten Soldaten Ehrenwache bezogen. Nach einem Choral betete Bischof Radkovsky für den Frieden. "Machen wir aber zuerst Frieden mit uns selbst, damit unsere Kinder und Kindeskinder einmal mit Stolz den Namen Mensch tragen können."

Schrecken erlebt

Bürgermeister Hermann Ach erinnerte an das unsägliche Leid der beiden Weltkriege. "Leider sei der Krieg in den letzten Jahren immer näher an unsere Oberpfalz herangerückt." Auch in Moosbach gebe es nun Menschen, vor allem Asylbewerber, die schreckliche Kriegshandlungen miterlebt haben.

Zweite Bürgermeisterin Kamila Cislerova sprach von einem Glück, dass seit 69 Jahren in Mitteleuropa Frieden herrsche. "Unsere Kinder aus Bela und Moosbach haben bereits gemeinsam viele Stätten des Grauens besucht." Das Motto müsse deshalb lauten "Nie wieder Krieg". Auch Oberstabsfeldwebel Eduard Pröls sprach die Kriegsgräuel an und legte wie die anderen Sprecher zu Ehren der gefallenen Kameraden einen Kranz nieder, ebenso der Vorsitzende der Krieger- und Reservistenkameradschaft, Karl Liebl.

Die Heumadener gedachten bereits am Freitagabend der Gefallenen und Vermissten. Der Vorsitzende der Feuerwehr, Hans Stahl, legte am Ehrenmal einen Kranz nieder. Pfarrer Hermann Schötz betete für die Opfer beider Weltkriege. Das Bläserquartett Moosbach begleitete die Feierlichkeiten. In Etzgersrieth zogen Vereine und die Feuerwehr Rückersrieth mit Pfarrer Josef Most nach dem Gottesdienst zum Kriegerdenkmal. Der Vorsitzende des Kriegervereins, Wolfgang Piehler, hielt die Gedenkrede. Zweiter Bürgermeister Fritz Steinhilber legte einen Kranz nieder und die Kapelle Bayrisch Blech spielte dazu. Soldaten aus Oberviechtach hielten am Denkmal die Ehrenwache.
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