Gewalt meist im Verborgenen

Gewalt gegen Frauen ist das Thema einer Ausstellung im Moosbacher Rathaus. Die Leiterin des Frauenhauses Weiden, Marianne Kleber-Meierhöfer (Mitte), stellvertretende Landrätin Margit Kirzinger (Zweite von rechts) und Bürgermeister Hermann Ach eröffneten die Schau. Bild: gi
Lokales
Moosbach
06.02.2015
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"Gewalt gegen Frauen ist fast alltäglich." Diese bedauerliche Feststellung machte Bürgermeister Hermann Ach bei der Eröffnung der Ausstellung "Häusliche Gewalt" im Moosbacher Rathaus.

Das Frauenhaus Weiden hat die Wanderausstellung organisiert, die bis 27. Februar zu sehen ist. Der Rathauschef wies auf die vielen Gewalttaten gegen Frauen hin, die sich meistens im Verborgenen in Familien abspielen.

Das Frauenhaus Weiden biete den Opfern Hilfe, Zuflucht und Betreuung an. In Anlehnung an Dalai Lama sagte Ach, dass Gewalt der menschlichen Natur widerspreche. Stellvertretende Landrätin Margit Kirzinger freute sich, dass die Ausstellung nun auch im östlichen Landkreis ermöglicht wurde. Sie erinnerte an frühere Diskussionen bei der Einrichtung des Frauenhauses, bei dem der Bedarf angezweifelt wurde. Zum Einzugsgebiet gehören die Stadt Weiden sowie die Landkreise Neustadt und Tirschenreuth. Heute stellen diese Kommunen die erforderlichen Mittel im Haushalt bereit.

Schreckliche Situation

"Denken wir uns in die schreckliche Situation der Frauen, die von einem Tag auf dem anderen ihr Leben völlig neu ordnen müssen um wieder Fuß zu fassen. Sie brauchen unsere Hilfe." Kirzinger appellierte an die Frauen, die Schau zu besuchen und wies auf die Möglichkeit der Beratung hin. Man müsse also nicht gleich im Frauenhaus bleiben. Sozialpädagogin Marianne Kleber-Meierhöfer stellte die Einrichtung vor und betonte die Trägerschaft der Diakonie Weiden. Ihr Haus habe täglich mit Opfern häuslicher Gewalt zu tun. "Frauen, die keinen anderen Ausweg sehen, sich von der Gewaltspirale zu befreien, kommen hierher. Oft mit ihren Kindern. Bei uns leben sie an einem geschützten Ort, ohne Angst haben zu müssen vor Übergriffen, Beschimpfungen und Erniedrigungen. Unabhängig vom Aufenthalt im Frauenhaus können sich Frauen bei uns beraten lassen um Auswege aus Gewaltsituationen zu finden."

Kleber-Meierhöfer betonte, dass die Ausstellung Betroffenen Mut machen und zeigen soll, dass sie nicht alleine sind. Auch deren persönliches Umfeld solle angesprochen werden. Verwandte, Freunde, Nachbarn oder Arbeitskollegen sollten nicht wegschauen, sondern hellhörig werden, wenn sie Anzeichen häuslicher Gewalt wahrnehmen.

Pro Jahr 60 Frauen

Jährlich kommen etwa 60 Opfer mit fast ebenso vielen Kindern ins Weidener Frauenhaus, um Schutz und Zuflucht zu finden. "Es gibt viele Frauen, die den Weg ins Frauenhaus noch nicht gefunden haben", bedauerte sie. Die Ausstellung soll einen Beitrag leisten, damit auch diesen Frauen geholfen werden kann.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.diakonieweiden.de/html/frauenhaus.html
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