Grabsteine keine Mauerblümchen

Helene Rolle, Peter Franz (von links) und Peter Garreiss (rechts) vom Heimatkundlichen Arbeitskreis übergaben die Bildtafeln an Bürgermeister Hermann Ach (Zweiter von rechts). Bild: gi
Lokales
Moosbach
30.04.2015
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Der Friedhof in Moosbach an der Straße zur Wieskirche birgt viele historische Schätze. Die möchte der Heimatkundliche Arbeitskreis bewahren.

Zwei besondere Exemplare sind die beiden unter Denkmalschutz stehenden Grabmäler aus den Jahren 1575 und 1626. 1575 starb Bürgermeister und Bäckermeister Georg Portner. Der sehr dekorative Grabstein, auf dem seine Ehefrau und seine elf Kinder abgebildet sind, stand zunächst auf dem alten Friedhof mitten im Ort neben der Pfarrkirche "St. Peter und Paul". Um 1600 wurde der Stein auf den neuen Friedhof umgesetzt.

Bedeutender Hammerherr

Der zweite Grabstein stammt aus dem Jahr 1626 und erinnert an Hammermeister Hans Pleyer aus Krebenstett (Gröbenstädt). Folgende Aufschrift ist zu lesen: "Im Jahr 1626, den 21. November zu Mittag ist in Gott selig entschlafen der ehrenfeste Herr Hans Pleyer, Hammermeister zu Krebenstett seines Alters 90 - Gott verleihe ihm und allen Christen eine fröhliche Auferstehung." Pleyer gehört zu den bedeutenden Hammerherren von Gröbenstädt.

Lange Zeit unbeachtet

Lange Zeit blieben die beiden inzwischen sehr verwitterten Grabsteine von der Öffentlichkeit unbeachtet. Nun hat sie der Heimatkundliche Arbeitskreis (HAK) in seine Obhut genommen. Peter Garreiss stellte aus seinem Archiv die fast 40 Jahre alten Fotos der beiden Steine zur Verfügung. Darauf sind die über 400 Jahre alte Zahlen und Buchstaben noch gut zu erkennen. Die Aufnahmen stammen von 1978, heute sind die Aufschriften an den Grabmälern völlig unleserlich.

Martin Götz von der Firma Moosbacher Druckprofis fertigte aus den Bildern zwei äußerst witterungsbeständige Bildtafeln mit Glasschutz. Bauhof-Arbeiter haben sie neben den Grabmälern an der Granitmauer in Nähe des Leichenhauses angebracht. Helene Rolle, Peter Franz und Garreiss vom Heimatkundlichen Arbeitskreis übergaben die Tafeln nun an Bürgermeister Hermann Ach. Er lobte die Arbeit des HAK und bat die Verantwortlichen, sich auch weiterhin um die Geschichte der Marktgemeinde zu kümmern. Auch im Hinblick auf das Heimatfest 2017 sei diese Arbeit besonders wichtig.
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