Holzpreis bleibt im Keller

Lokales
Moosbach
29.10.2015
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Die Sägewerke haben genug Vorräte. Dazu hat starker Windwurf im Süden Bayerns die Holzpreise sinken lassen. Mit dieser Erkenntnis müssen derzeit die Waldbesitzer leben. Es kommt auf den richtigen Zeitpunkt an, Holz zu verkaufen.

So fasste der Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung Eslarn-Vohenstrauß, Hans-Peter Lang, beim Gebietstreffen der Waldbesitzervereinigung im Gasthaus Brandstätter die Lage auf dem Holzmarkt zusammen. Geschäftsführer Albert Gollwitzer zeichnete das Bild noch etwas düsterer: "Auch für das nächste Jahr gibt es derzeit keine Anzeichen für eine positive Preisänderung."

Standards einhalten

Lang sprach von einem "nicht beeinflussbaren" Preis, weil noch immer dessen Wetterabhängigkeit spürbar sei, auch wenn im heimischen Gebiet keine aus der Trockenheit heraus entstandenen Schäden bekannt seien, die ein verstärktes Holzfällen erfordert hätten. Die Windwurfschäden im Süden Bayerns hätten allerdings die Preise sinken lassen. Es sei wichtig, in den Wäldern gewisse Standards einzuhalten, weil selbst von "höherer Ebene" herab geplant sei, bis zu 15 Prozent der Privatwaldfläche stillzulegen. Um dem entgegenzuwirken, sei die Zertifizierung des Waldes notwendig.

Lager gefüllt

Im Heizwerk Vohenstrauß seien derzeit die Lager gefüllt, berichtete Lang. Bei der Ausschreibung für das Heizwerk Neustadt/WN habe die WBV nur den zweiten Platz belegt, könne aber dennoch darauf hoffen, als Holzlieferant in Betracht zu kommen. Generell seien die Lager mit Sägewerksnebenprodukten voll, weil derzeit auch keine größeren Heizanlagen gebaut würden, bedauerte der Vorsitzende.

Gollwitzer sah keinen Anlass für ein Ansteigen der Preise im nächsten Jahr. Die Fichte koste pro Festmeter Stammholz derzeit 85 Euro, bei Fixlänge 83 Euro, die Kiefer liege bei 75 Euro für Stammholz und 73 Euro für Fixlänge. Gesucht werde derzeit Stammholz, weil sich daraus der Bedarf der Sägewerke besser decken lasse. Um die Mindestmengen bei den Sägewerken einzuhalten, empfahl Gollwitzer den Zusammenschluss von mehreren Waldbesitzern auf einen Lastkraftwagen.

Forstamtmann Albert Urban informierte über die Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung bei Aufforstungsmaßnahmen. Klarer Unterschied zu früherer Förderung: Jetzt wird die Zahl der Pflanzen bezuschusst, wobei zwischen Nadelholz und Laubbäumen unterschieden wird. Auch bei Naturverjüngung sollte man nicht auf die finanzielle Unterstützung des Freistaates verzichten. Eindringlich bat Urban die Waldbesitzer bei Erstaufforstungen und Rodungen unabhängig des Umfanges in jedem Fall die Genehmigung des Landratsamtes einzuholen. Der Forstamtmann sprach auch das Problem Borkenkäfer an. Anhand eines 30 Jahre alten Flyers des Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten zeigte Urban auf, dass sich seither im Wissen um den Käfer noch nicht viel verändert habe. "Die Natur hat das Geheimnis um diesen Käfer bewahrt."

"Rettungskette Forst"

Zum Abschluss der Gebietsversammlung stand die "Rettungskette Forst" auf der Tagesordnung. Mit Hilfe der Hinweisschilder, beispielsweise NEW 2056, kann die Rettungsleitstelle bei einem Unfall schnellstmöglich eine ärztliche Hilfe zu diesem Punkt schicken. Vor dort aus müssen die Einsatzkräfte zur verunglückten Person gebracht werden. Mit einem Film wurde ein Unfall mit Personenschaden dargestellt.

Weitere Gebietsversammlungen der WBV Eslarn-Vohenstrauß fanden in Tännesberg und Altenstadt bei Vohenstrauß statt. Am Montag, 2. November, 20 Uhr sind die Mitglieder der WBV aus Pleystein, Waldthurn, Georgenberg und Waidhaus zur Gebietsversammlung in Pleystein, Hotel "Regina", eingeladen.
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