Im Wasserlauf der Zeit

Die Tiefbrunnenbohrung 1970 brachte sensationelle zehn Liter pro Sekunde. Ohne den Brunnen wäre es um die Moosbacher Wasserversorgung schlecht bestellt. Repro: gi
Lokales
Moosbach
28.08.2015
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Seit Jahrhunderten hatte die Gemeinde Moosbach Probleme mit der Wasserversorgung. Nie gelang aber der große Wurf. Erst Mitte der 1970er Jahre konnte der Markt mit einer Tiefbrunnenbohrung alle Schwierigkeiten beseitigen.

Die ersten Nachrichten einer Gemeinschaftsversorgung in Moosbach gehen in das 16. Jahrhundert zurück. Die Gemeinde bat die Obrigkeit um Überlassung von 35 bis 40 Stämmen Föhrenholz aus den kurfürstlichen Wäldern, um daraus Röhren für die Wasserleitung machen zu lassen. Der Röhrenkasten wurde auf dem Marktplatz in der Kirche ausgestellt. Das Wasser wurde aus den rund 700 Schritte entfernten Steinlingwiesen abgeleitet. Zahlreiche Anwesen unterhielten Brunnen. Aber bei trockenen Sommern kam es immer wieder zur Wassernot.

Kein Geld für Techniker

1903 hatten die Verantwortlichen genug von den Problemen. Sie beschloss den Bau einer Wasserleitung aus dem Gebiet des Heilinghof. Den Zuschlag für die Bauarbeiten erhielt am 8. März 1903 die Firma Brochier aus Nürnberg. Die Kommune hatte nicht die Mittel für die Anstellung eines eigenen Technikers für den Bauführerposten. Deshalb wurde das königliche Wasserversorgungsbüro in München gebeten, einen geeigneten Beamten mit diese Arbeiten zu beauftragen.

Hand- und Spanndienste

Glück hatte Moosbach, dass die Wassersuche in Heilinghof von Erfolg gekrönt war. Für 700 Mark erwarb sie die Quellrechte vom Ökonom Johann Schweigl mit Notariatsvertrag vom 10. Februar 1903. Zu den Kosten von 43 194 Mark musste die Gemeinde 30 000 Mark an Schulden aufnehmen. Wegen der damals herrschenden Wassernot wurden die Arbeiten sehr schnell durchgeführt und schon am 2. September 1903 übergab die Firma die Wasserleitung.

Im Laufe der folgenden Jahre, kam es aber erneut zu Versorgungsproblemen. Deshalb erwarb die Gemeinde 1934 eine weitere Quelle vom Landwirt Georg Ulrich, Heilinghof, für 300 Goldmark. Die Anschlusskosten in Höhe von 200 Mark bezahlte der Markt. Die Bürger leisteten dazu umfangreiche Hand- und Spanndienste. Und noch immer nicht war die Wasserversorgung gesichert. 1950 wurde deshalb ein weiterer Wasserleitungsbau mit Kosten von 98 560 D-Mark durchgeführt.

In den folgenden Jahren setzte rege Bautätigkeit in Moosbach ein. Daneben wurde der Fremdenverkehr ausgebaut. Es folgten Betriebsansiedlungen sowie öffentlichen Einrichtungen wie Kindergarten, Schule und Hallenbad. Dies überforderte die Wasserversorgung. Zwischenlösungen wie der Bau einer Leitung von Moosbach nach Grub mit Anschluss an die Wasserversorgung Heumaden 1970 linderten die ärgste Wassernot. Im Mai 1970 erwarb die Gemeinde im Zuge des Flurbereinigungsverfahren Gröbenstädt von den Eheleuten Michael und Margareta Baier aus Grub ein Grundstück im Gruberbachtal.

Dort begannen im Herbst 1970 Versuchsbohrungen durch die Firma Etschel & und Meyer, Hof. Die Bohrung glich damals einer Sensation, denn das Oberpfälzer Urgestein gab aus einer Tiefe von 43 Metern bestes Trinkwasser von zehn Litern pro Sekunde frei. 1976 folgte die wasserrechtliche Erlaubnis durch das Landratsamt Neustadt. Im selben Jahr wurde für 221 576 Mark mit erheblichen Staatsmitteln der Tiefbrunnen ausgebaut. Auch heute noch ist er die Säule der Moosbacher Wasserversorgung.
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