"Jäger haben keine Feindbilder"

Vorsitzender Christian Ertl (rechts), Schatzmeister Hans Peter Klünner (links) und Bürgermeister Hermann Ach (Zweiter von links) ehrten Hermann Raab für 25 sowie Josef Lingl und Hans Putz (von links) für 40 Jahre Treue zur BJV-Kreisgruppe Vohenstrauß. Bild: gi
Lokales
Moosbach
05.03.2015
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Für Christian Ertl, Vorsitzender der Kreisgruppe Vohenstrauß im Bayerischen Jagdverband, ist das Schwarzwild ein riesiges Problem. Sehr teuere wissenschaftliche Forschungen haben nun ergeben, was die Jäger vorher schon wussten.

Auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Bodensteiner standen Ehrungen, jagdpolitische Themen und die Jagdhundeversicherung. Vorsitzender Christian Ertl berichtete über die Aktivitäten 2014. Wegen der momentan sehr hohen Trichinengebühr laufen derzeit Besprechungen mit dem Landratsamt.

Gute Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit zwischen Bauern und Jägern bezeichnete er als sehr gut. "Wir Jäger müssen uns noch mehr der Öffentlichkeit zeigen, dann werden wir auch besser akzeptiert", riet Ertl. Nach dem Besuch einer Schulung können die Jäger jetzt wieder den europäischen Schwarzwildmarkt beliefern. Der Vorsitzende sprach auch den Landesjägertag in Weiden vom 10. bis 12. April sowie die Hegeschau am 18. und 19. April unter Leitung von Hegeringleiter Peter Wild in der Friedrichsburg in Vohenstrauß an.

Als größtes Problem bezeichnete Ertl das Schwarzwild. Sehr teuere wissenschaftliche Forschungen haben ergeben, was die Jäger vorher schon wussten. Erster Vorschlag der Fachleute war die Bildung einer schnellen Einsatzgruppe. "Die haben wir bereits", erklärte der Sprecher stolz. Auch die vorgeschlagene Abschaffung von Feindbildern zwischen Landwirten und Jägern wird seit Jahren praktiziert. "Wir Jäger haben keine Feindbilder." Nicht viel hielt der Vorsitzende von einer Schwarzwildjagd mit Nachtzielgeräten. "Die Schwarzkittel sind eben schlauer als wir denken", schmunzelte er.

Schatzmeister Hans Peter Klünner aus Tännesberg informierte über die finanzielle Situation. "Unsere Finanzen sind geordnet", bestätigten Karl Bodensteiner und Siegfried Kleber. Der nächste Infoabend für Hundebesitzer ist am 17. April im Gasthaus Bodensteiner in Moosbach, fügte Hundeobmann Roland Bäumler an. Anschließend ehrte Ertl Otto Riedlbauer (Straßenhäuser) und Hermann Raab (Atzenhof) für 25 Jahre Zugehörigkeit. Für 40 Jahre Treue erhielten Josef Lingl (Vohenstrauß) und Hans Putz (Pleystein) Ehrennadeln und Dankurkunden.

Mit vier Neinstimmen und zwei Enthaltungen beschlossen die Teilnehmer den Abschluss einer Hundeversicherung. "Das sind wir den Hundebesitzern schuldig, die bei Schwarzwildjagden ihre Tiere auf die Wildschweine hetzen", meinte der Vorsitzende. Die Prämie beträgt 5,50 Euro pro Person. Die Jahresprämie von rund 1000 Euro trägt zunächst die Kreisgruppe. Bei der nächsten Hegeringschau in Vohenstrauß erhalten die Jäger ein Infoblatt, versprach Ertl.

Bürgermeister Hermann Ach dankte den Jägern für ihre Verbundenheit zum Markt Moosbach. Bei standesamtlichen Hochzeiten im Schloss Burgtreswitz wollen die Brautleute oft gerne das von der Kreisgruppe eingerichtete Jagdmuseum besichtigen. Ach war überzeugt, dass Wege zu einer reduzierten Trichinengebühr gefunden werden. Er lobte das gute Miteinander zwischen Jägern, Landwirten und Behörden.

Auf Augenhöhe

Ertl bestätige das und erklärte, dass alle auf Augenhöhe die Jagdprobleme erörterten. Oft würden große Reden über die Waidgerechtigkeit geschwungen, die Realität sehe dann aber ganz anders aus. "Sind wir froh, in Bayern zu sein, denn in anderen Bundesländern gehe es jagdmäßig anders zu", sagte Ertl abschließend. Die Grenzland-Jagdhornbläser unter Leitung von Thomas Schmidt begleiteten die Versammlung
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