Kahlschlag des Walds vom Tisch

Beim dritten Bürgergespräch im Rathaussaal informierten Bürgermeister Hermann Ach und Architekt Siegfried Lösch aus Amberg über die Pläne des Markts Moosbach zum Umbau des Kurparks "Gruberbach" in einem Generationenpark als Anziehungspunkt für Tagestouristen. Bild: gi
Lokales
Moosbach
09.10.2015
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Der Umbau des Kurparks "Gruberbach" in einen Generationenpark bewegt die Moosbacher weiterhin. Vor allem ein Punkt beschäftigt die Gegner und Befürworter des Projekts.

In einem dritten Bürgergespräch im Rathausssaal informierten Bürgermeister Hermann Ach und Architekt Siegfried Lösch aus Amberg über die Kurpark-Pläne. Ein neuer Generationenpark solle vor allem Tagestouristen anziehen.

"Forstlicher Umbau"

Die Wogen brandeten dabei nicht mehr so hoch auf wie in den vergangenen Wochen. Hauptstreitpunkt ist aber nach wie vor der Fichtenforst im Kurpark. Kahlschlag und anschließend den Wald sich selbst zu überlassen, stand nun nicht mehr zur Diskussion. Lösch schlug allerdings einen "forstlichen Umbau" in einem Laubschutzwald wegen des Borkenkäferbefalls und zur Gefahrensicherung vor.

Christine Meindl konnte nicht verstehen, warum der Borkenkäfer nicht rechtzeitig bekämpft und beseitigt wurde: "Da muss doch der Waldbesitzer regelmäßig nachschauen." Der Rathauschef erklärte, dass der Wald nach dem bestehenden Forstbetriebsplan bewirtschaftet werde. Die Betriebsführung obliege der Waldbesitzervereinigung. Der Architekt informierte über Planungsänderungen infolge des zweiten Bürgergesprächs. So sollen die Fledermauskeller im Eingangsbereich neue Holztüren mit Schlupflöchern erhalten.

Zahlreiche Wortmeldungen gab es wegen eines zweiten Spielplatzes für Kleinkinder in Nähe des Kiosks. Dieser soll auf dem Platz des derzeitigen Musikpodiums gebaut werden. Damit wären die Buben und Mädchen im Sichtbereich der am Stand verweilenden Eltern, die Kiosk-Pächterin befürchtet jedoch zu viel Lärm für ihre Gäste. Das Podium müsste allerdings beseitigt werden. Die Musikgruppen müssen im Bereich des Stands einen Platz finden. Dass der Kiosk somit doppelt so groß werden würde, fanden einige Bürger nicht so schön.

Gemeinderat Konrad Lingl schlug eine Umfunktionierung des Musikpavillons in eine zentrale Kurpark-Infostelle vor. Lösch sah darin keine Vorteile. Auch Marktrat Josef Rauch sprach sich gegen den zweiten Kinderspielplatz und Beseitigung des Pavillons aus. Der vorhandene Platz im oberen Bereich des Kurparks müsse ausreichen. Der geplante Streichelzoo fand wegen der Unfallgefahr nicht von allen Anwesenden die Zustimmung. Daher gehen die Planungen mehr in Richtung eines Kleintiergeheges.

Neues Arm-Kneipp-Becken

Es gab aber auch sehr viele Punkte, die die Bürgern begrüßten. So die Ausstattung des Grillplatzes mit Wasser und Strom, die Aktivierung des "Graf'n Brunnens" durch Wasseranschluss sowie die Instandsetzung des Marterls an der Brücke. Der Kneippbereich soll zum Gesundheits- und Fitnessbereich umgewandelt werden und der Fallschutzbereich im Tretbecken eine blaue Farbe erhalten. Schließlich soll ein neues Arm-Kneipp-Becken aus Glas die Attraktion werden.

Die Anlegung eines neuen Parkplatzes beim Kurpark-Eingang am Tiefbrunnen sahen die Zuhörer positiv, ebenso die Ausstattung des Minigolfplatzes mit neuen Leuchten. Auch der Plan des Architekten, das dunkle Dach des Kioskgebäudes durch helleres Holz zu ersetzen, fand Zustimmung, ebenso die Aufstellung von Wege-Leuchten zwischen Golf- und Grillplatz.

Die Frage, ob die vom Steinwerk Rappl vor Jahren vermittelten Granit-Kunstwerke durch "Sonnenuntergangsstelen" ersetzt werden, blieb offen. Mit Skepsis nahmen die Teilnehmer den Vorschlag auf, im Bereich des ehemaligen Aussichtspunktes einen nach außen geschlossenen Meditationsraum mit zwei oder mehreren Liegen auszustatten und darüber ein Kunstobjekt schweben zu lassen.

Auch über den Namen des umfunktionierten Geländes gab es verschiedene Meinungen. Kurpark oder "Tal der Ruhe" scheinen nicht mehr "in" zu sein. Der von der Gemeinde favorisierte Name "Generationenpark Moosbach" wurde von Helga Rast als "zu kalt" bezeichnet. Begrüßt wurde von den Anwesenden, dass das Areal künftig eine zusätzliche Zufahrt von der Friedhofsstraße her bekommt. Allerdings würden die Kosten dafür rund 50 000 Euro betragen.
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