"Keine unnötige Verschiebetaktik"

Lokales
Moosbach
18.02.2015
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Bald schließt die Mittelschule Moosbach. Ab September müssen die Schüler nach Vohenstrauß fahren. Nur die zukünftigen Neuntklässler können auf eine Ausnahmeregelung hoffen.

Nun geht alles ganz schnell: Vorausgesetzt die Regierung der Oberpfalz stimmt der Schließung der Mittelschule Moosbach zu, werden die Schüler schon im kommenden Schuljahr in Vohenstrauß unterrichtet. "Es würde keinen Sinn machen, länger zu warten", sagt Bürgermeister Hermann Ach.

Der ursprüngliche Plan, die Mittelschule in Moosbach erst zum September 2016 zu schließen, ist damit passé. Dabei verweist der Rathauschef vor allem auf die 13 Achtklässler. Sie wären im nächsten Schuljahr bei den Wahlfächern sehr eingeschränkt gewesen. Durch den Anschluss an Vohenstrauß hätten sie viel mehr Auswahl. Allerdings will der Bürgermeister mit dem Mittelschulverbund Pleystein-Vohenstrauß verhandeln, ob diese Jahrgangsstufe im kommenden Schuljahr als "ausgelagerte Klasse" noch in Moosbach unterrichtet werden kann. Schon 2007 habe sich dieses Modell als gut erwiesen. Damals schloss die Hauptschule in Eslarn, allerdings konnte ein Teil der Eslarner Schüler den Quali noch vor Ort ablegen.

Mehr Möglichkeiten

Die Moosbacher Mittelschüler der Klassen fünf bis acht drücken aber im nächsten Jahr in Vohenstrauß die Schulbank. "Ich denke, das wird so kommen. Dort hat man uns signalisiert, dass sie unsere Schüler aufnehmen können. Und ich schätze, die Regierung wird dies auch so sehen", erklärt Ach. Das förmliche Verfahren zur Umsprengelung sei eingeleitet. Letztendlich eröffne dies für die Schüler auch mehr Möglichkeiten, wie M-Zug und gebundenen Ganztagesklasse. Zusammenfassend stellt der Rathauschef fest: "Für uns ist die Schließung eine traurige und schwierige Entscheidung. Aber ich will keine unnötige Verschiebetaktik. Die angestrebte Lösung ist für die Schüler die beste."

In die selbe Kerbe schlägt Schulleiter Josef Rauch. "Ich bin natürlich über die Schließung nicht glücklich und mir tut das extrem weh. Allerdings geht es wegen der Schülerzahlen nicht anders." Er bedauere vor allem, dass nun die sehr guten Partnerschaften zu den tschechischen Schulen wegbrechen werden. Diese beschränkten sich künftig nur noch auf die Grundschule. Er selbst bleibt Rektor an den Grundschulen in Moosbach und Tännesberg.

Kein Lehrer-Sparmodell

Die bisherigen Lehrer an der Mittelschule Moosbach kommen an anderen Schulen des Schulamtsbezirks unter. "Wir schauen, dass wir sie möglichst wohnortnah einsetzen", sagt Josef Benker. Der Schulamtsdirektor verweist darauf, dass eine Schulschließung kein Modell ist, um Lehrer einzusparen. "Die Lehrerstunden weist uns die Regierung zu. Das werden nach einer Schließung ja nicht weniger."

Was mit dem bald leerstehenden Schulgebäude passiert, steht noch nicht fest. Laut Ach gebe es noch keine konkreten Planungen, sondern nur Vorüberlegungen. Allerdings sei man schon intern mit Personen im Gespräch.
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