Säule der Wasserversorgung

Die bisherige Grundschule soll künftig für Senioren und Menschen, die Unterstützung benötigen, offen stehen. Der Marktrat beauftragte ein Architekturbüro mit der Planung. Bild: gi
Lokales
Moosbach
13.08.2015
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Große Probleme tun sich für Moosbach bei der Neufestsetzung des Wasserschutzgebiets für den Tiefbrunnen I auf. Das Thema dominierte die Marktratssitzung.

Die wasserrechtliche Erlaubnis für die Entnahme von jährlich 50 000 Kubikmeter Grundwasser gilt zwar noch bis 2021. Moosbach strebt jedoch eine Anhebung auf 80 000 Kubikmeter an, so dass jetzt schon ein neues Wasserrechtsverfahren notwendig wird. Bürgermeister Hermann Ach bat um Zustimmung zum Antrag auf der Grundlage der vom Geologen Dr. Werner Reiländer erstellten Unterlagen.

Darin setzt sich das neue Wasserschutzgebiet aus einem Schutzgebiet (Zone I), einer engeren (Zone II) und einer erweiterten (Zone III) zusammen. Das neue Areal ist wesentlich größer als das bisherige. In Zone II besteht Gülle- und Jaucheverbot. In diesen Zonen müssen der Gemeinde selbst Veränderungen an Drainagen angezeigt werden. "Wir wollen deshalb die betreffenden Landwirte mit ins Boot nehmen", sagte Ach.

Kein zeitlicher Rahmen

Einige Weiheranlagen und auch Altlasten (Gelände des früheren Baugeschäfts Rappl) sowie Viehbestände liegen in den Zonen II und III. Da das Verfahren Klagemöglichkeiten vorsieht, konnte der Rathauschef keinen zeitlichen Rahmen nennen. "Wir sind aber in der Pflicht, denn wir brauchen den Tiefbrunnen als Säule unserer Wasserversorgung." Mit 9 zu 5 beschloss das Gremium, den Antrag auf Festsetzung des neuen Wasserschutzgebiets für den Tiefbrunnen zu stellen.

Die Räte stimmten auch einen Antrag auf Neufestsetzung des Wasserschutzgebiets für die Quellen im Heilingholz Moosbach zu. Die Quellen wurden in den vergangenen Jahren saniert. Die Schutzgebietsverordnung entspricht nicht mehr den gesetzlichen Vorschriften. "Weil es sich nur um Waldgebiete handelt, haben wir keine Probleme", erklärte Ach.

Im Hinblick auf die Probleme mit den Wasserschutzgebieten forderte Konrad Lingl einen sofortigen Stopp der Verpachtung gemeindlicher Grundstücke. Ach erwiderte, dass die Pachtdauer ohnehin nur zwei Jahre betrage. "Bis die Wasserrechtsverfahren beendet sind, werden die Grundstücke wieder frei", beruhigte Erika Sauer.

Einrichtung für Senioren

Das Grundschulgebäude soll eine Einrichtung für Senioren oder Menschen, die Unterstützung benötigen, werden. Gespräche mit Interessenten hat es bereits gegeben. Jetzt seien konkrete Unterlagen nötig, um verbindliche Aussagen über die Finanzierung oder eventuell Mietpreise machen zu können. Für die Arbeiten der Architekten sollen 45 000 Euro freigemacht werden.

Johann Schnupfhagn wollte wissen, ob bereits ein Vertrag mit einem Betreiber bestehe. Ach verneinte das, weil noch keine Kosten vorliegen. "Es könnte also sein, dass wir 45 000 Euro ausgeben und dann keinen Mieter haben", meinte Schnupfhagn. Trotzdem wurde das Architekturbüro Nikolaus Meier aus Regensburg mit 12 zu 2 Stimmen mit der Planung beauftragt.

Weitere 1000 Euro erhalten heuer die Waldrechtler von Isgier. Damit wurden pro Recht seit 1972 insgesamt 18 493 Euro ausgezahlt. Nichts einzuwenden hatte das Gremium gegen die Verlegung einer Versorgungsleitung (Wärmeleitung) auf öffentlichem Straßengrund durch Konrad Kick aus Heumaden.

Drei Wochen in Rückstand

Zum Brückenbau in Burgtreswitz erklärte Ach, dass die Firma rund drei Wochen im Rückstand sei. Klagen der Anlieger über mangelnde Informationen beim Kanal- und Wasserbau an der neuen Brücke wies das Gemeindeoberhaupt zurück. Alle Anlieger kennen die Planungen. Die Hitze habe noch keine Auswirkungen auf die Quellschüttungen der Wasserversorgung, informierte Ach weiter. Josef Hierold und Konrad Lingl sprachen das neue Sicherheitskonzept für das Schloss Burgtreswitz an. Der Bürgermeister erklärte, dass es in Bearbeitung sei. Das Planungsbüro habe die Vorgabe, Großveranstaltungen im Schloss zu gewährleisten. Vom Konzept hänge die Frage ab, ob der Markt die Trägerschaft für den Weihnachtsmarkt übernehmen könne.
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