Todesstrafe für Feuerteufel

Kinder und Erwachsene begaben sich gemeinsam auf den Geschichtspfad. Dabei mussten sie auch Pflasterzoll zahlen. Bild: gi
Lokales
Moosbach
09.04.2015
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Auf dem Geschichtspfad erleben Wanderer neue Attraktion. Dazu zählt unter anderem das Goldschürfen. Auch dürfen Interessierte einem Scharfrichter über die Schulter blicken.

Auf Entdeckungstour begaben sich mehr als 30 junge und alte Wanderer. Die Laienspielgruppe "Gensbloud & G'schling" stellte in Zusammenarbeit mit dem Oberpfälzer Waldverein das neue Projekt "Wandern auf dem Geschichtspfad" vor. Der Heimatkundliche Arbeitskreis Moosbach hatte den Pfad vor einigen Jahren im gesamten Gemeindebereich mit 19 Info-Tafeln eingerichtet.

OWV-Vorsitzender Peter Franz begrüßte die Gäste auf dem Marktplatz. Er hatte das Drehbuch für die anschließenden Szenen an sechs Infotafeln geschrieben. Die Teilnehmer wanderten zum Leinschlag. Die Goldwäscher Matthias und Xaver (Erika Hierold und Christina Fischer) erwarteten die Gruppe schon. Sie standen im Bach und suchten mit flacher Schüssel und Sieb nach Gold. Im Mittelalter wurde an dieser Stelle nach Gold geschürft und nachweislich auch welches gefunden.

Pflasterzoll verlangt

Die Wanderer zogen weiter zur Sebastiankapelle am Ortseingang von Burgtreswitz. Im historischen Gewand eines Pflegers aus dem Schloss Treswitz informierte Hans-Peter Voit die Bürger über die Geschichte des Pflegamts. Anschließend versperrten zwei Soldaten (Sebastian Putzer und Alexander Baierl) den Weg und verlangten den Pflasterzoll, der in Moosbach schon 1587 erhoben wurde.

Es ging weiter zur Richtstätte des Blutgerichts Treswitz. Der dortige Richter hatte das Recht zur Verhängung der Todesstrafe. Aktuell ging es um einen Bösewicht, der im Nachbarort Saubersrieth einen Bauernhof angezündet hatte. Dabei kam die Bäuerin in den Flammen ums Leben. Der Richter (Andreas Fischer) entschied auf Tod durch Strang. Der Scharfrichter aus Amberg (Jürgen Steiner) vollzog das Urteil.

Bei der vierten Station am Hammer von Gröbenstädt diskutierte der Hammerwerk-Besitzer Sperl (Hans-Peter Voit) und dessen Sohn (Michaela Schnupfhagn) wegen des immer knapper werdenden Eisenerzes in Sulzbach-Rosenberg über die Zukunft ihres Werks. Anschließend ging es weiter zur Wieskirche bei Grub. In der fünften Szene begegneten sich eine Frau aus Moosbach und eine Pilgerin (Christina Fischer und Michaela Schnupfhagn). Die Pilgerin berichtete von einem Wunder durch das heilige Wasser aus der Quelle neben der Wieskirche, das ihrem Ehemann nach schwerem Sturz im Stall widerfuhr. Sie wollte dafür ein Votivbild stiften.

Viehmarkt lockt Händler

Zur sechsten Station traf sich die Gruppe wieder am Marktplatz. Dort erinnerten die Schauspieler an die Zeit der Viehmärkte in Moosbach. Da waren schon mal 1400 Rinder in den engen Straßen gestanden. Bis aus Böhmen kamen die Händler. Die Gastwirte hatten Hochkonjunktur. In der Gestalt des Wirts vom "Roten Ochsen" dachte Sebastian Putzer mit Wehmut an diese Zeit. Am Ende erhielten die Akteure viel Applaus für ihre Darbietungen.
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