Vergnügungszone statt Kurpark

Soll ins "Tal der Ruhe" mehr Leben kommen? Landschaftsarchitekt Siegfried Lösch zeigte Planungsmöglichkeiten dafür auf. Auch Bürger brachten viele Wünsche ein. Bild: gi
Lokales
Moosbach
01.08.2015
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Das EU-Förderprogramm "Leader" macht es möglich. So entstehen vielerorts Generationsparks. Auch Moosbach will seinen Kurpark, "Tal der Ruhe" genannt, umfunktionieren. Dafür hat der Markt ein Architekturbüro aus Amberg beauftragt.

Damit könnte der zehn Hektar großen Ruhezone am Ortsrand der Umbau in eine Vergnügungszone bevorstehen. In einer Bürgerversammlung im Rathaus mit 20 Teilnehmern stellten Bürgermeister Hermann Ach und Landschaftsarchitekt Siegfried Lösch einige Planungsmöglichkeiten vor.

Soll der Kurpark nur mit Unterhaltungsmaßnahmen herausgeputzt oder gleich von Grund auf als Generationenpark so attraktiv gestaltet werden, dass im großen Umkreis die Gäste nach Moosbach strömen, war die große Frage. Immerhin gebe es dafür 50 Prozent EU-Förderung. Lösch sprühte nur so vor Ideen für die kleine und auch eine große Lösung. So sollten die Zugänge zum Kurpark verbessert werden, die Beschilderung vereinheitlicht, die Möblierung erneuert und gleichzeitig reduziert werden. Außerdem werden Spielplatzkonzepte für kleine und größere Kinder entwickelt.

Die Fledermauskeller sollen baulich verbessert und mit Türen versehen werden, weil in die vorhandenen Gitter oft der Müll gekippt wird. Von Grund auf soll der Golferkiosk verändert werden. Vorgesehen ist ein neues, helleres Dach, unter dem ein Musikpavillon mit untergebracht ist. Der alte Pavillon würde beseitigt und darauf ein Spielplatz für Kleinkinder errichtet.

Kneippen für Kinder

Auch die Minigolfanlage soll durch neue Beläge und eine Verlegung des Eingangs aufgewertet werden. Der Streichelzoo erhält neue Unterstände für die Tiere. Die Kneippanlage würde seniorengerecht umgestaltet und auch das Kneippen den Kindern ermöglicht. Selbst an ein gläsernes Armkneippbecken ist gedacht. Der Grillplatz soll eine Wasserversorgung erhalten. Geplant ist auch eine Wiederherstellung der Wasserversorgung für den "Grafen-Brunnen".

Fichten sollen weichen

Der unmittelbar daneben liegende alte Steinbruch soll für Kletterer fit gemacht werden. Geschockt waren einige Anwesende vom Plan, die Fichtenbestände des Kurparks vollständig abzuholzen. Ach gab dafür Sicherheitsgründe an. Erst heuer ereignete sich ein Unfall durch herabstürzende Äste. Nach der Rodung werde das Bachtal freundlicher und man habe mehr Platz für Verkaufsstände beim Gartenmarkt. Die Rodungsfläche soll nicht wieder aufgeforstet, sondern sich selbst überlassen werden. Mit der großen Lösung der Umgestaltung des Kurparks meinte Architekt Lösch den Ausbau als Anziehungspunkt für Tagestouristen. Zweisprachige Info-Tafeln sollen sogar Gäste aus Tschechien anlocken. Ein Beleuchtungskonzept für die Strecke vom Parkplatz bis zum Grillplatz und künstlerische Gestaltung bei der Möblierung sollen für mehr Niveau sorgen. Gedacht ist auch an die Erstellung eines Tiererlebniskonzepts, eine Verbesserung des Baumlehrpfads, an die Aufstellung von Fitnessgeräten für Senioren, an Streichelzoos für Ziegen und andere Tierarten bis hin zu einem Wildschweingehege.

Das alles kostet viel Geld. Wie viel ungefähr, konnte der Architekt nicht sagen. Einige Bürger brachten ein Eintrittsgeld zur Sprache und hatten viele Vorschläge. So sollte ein Wasserspielplatz und ein Hundebad eingerichtet werden. Weitere Wünsche waren eine Theaterbühne, ein Niederseilgarten, eine Schlittenbahn, eine Strecke für Mountainbiker und ein Aussichtsturm. Ach kündigte im September ein weiteres Treffen an.
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