Virtuelle Messe stürzt ab

Die "Tännband" begleitete den Jugendgottesdienst "Pray & Party" in der Wieskirche und begeisterte die vielen Zuhörer. Bild: gi
Lokales
Moosbach
14.10.2014
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Fackeln standen am Eingang, und nur Kerzen erleuchteten die Wieskirche. Ansonsten wird ab sofort alles modern. Doch wie würde ein Gottesdienst am Computer aussehen?

In einer Spielszene beim Jugendgottesdienst "Pray & Party" der Kolpingsfamilie hinterfragten Karolina Schießl und Noah Forster die Messe am PC. "Keine mühsamen Wege mehr zur Kirche. Hier euer Link, Roboter-Priester und Roboter-Stimmen. Messe als Powerpoint-Präsentation. Echt witzig, total abgefahren. Wo bleibt das Gemeinschaftsgefühl, die Kommunikation vor und nach der Kirche, wollen wir das?"

Technik im Gottesdienst

Bei soviel Technik im Gottesdienst gab es auch noch einige Sicherheitshinweise. Und dann: "Error 403 - Messe kann nicht fortgesetzt werden - Absturz".

"Überall auf der Welt wollen Menschen geliebt werden", sagte Pfarrer Josef Most. "Gott liebt uns wie kein anderer." Der Geistliche gedachte aller verstorbenen Jugendlichen. Eindrucksvoll begleiteten die sechs Musiker der "Tännband" die Messe.

Die Lektoren Anna Hierold, Alisa Kaiser und Larissa Sauer brachten weitere Überlegungen zu den neuen Medien und der modernen Technik ein, die überall Einzug hält. Sie fragten sich nachdenklich, was im Gottesdienst Verwendung finden kann, "aber nur in gewissem Maße, da im Mittelpunkt nicht der technische Fortschritt stehen sollte, sondern der Glaube und das Zueinanderfinden". Außerdem soll die Kirche ein Stück menschlich bleiben. Trotzdem könnte der technische Fortschritt genutzt werden, die Kirche modern auszustatten und die Messen zu gestalten.

Sophia Guttenberger trug die Lesung vor. Sebastian Putzer und Isabella Steiner waren für die Fürbitten zuständig . Eine kleine Kerzenprozession mit meditativer Musik wurde durchgeführt.

"Die Botschaft Jesu mit neuen Technologie- und Kommunikationsformen hervorzuheben ist eine prima Idee. Ich bin jedenfalls begeistert", sagte Pfarrer Most in der Predigt. "Überall dort, wo Technik die Botschaft Jesu hervorhebt, finde ich ihren Einsatz sehr gelungen. Kirche muss mit der Zeit gehen, up to date sein, sich upgraden, auch in ihren Methoden und Formen."

Der alte Witz "Und Gott sprach es werde Licht, doch er fand den Schalter nicht", hat nicht mit einer etwaigen Abneigung des Herrn für die moderne Technik zu tun. Wir brauchen die Technik, den Fortschritt. Auch ihn hat Gott gewollt. Die Powerpoint-Präsentation und der Pfarrer-Roboter zu Beginn der Messe hätten gezeigt, dass manchmal der Zwangseinsatz von Technik total verfehlt ist, weil eines verloren geht, was Gottesdienst eben auch ausmacht: intensive Beziehung zu Gott und zu den Menschen.

Applaus für "Tännband"

Großen Applaus erhielt am Schluss die "Tännband", sie kam um Zugaben nicht herum. Auch Pfarrer Most dankte den Musikern sowie der Kolpingsfamilie mit Vorsitzendem Thomas Forster, der mit den Jugendlichen die Texte eingeübt hatte, und Martin Braun für die Powerpoint-Präsentation. Anschließend ging es zur Party in die Mühlschleif.
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