Vorböhmischer Außenposten

Außergewöhnliche Gäste nahmen an der 30-Jahr-Feier der Gemeinde- und Pfarrbücherei Moosbach teil: Norbert Neugirg und die Gruppe "Hullerngroove". Bild: gi
Lokales
Moosbach
18.11.2015
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Mut bewiesen die Verantwortlichen der Gemeinde- und Pfarrbücherei Moosbach zum 30-jährigen Bestehen ihrer Einrichtung mit der Einladung des Kommandanten der Altneihauser Feierwehrkapell'n, Norbert Neugirg. Denn dieser wusste so einiges über den Markt zu berichten.

Neugirg las und rezitierte aus seinen Texten und dabei trat so mancher hintersinnige und hinterfotzige Reim zutage. Musikalisch begleitete ihn die dreiköpfige Gruppe "Hullerngroove" aus Franken. Sie machten Musik, welche sich in allen Lebenslagen widerspiegelt, im weitesten Sinne fränkische Weltmusik, mit Einflüssen von alter und neuer "Volxmusik".

Sehr schräg

Die Leiterin der Bücherei, Helene Rolle, begrüßte neben vielen Gästen im vollem Rathaussaal auch Pfarrer Josef Most und Bürgermeister Hermann Ach. Nach der "Sternpolka" begannen die zum Teil sehr schrägen und humoristischen Ausführungen von Neugirg.

Dabei bezeichnete er Moosbach als vorböhmischen Außenposten, von wo aus man schon die Krim sieht. Er sprach von einer Borkenkäfer-Strategie, mit der Ach versuche, die Kurparkfichten zu fällen. Mit den Einnahmen aus den Holzverkäufen könne dann der bisherige Wasserpreis beibehalten werden. 25 Jahre Deutsche Einheit kommentierte er mit dem Satz "um wie viele Jahre hätte sich die Deutsche Einheit verzögert, wenn statt des Begrüßungsgelds Wein ausgegeben worden wäre".

Auch für die Bahn hatte er wenig freundliche Worte parat: "Wer im Zug zur Arbeit fährt, ist Rentner, wenn er wiederkehrt." Eigenartig waren auch die Anmerkungen zu seinen "nicht vernichteten Gedichten" wie, "Sehen Ehemänner glücklich aus, sind sie meistens nicht Zuhaus'" oder "Wer Arbeit nicht gern verrichtet, der setzt sich hin und dichtet".

Da durfte natürlich auch der "Papa Staat" nicht fehlen, der von der Wiege bis zur Bahre jede Kleinigkeit im Computer abspeichert. Leid tun konnten einem die Politiker, die über einen vollen Festflutkalender stöhnen. "Festbieranstich mit der vierten Bürgermeisterin bei der Weihe des neuen Fahrradständers", "Haustier- und Munitionsweihe" oder wenn die Partei ein Krötentunnel finanziert. Neugirg bezeichnete die Bayern als furchtbar gescheit: "Ich merke das an mir." Aber trotzdem würden wir überall hinten liegen: bei der Anzahl der Eheschließungen, beim Waffenhandel, bei den Schmiergeldern und den Geburtenraten. Aber alles wäre beim Hund im Bund, gäbe es die Bayern nicht.

Zugabe

Nach dem langanhaltenden Beifall konnten sich Neugirg und die "Hullerngroove" einer Zugabe nicht entziehen. Hier war dann, passend zur Novemberzeit, der Boandlkramer das Thema.
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