Weihnachtsbrief aus dem Kongo - Pater dankt Gläubigen
"Totales Chaos auf den Straßen"

Pater Ferdinand informierte in einem Brief über seine Missionsarbeit im Kongo und dankte den Moosbachern für die Unterstützung. Archivbild: gi
Lokales
Moosbach
30.12.2014
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Ein Weihnachtsbrief von Pater Ferdinand Bodensteiner aus dem Kongo ist im Moosbacher Pfarramt angekommen. Darin dankt er den Gläubigen und schildert die Umstände, unter denen er arbeiten muss.

"Liebe Pfarrgemeinde, nun ist es schon wieder ein paar Monate her, dass ich die schöne Oberpfalz verlassen habe und ich denke gerne zurück an die schönen Feste, die wir miteinander gefeiert haben, an die vielen Begegnungen und bedauere manches, was man noch hätte tun können und nicht getan hat, weil ich eben ein Urlaubs-Chaot bin. Ich danke euch, dass ihr mich immer spüren lasst, dass ihr meiner und meiner Sorgen nicht überdrüssig geworden seid und weiterhin hinter meiner Arbeit steht. Dafür ein herzliches ,Vergelt's' Gott."

Toyota zerlegt

Ein besonderer Dank gilt "Manfred Gürtler, der sich die Zeit genommen hat, mich zu begleiten und hier regelrecht geschuftet hat. Den Unimog hat er gleich wieder auf die Beine gebracht. Den Toyota hat er zerlegt und repariert, was möglich war. Vor allem konnte er den Spezialisten hier so manches Licht aufstecken."

Weiter schreibt der Missionar: "Mit dem Motorblock vom Toyota musste Monoko bis nach Kampala fahren, eine Fahrt mit Hindernissen und als er dort ankam, hat er gleich signalisiert, dass er erst in der Trockenzeit wieder zurückfahren werde, denn er musste ja den Motorblock auf dem Motorrad transportieren und die Straße war zum Teil nicht mehr passierbar. Manche Motorräder sind regelrecht abgesoffen oder noch fataler, wurden von den UNO-Lastwagen, Riesenfahrzeugen und die einzigen, die sich auf diesen Straßen noch behaupten können, gerammt oder gar überrollt. Es gab Tote und mehrere überfahrene Motorräder, wo sich der Fahrer noch hatte retten können. Kurz gesagt: das totale Chaos auf den Straßen."

Trockenzeit

Bodensteiner fährt fort: "Nun ist Trockenzeit, und Monoko ist eingetroffen, nachdem er vorher noch in Niangara einer schweren Malaria erlag und eine Woche das Bett hüten musste. Nun wird also der Motor wieder eingebaut und wir hoffen, dass in ein paar Tagen der Toyota wieder läuft und Manfred mit seinen Lehrlingen zufrieden sein kann."

Und: "Inzwischen musste ich mich halt begnügen, mit dem Fahrrad die nächsten Kapellen zu besuchen. Den Unimog nehme ich nur, wenn Transport damit verbunden ist, denn das ist nun mal kein armer Schlucker, höchstens in dem Sinn, dass er schluckt und ich arm dabei werde, denn der Treibstoff ist teuer. Ansonsten ist der Andrang weiterhin gewaltig von Schülern, die ihr Schulgeld nicht bezahlen können und von Lehrern, die vom Staat immer noch nicht bezahlt werden. Oder auch von Leuten, die das Geld für Operationen oder eine schwere Malaria nicht aufbringen können. Dank eurer Spenden kann ich da immer wieder aushelfen."
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