Wirrwarr um Prioritäten beim Straßenausbau

Lokales
Moosbach
18.07.2015
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Für Spannung sorgte der Brief einer Interessengemeinschaft aus Ragenwies in der Moosbacher Gemeinderatssitzung. Die Zuhörerränge waren deshalb voll besetzt.

Dem Schreiben lag eine Liste mit 117 Unterschriften von Bürgern aus Ragenwies, Tröbes und Moosbach bei. Die Unterzeichner wünschten, dass dem Ausbau der Straße von Saubersrieth über Ragenwies zur Gemeindegrenze Eslarn oberste Priorität beigemessen wird.

Aussage revidiert

In der Sitzung am 9. Juni hatte das Gremium mit der Mehrheit von SPD/UWG und FWU dem Ausbau der Strecke von Niederland nach Etzgersrieth der Vorzug gegeben, obwohl die Vertreterin des Staatlichen Bauamts den Ausbau der Straße von Saubersrieth nach Ragenwies an erste Dringlichkeit gesetzt habe. Diese Aussage musste Bürgermeister Hermann Ach in der Sitzung am Dienstag revidieren, nachdem die Vertreterin des Bauamts nun erklärte hatte, dass der Rat auch für eine andere Straße die Fördermittel beantragen könne. In einem zweiten Schritt werde das Bauamt die Dringlichkeit prüfen.

Die Unterzeichner der Liste weisen darauf hin, dass Ragenwies im Gegensatz zu Etzgersrieth keine intakte Verkehrsanbindung habe. Die Bürger würden die Straße von Saubersrieth nach Ragenwies brauchen, um tägliche Bedürfnisse zu erledigen. Auch Schulbus und Rettungsdienste seien darauf angewiesen. Schließlich erreichen die Waldbesitzer über diese Trasse ihre Grundstücke im Bromberg. Schlaglöcher, Bodenwellen und Engstellen erschweren das Befahren. Auch das Verkehrsaufkommen sei wesentlich höher als zwischen Niederland und Etzgersrieth.

In der Debatte gingen die Meinungen der CSU-Seite und der SPD/UWG/FWU-Mehrheit weit auseinander. Josef Hierold brachte eine Straßensanierung mit Deckenverstärkungen ins Gespräch. Mit 200 00 Euro könnte damit die Strecke von Niederland nach Etzgersrieth saniert werden. Dies würde 30 Jahre halten. Konrad Lingl hielt das für eine gute Idee und schlug vor, auch bei dem Abschnitt von Saubersrieth nach Ragenwies so vorzugehen. Hierold war für eine Respektierung der Unterschriftenliste und warnte davor, in die Entscheidung Privatinteressen einfließen zu lassen. Josef Rauch meinte, dass man in Etzgersrieth jederzeit so eine Unterschriftenliste zusammenbekommen würde. Mitten im Wirrwarr der Argumente legte Josef Zangl eine zweite Unterschriftenliste vor. Die Unterzeichner widerriefen darin ihre Unterschrift in der Ragenwieser Liste.

Der Bürgermeister ärgerte sich über den Stil, mitten in der Beratung die Papiere vorzulegen. "Ich komme damit nicht klar." Am Ende beschloss der Marktrat mit 8:7, auf eine erneute Abstimmung zu verzichten. Damit bleibt der Ausbau der Straße von Niederland nach Etzgersrieth an erster Stelle. Beschlossen wurde aber einstimmig, ein Teilstück von Tröbes nach Ragenwies umgehend auszubauen. Damit wird ein bereits zwei Jahre alter Ratsbeschluss umgesetzt.

Nächster Schritt

Mit 13:2 Stimmen wurde ein Antrag von Zangl abgelehnt, den Ausbau von Tröbes und Ragenwies zur Gemeindegrenze Eslarn an die zweite Stelle der Prioritätenliste zu setzen. Ein weiterer Antrag von Zangl, eine Vorfahrtsänderung an der Kreuzung Saubersrieth/Ragenwies und Tröbes/Ragenwies fiel mit 8:7 durch. Auch ein Antrag von Konrad Lingl, an den beiden Straßen nur Deckenverstärkungen vorzunehmen, wurde mit 14:1 verworfen. Wegen dieser Beschlusslage erklärte Ach, dass nun als nächster Schritt die Baugrunduntersuchung zur Vorbereitung des Ausbaus der Strecke zwischen Niederland und Etzgersrieth erfolgen wird.
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