"Zauberwald" soll bleiben

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Lokales
Moosbach
28.08.2015
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An der geplanten Umgestaltung des Moosbacher Kurparks scheiden sich die Geister. Vor allem über ein mögliches Verschwinden des "Zauberwalds" gab es Irritationen und Missverständnisse. Die sind nun ausgeräumt.

"Der neue Tag" hatte am Mittwochabend Verantwortliche und Bürger zur Diskussion im Golferkiosk an einen Tisch geholt. Unter den rund 30 Teilnehmern waren auch Bürgermeister Hermann Ach und Landschaftsarchitekt Siegfried Lösch aus Amberg. Der Planer hatte in der Bürgerversammlung vor vier Wochen vorgeschlagen, den 160 mal 50 Meter großen Fichtenbestand beim Rotwildgehege abzuholzen und die Fläche anschließend sich selbst zur Renaturierung zu überlassen.

Emotionen kochen hoch

Damit können sich viele aber gar nicht anfreunden, die Emotionen kochten am Mittwoch gerade darüber ziemlich hoch. Kioskbetreiberin Mischa Kick hat eine Unterschriftenliste "Gegen Vergnügungszone und für Kurpark" ausgelegt. Darin haben sich schon Urlauber und Einheimische eingetragen, aber auch Altenstädter, Vohenstraußer, Waldthurner oder Teunzer. Tenor: Die meisten wollen, dass die Bäume bleiben.

Einer Moosbacherin liegt das Waldstück besonders am Herzen, weil sie es vor über 50 Jahren mit angepflanzt hat. Marktrat Josef Rauch sprach von dem besonderen Flair des Wegs durch den "Zauberwald", den auch Hundebesitzer sehr zu schätzen wüssten. Eine Durchforstung wäre aber dringend nötig, meinte Ach. Schließlich habe die Gemeinde Verkehrssicherungspflicht, einen Unfall durch herabfallende Äste habe es schon gegeben. Die betroffene Person klagte danach über Schrammen und eine kaputte Brille. Aber Löschs Aussage hörten die Beteiligten dann gerne: "Wenn den Bürgern so viel am Fichtenforst liegt, dann bleibt er."

Der größte Teil des acht Hektar großen Freizeit- und Erholungsgeländes ist zwar künstlich angelegt worden, eine Bürgerin konnte aber nicht verstehen, "warum etwas so einmaliges wie der Kurpark" jetzt noch künstlicher werden soll. Einer anderen Frau würde es reichen, das Areal "auf den neuesten Stand" zu bringen und Wege oder Schilder zu sanieren. Vom geplanten Kleinkinder-Spielplatz anstelle des Musikpavillons hielt vor allem Kick nicht viel. Gäste, die sich erholen wollen, könnten sich dann am Lärm stören, mit dem "Tal der Ruhe" wäre es dann womöglich vorbei.

Im Verlauf des rund zweistündigen Treffens räumten die Verantwortlichen daher mit weiteren Gerüchten und falschen Informationen auf. So sei beispielsweise von einer "Vergnügungszone" nie die Rede gewesen. Der Architekt will lediglich "das Potenzial des Parks heben". Deswegen stellte er das Vorhaben noch einmal im Detail vor (siehe Infokasten). Unter anderem soll der Ausblick zur Wieskirche wieder frei werden. Auch die Fledermauskeller sollen nicht zugeschüttet, sondern statisch gesichert und teilweise zugänglich gemacht werden.

"Die Maßnahmen sind noch lange nicht gebaut, darüber kann diskutiert werden", sagte der Amberger am Schluss seiner Präsentation. Ende September oder Anfang Oktober werde es eine weitere Bürgerversammlung geben, ergänzte Ach. "Dann können wir diskutieren, was machbar und möglich ist." Außerdem will Lösch bei dem Termin die Kosten für das Projekt vorstellen. Am Geld werde es letztendlich liegen, wie viele Verbesserungen dann tatsächlich umgesetzt werden können, erwiderte der Planer auf die Nachfrage eines Teilnehmers.

Eine Frage der Pflege

"Viele Änderungen bedeuten aber auch viel Pflege", wandte ein Moosbacher noch ein und fragte, wer sich später um das Areal kümmern werde. Schon jetzt sei es so, dass Spaziergänger Müll oder Hundekot entlang der Wege wegräumten. Ein interessanter Vorschlag kam schließlich noch von einer Frau, die das Beispiel Schwäbisch Gmünd anführte, wo sich eine Bürgerinitiative zum Erhalt von Grünflächen gebildet habe.
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