Züchter aus ganz Deutschland treffen sich in Moosbach - Idealbild des Bullen noch nicht erreicht
Rotes Höhenvieh fasst wieder Fuß

Lokales
Moosbach
14.07.2011
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Die vor zwei Jahren gegründete Bundesarbeitsgemeinschaft Rotes Höhenvieh (BAG-RHV) hat sich die Erhaltung der vom Aussterben bedrohten Haustierrasse auf die Fahne geschrieben. Züchter aus fast allen Bundesländern waren zum bundesweiten Treffen nach Saubersrieth ins Landgasthaus "Goldenes Kreuz" gekommen.

Bundesvorsitzender Jörg Bremond verwies auf die Homepage www.rotes-hoehenvieh.de. Dort können Zuchttierbestand, Besamungsbullen oder Listen von Verkaufstieren eingesehen werden. Herzstück sei die Möglichkeit der Berechnung der Tierverwandtschaften, um Inzucht zu reduzieren. Weitere Themen sind die Bundesschauen, Züchtertreffen und der Züchterrundbrief.

Namen geben Hinweise

Die Vorsitzende des Vereins zur Förderung des Roten Höhenviehs in Bayern, Erika Sauer aus Moosbach, erklärte, dass es auch im Raum Moosbach schon früher Rotes Höhenvieh gegeben habe. Der Gasthausname "Roter Ochse" in Moosbach verdeutliche dies. Vor einigen Jahren begann eine Erfolgsgeschichte im Raum Tännesberg und Moosbach. Ziel sei die Bekanntmachung und Vermarktung des Roten Höhenviehs über die Region hinaus.

Im Mittelpunkt stand ein Referat von Karl Scholler vom Landwirtschaftsamt in Schwandorf. Der Berater für Fleischrinderzucht und -erhaltung ging auf die Geschichte, die Zuchtphilosophie und den Stand der Zucht ein. Anhand historischer Unterlagen bewies er die Zuchterfolge in der Oberpfalz, so im Kloster Waldsassen und später in Almesbach und dem Staatsgut Pfrentsch. Das Rotvieh wurde "Weidauer" oder "Sechsämter" Vieh genannt.
"Wir wollen wieder hin zur extensiven Nutzung von Grünland, insbesondere von Landschaftspflege und Naturschutzflächen." Mit den einheimischen Rassen könnten Zeichen gesetzt werden. "Die Züchter sind noch nicht beim Idealbild eines Bullen angelangt", bedauerte Scholler.

Dabei gehe es nicht um höher, schneller, weiter, sondern um einfacher, nachhaltiger und ökonomischer. Niemand wisse, wo die Züchtung in 25 Jahren angelangt sei. Fruchtbarkeit, Leichtkalbigkeit und vitale Kälber seien wichtig. Dies könne durch eine gute Jugendentwicklung erreicht werden.

Steigende Zahlen

Beim Rotvieh liegen alle Voraussetzungen für den Erfolg vor. Steil nach oben gehen die Bestandszahlen besonders in der Oberpfalz. In 22 Betrieben stehen 332 Tiere, davon 128 Kühe und 21 Zuchtbullen. Dass es sich hier um eine Oberpfälzer Besonderheit handle, bewiesen die Zahlen für ganz Bayern: 25 Betriebe, 380 Tiere, 149 Kühe und 22 Zuchtbullen. "Wir brauchen nicht schwarz zu sehen. Es werden immer mehr Rote auf unseren grünen Weiden, auch wenn sich manche darüber gelb ärgern", meinte Scholler verschmitzt.
In der Diskussion ging es um Kontakte zu den Rotviehzüchtern in Tschechien und die Problematik des Wiegens von Kälbern. "Warum darf Samen von hessischen Bullen in Bayern nicht abgesetzt werden?", war eine weitere Frage. Danach starteten die Tagungsteilnehmer zu Exkursionen in die Betriebe der Familie Erika und Günter Sauer in Moosbach, der Familie Johann Kick in Kleinschwand und der Familie Alois und Irmtraud Schwarz in Tännesberg. Nach den aktuellen Informationen und Gesprächen vom Vormittag kam dadurch auch die Praxis nicht zu kurz.
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