Zwischen Bürgermeistern kriselt's

Lokales
Moosbach
25.03.2015
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Zwischen Bürgermeister Hermann Ach (CSU) und seinen Stellvertretern besteht kein vertrauensvolles Verhältnis. Das bestätigen alle Seiten. Jedoch machen sie unterschiedliche Gründe dafür aus.

Keine persönlichen Gespräche. Absprachen, wenn überhaupt, dann nur über E-Mail. Eindeutig: Zwischen dem Moosbacher Bürgermeister und seinen Stellvertretern kriselt es. Zuletzt äußerte Ach in der Jahreshauptversammlung der Frauen-Union, dass es "kein vertrauensvolles Verhältnis" gibt.

Unzählige Termine

Ach erklärt, dass es mehrere Vorkommnisse gegeben habe, die zu der prekären Situation geführt hätten. Zweitem Bürgermeister Fritz Steinhilber (FWU) wirft er vor, sich nur wegen des "persönlichen Egos" für eine Abrechnungsgemeinschaft beim Wasser eingesetzt zu haben. Das hätte für die Etzgersriether eine massive Steigerung der Gebühren bedeutet, "um das Drei- bis Vierfache". "Nur aufgrund von massiven Bürgerbeschwerden ist ein FW-Mitglied umgefallen und der Vorschlag ist nicht durchgegangen", erklärte das Gemeindeoberhaupt.

Steinhilber hält dagegen: "Es ist anscheinend der Falsche zweiter Bürgermeister geworden." Ach habe sich einen CSU-Mann gewünscht. Weil die FWU bei der Kommunalwahl jedoch die einzige Partei gewesen sei, die bei den Sitzen zugelegt habe, pochte Steinhilber auf eine Besetzung aus seiner Partei. Der Stellvertreter glaubt, dass Ach "eingeschnappt" sei. Auch weil die CSU-Mehrheit, die es "seit Menschengedenken" gegeben habe, bei der jüngsten Kommunalwahl gebrochen worden sei.

"Das Verhältnis ist nicht optimal", erklärt Steinhilber. Ach nimmt fast alle Termine wahr, die in der Gemeinde anfallen. Bei "weit über 40 Vereinen und zehn Feuerwehren ist da schon was geboten", gesteht Ach. "Ich hoffe auf meine Gesundheit." Steinhilber glaubt nicht, dass er "das sechs Jahre durchzieht.

Er signalisiert aber zugleich: "Ich würde jederzeit mit Hermann Ach zusammenarbeiten." Der Stellvertreter wünscht sich, dass einmal in der Woche ein Gespräch stattfindet, in dem es über aktuelle Themen geht. Steinhilber akzeptiere auch, dass der Bürgermeister der Chef in der Gemeinde sei und sagt: "Er hat Moosbach in der ersten Legislaturperiode auf Vordermann gebracht." Steinhilber lobt ausdrücklich den Ehrgeiz und den Fleiß Achs.

"Ich bewundere ihn"

Auch dritter Bürgermeister Konrad Lingl (UWG) schlägt in diesselbe Kerbe. "Er ist sehr fleißig. Ich bewundere ihn." Dennoch hapert es an der Zusammenarbeit. Seit der Kommunalwahl vor rund einem Jahr habe Lingl eine E-Mail von Ach bekommen und drei Termine übernommen. Der Bürgermeister habe aber seinen Vertreter nie angerufen. Ein Umstand, der Lingl stört: "Es geht um das Wohl der Gemeinde, sonst gar nichts. Da müssen persönliche Differenzen unter den Tisch fallen."

Einen Streitpunkt gab es wegen eines Holztransports. Lingl ersuchte vor einigen Jahren von Ach die Genehmigung, eine zweite Zufahrt nutzen zu dürfen. "Aus meiner Sicht konnte ich das nicht genehmigen, weil es über öffentliche Parkplätze führte", sagt Acht. Deshalb schaltete er den Bauausschuss ein, der den Antrag Lingls im November 2009 abgelehnt habe. Seitdem ist laut Ach kein Vertrauen mehr vorhanden.

Wie sich das Verhältnis von Ach zu seinen Stellvertretern und umgekehrt entwickelt, bleibt Spekulation. Der Bürgermeister jedenfalls spricht von Marktratssitzungen, die von einer "gereizten Stimmung" geprägt seien.
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