Marktrat Moosbach
Plattenwüste soll verschwinden

Im Zuge der Außensanierung der Pfarrkirche soll auch der Marktplatz neugestaltet werden. Bild: gi
Politik
Moosbach
16.04.2016
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Die Dorferneuerung Moosbach II beabsichtigt eine Renaturierung des Bachs von der Brücke in Grub bis zum Einlauf in die Pfreimd. Landschaftsarchitekt Siegfried Lösch aus Amberg stellte in der Marktratssitzung das Vorhaben vor.

Ziel sei es, das Gewässer in diesem Teil in einen Zustand zu bringen, der den Europäischen Normen entspricht. In einer Dorfversammlung in Grub wurde mit den Bewohnern das Vorhaben besprochen. Sie hatten keine grundsätzlichen Einwendungen. Lösch sprach von einem künftigen Düngerverbot und mindestens zweimaligem Mähen.

Gesetzliche Vorgabe


Erika Sauer und ihr Kollege Josef Hierold befürchteten, dass im Falle einer extensiven Nutzung der Uferbereiche einige Unterhaltungsleistungen auf die Gemeinde zukommen. Hans Hanauer sprach die Verkleinerung der landwirtschaftlichen Flächen durch das Düngeverbot auf fünf Metern Breite. Lösch hielt dagegen, dass dies ohnehin jetzt schon eine gesetzliche Vorgabe sei. Einstimmig beschloss das Gremium, das Projekt der Dorferneuerung zu unterstützen und den Anteil an den Planungskosten von rund 820 Euro aus der Gemeindekasse zu tragen.

Das Katholische Pfarramt hat mit der Außenrenovierung der Pfarrkirche begonnen. Dabei muss in den Bestand des Marktplatzes eingegriffen werden. Es stelle sich die Frage, ob die Eingriffe einfach nur wieder durch die Kirche reguliert werden sollen, oder ob dies gleich für die seit langem geplante Neugestaltung des Marktplatzes genutzt werden sollte. "Die Dorferneuerung Moosbach II würde mitmachen", sagte Bürgermeister Hermann Ach. 2016/17 könnte die Planung erfolgen, 2018 dann die Umsetzung.

Architekt Lösch nannte den Marktplatz die "gute Stube" der Gemeinde und schlug einige Verbesserungen vor. So könnte man die Zugänge vom Marktplatz in die Anwesen Weiß und Bodensteiner behindertengerechter gestalten, die Asphaltflächen reduzieren und ein Buswartehaus aufstellen. Im wesentlichem sollte Granit den Marktplatz bestimmen, der halte ewig, meinte der Planer.

Erhard Scheuerer bezeichnete den Platz vor dem Kriegerdenkmal als eine Plattenwüste. Eine Anpflanzung fehle dort. Der Vorschlag von Lösch, die Granitmauer niedriger zu machen und dadurch die Sicht zur Kirche positiv zu verändern, fand wenig Gegenliebe. Als der Architekt dafür Kosten von rund 370 000 Euro bekanntgab, konnte sich Hierold nicht mehr zurückhalten. "Die Summe macht mich nervös. Wir wollen die ,gute Stube' herrichten und draußen schaut es wie in Russland aus." Er forderte eine Liste mit dem zeitlichen Ablauf aller anstehenden Maßnahmen, "denn die Ortschaften gehören auch zur Gemeinde".

Sauer verlangte eine Trennung der Kosten für den oberen Marktplatz, wo die Kirchenaußenrenovierung über die Bühne geht, und den unteren Teil. "Wir brauchen ein Konzept, was wir gerne hätten, denn alles hänge davon ab, wie wir aus der Baumaßnahme im Kirchenumfeld herauskommen." Lösch schlug deshalb vor, mit der Kirche zu klären, welchen Part sie übernehme. Mit 9:6 Stimmen nahm der Marktrat die Lösch-Neugestaltungspläne an.

Einverstanden waren die Gemeinderäte mit dem Jahresabschluss 2015. Die Einnahmen und Ausgaben wurden mit etwa 7 376 058 Euro beziffert. Rund 11 259 Euro waren der allgemeinen Rücklage zugeführt worden. Die im Haushaltsplan vorgesehene Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögens-Etat in Höhe von 383 000 Euro wurde erreicht.

Winterdienst ausschreiben


Für die Beschaffung eines Ford-Mannschaftstransportwagens wurden Preisangebote eingeholt. Das günstigste Angebot kam von Auto Ach aus Moosbach mit knapp 42 211 Euro. Dazu erhält die Kommune 13 100 Euro Zuschuss. Den Restbetrag steuert die Feuerwehr Moosbach bei. Die Firma Hierold-Bau aus Moosbach hat den Vertrag für den Winterdienst im nördlichen Gemeindebereich gekündigt. Bürgermeister Ach sah keine Möglichkeit, dies in Eigenregie zu übernehmen. Einstimmig einigten sich die Räte daher darauf, die Dienstleistungen auszuschreiben.
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