Martkart Moosbach
Kurpark weiter in der Diskussion

Politik
Moosbach
11.03.2016
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Für viel Wirbel haben die geplanten Umbauarbeiten im Moosbacher Kurpark gesorgt. Besorgte Bürger meldeten sich zu Wort. Sogar eine Unterschriftensammlung mit mehreren Hundert Unterzeichnern kam zustande. Das Ergebnis aller Aktivitäten stellte Architekt Siegfried Lösch in der Marktratssitzung vor

Viele Zuhörer nahmen an der Zusammenkunft teil. 386 000 Euro zuzüglich 75 000 Euro Architektenhonorar soll das Ganze kosten. Mit 75 Prozent staatlicher Förderung will der Markt das für die weitere Entwicklung notwendige Vorhaben finanziell schultern. Dadurch sollen auch die Nachfolgekosten für den Kurpark gesenkt werden, was letztlich zu Haushaltseinsparungen führen wird.

Größte Posten


Alle 24 Maßnahmepunkte ging Architekt Lösch mit den Gemeinderäten durch. Größte Posten im Vorhaben sind die Beleuchtung des Kurparks (61 000 Euro), die Sanierung des Golferkiosk und der Musikbühne (95 300 Euro), neue Ruhebänke und künstlerische Gestaltung (48 000 Euro), die Umgestaltung des Spielplatzes (47 000 Euro), die Kneipp-Anlage (25 900 Euro), Beschilderungsmaßnahmen (29 700 Euro), Tiererlebniskonzept (17 000 Euro) und Holztore statt Eisengitter für die Fledermauskeller (16 200 Euro). In der Sitzung deutete sich ein Konsens aller vier Parteien des Gremiums zu dem Projekt an.

Offene Fragen


Fragen, ob unbedingt Ruhebänke von 2000 Euro pro Stück gekauft oder für die Beleuchtung mehr als 60 000 Euro ausgegeben werden sollen, blieben aber offen. Namens der UWG, der SPD und der FWU stellte Johann Maier einen dreiteiligen Antrag, der folgende Punkte enthielt: 1. Der Kurpark soll saniert werden, wobei der Eigenanteil der Gemeinde maximal 115 000 Euro betragen darf. 2. Zur Grundlage der Ausführung soll der Entwurf des Architekturbüro Lösch gemacht werden. 3. Nach einem positiven Förderbescheid soll der Gemeinderat nochmals über die Durchführung der einzelnen Maßnahmen entscheiden. Die Ziffern 1 und 2 des Antrags nahm das Gremium einstimmig an.

Bei Ziffer 3 gab es lange Diskussionen. Bürgermeister Hermann Ach, CSU-Gemeinderäte und Verwaltung befürchteten, das eventuell Abstriche vom Konzept zu Fördernachteilen führten könnten. Mit 10:5 Stimmen einigten sich die Verantwortlichen auf eine geringfügig abgeänderte Formulierung der Ziffer 3 des UWG/SPD/FWU-Antrags. Nicht durch kam der Rathauschef mit seinem Wunsch, einen Zeitplan für die Maßnahme zu erstellen. Architekt Lösch wollte dazu erst den Förderbescheid in den Händen haben.

Die Bewohner von Gröbenstädt-Siedlung wenden sich seit Monaten gegen Verkehrslärm und Raserei in ihrer Ortschaft. Auch eine Bürgerversammlung am 3. Februar hatte nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Über einen Antrag von Konrad Lingl vom 12. Januar auf Sperrung der Ortsdurchfahrt für Fahrzeuge über 12 Tonnen hatten die Markträte zu entscheiden. Lingl betonte, dass die Bürger von Gröbenstädt-Siedlung an ihn herangetreten seien.

Bürgermeister Ach gab zunächst die Ergebnisse von Verkehrszählungen bekannt. Am 3. Februar fuhren 580 Fahrzeuge durch den Ort, 82 davon waren Lastwagen. Am 4. Februar waren es 617 bei 73 Brummis, am 5. Februar waren es 646 (73 Lkw), am 6. Februar waren es 383 (25 Lastwagen) und am 7. Februar waren es 234 (6 Brummis). Zum Vergleich: am 2. Februar passierten Burgtreswitz 3270 Fahrzeuge. 597 waren Lkw. Josef Hierold hatte kein Verständnis für den Antrag. Er wies darauf hin, dass schon die Ortsdurchfahrt Burgtreswitz auf 12 Tonnen reduziert sei.

Antrag abgelehnt


Wenn nun auch Gröbenstädt-Siedlung gesperrt werde, müssen die Laster der heimischen Wirtschaft auf die längere Strecke über Lohma ausweichen. Die Siedlung lag bis vor ein paar Jahren noch an der Staatsstraße 2160. Heute ist sie zur Gemeindestraße abgestuft. Sie entstand in den 1930er Jahren. Mit 3:12 wurde der Antrag abgelehnt. Mit einem zweiten Beschluss erhielt der Bürgermeister jedoch den Auftrag, sich für eine Änderung der Vorfahrtsregelung bei der Einfahrt in den Ort Gröbenstädt-Siedlung einzusetzen. Auch davon versprechen sich die Verantwortlichen schon eine geringe Verbesserung der Verkehrsverhältnisse. Auf Anfrage von Hierold erklärte das Gemeindeoberhaupt, dass Kosten dafür der Staat tragen müsse.

Ortsdurchfahrt und StraßenausbauAuch die Verkehrsverhältnisse durch Burgtreswitz waren erneut Thema in der Marktratssitzung. Bürgermeister Hermann Ach verlas ein Schreiben des Landratsamt vom 16. Februar, in dem es heißt, dass im Bereich der durchgezogenen Linie der Ortsdurchfahrt striktes Überholverbot gelte.

Ein Extraschild "Überholverbot" sei nicht mehr zulässig. Auch Parken sei in diesem Bereich unzulässig. Johann Schnupfhagn wies darauf hin, dass die neue LED-Beleuchtung vor der Brücke (bei der Bäckerei Held) bei Nässe bei den Autofahrern zu Blendungen führe. Ach informierte zudem über den Ausbau der Straße von Niederland nach Etzgersrieth. Die Staatliche Bauverwaltung habe die Planung eingeleitet. Der Ausbau der rund 2,6 Kilometer langen Straße wird 1,7 Millionen Euro kosten. Für zwei Drittel der Strecke wird ein Vollausbau erforderlich.

Das restliche Stück wird eine Deckenverstärkung. Die Gemeinde rechne mit einem Fördersatz von 90 Prozent. Auf Anfrage von Josef Hierold bestätigte Bürgermeister Ach, dass die Grundstücksfragen fast erledigt sind. (gi)
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