Mit Tempo 30 durch Burgtreswitz
Moosbacher Bürgerversammlung

Gespannt verfolgten die Bürger die Ausführungen des Bürgermeisters Hermann Ach. Er hielt für seine Arbeit großen Beifall. Bild: gi
Politik
Moosbach
14.12.2015
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Der Brückenbau in Burgtreswitz über die Pfreimd und die Vorhaben der Gemeinde im Kurpark waren zentrale Punkte in der Bürgerversammlung im Rathaussaal Moosbach. Bürgermeister Hermann Ach freute sich über den guten Besuch.

Eingangs gab das Gemeindeoberhaupt einige statistische Zahlen über Struktur und Finanzen der Gemeinde bekannt. Sorgen bereiten Ach die Bevölkerungsentwicklung und der Altersaufbau nach den Vorhersagen bis 2031. Der Bürgermeister bedauerte den Verlust der Mittelschule. Aber die Geburtenzahlen und das Übertrittsverhalten ließen keine andere Alternative zu. Fast schon Modellcharakter habe die Ferien- und Mittagsbetreuung von Kindern in Moosbach. Da rufen sogar größere Städte an, um es nachzumachen. "Aber ohne die ehrenamtlichen Kräfte des Fördervereins Ferienbetreuung Moosbach ginge nichts", war sich Ach sicher. Dank der Stabilisierungshilfen des Freistaates mache der Schuldenabbau schon Fortschritte. Trotzdem liege man mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1343 Euro per 31. Dezember 2015 noch weit über dem Landesdurchschnitt. Aber ohne die Mithilfe der Bürger wäre die Konsolidierung der Finanzen nicht möglich.

Als wichtigste Einnahmen sah Ach die Schlüsselzuweisung (1 Million Euro), die Einkommensteuer (0,75 Millionen Euro), die Gebühreneinnahmen (0,6 Millionen Euro) und die Grund- und Gewerbesteuern (0,5 Millionen Euro). Größte Ausgabe ist die Kreisumlage mit 0,8 Millionen Euro. Im November konnte der knapp 4 Millionen Euro teuere Bau der Brücke über die Pfreimd abgeschlossen werden.

Anlieger schützen


Ach räumte ein, dass noch einige Maßnahmen zum Schutz der Anlieger geprüft werden. Es gehe dabei um eine Geschwindigkeitsbeschränkung durch den Ort auf 30 Kilometer, um Geschwindigkeitskontrollen sowie Querungshilfen. Amtlich sei aber schon die Beschränkung für den Durchgangsverkehr auf 12 Tonnen. Für Anlieger Josef Dirscherl sei die Ortsdurchfahrt wegen des Verkehrsaufkommens in der Zeit von 16 bis 18.30 Uhr nicht mehr zu begehen. Er beanstandete auch die Lärmbelästigung wegen des kaputten Asphalts. Ach sicherte einen neuen Teerbelag für Frühjahr 2016 zu.

"Burgteswitz ist schön, aber man kann im Ort nicht mehr zu Fuß gehen", erklärte resignierend eine Neubürgerin. "Warum wurde die Brücke noch nicht geweiht?", wollte Pfarrer Josef Most wissen.

Ein Thema für den Bürgermeister war auch die kommunale Verkehrsüberwachung. Der Vorwurf des Abkassierens sei widerlegt. "Die Gemeinde macht keine Gewinne." Die Anzahl der öffentlichen Verfahren liege zwischen 8 (im März 2015) und 227 (im Oktober 2015). Die Möglichkeit weiterer Kontrollstellen in Moosbach (Gröbenstädter Straße, Sonnenstraße und Veilchenring), Burgtreswitz (Richtung Vohenstrauß) und im Spielplatzbereich werde derzeit überprüft.

Ein großes Lob zollte der Bürgermeister dem Kindergarten und der Kinderkrippe. Auch die Seniorenarbeit funktioniere. Nach Quellensanierungen und Zusammenschlüssen verschiedener Anlagen bezeichnete Ach das der Gemeinde zur Verfügung stehende Wasser als sehr gut. Allerdings müssen die Vorschriften für die Schutzgebiete "Tiefbrunnen" und "Gaisheim" überarbeitet werden. Alleine für die Wasserversorgung Gaisheim stehen Investitionen bis zu 670 000 Euro an. Gemeinsam mit den Bürgern von Gaisheim wolle man nach der besten Lösung suchen. Auch der Umbau des Kurparks in einen Generationenpark war Diskussionsstoff. "Niemand wolle einen Halligalli-Park daraus machen", verteidigte Ach sein Projekt. Aber gewisse Verbesserungen nach 30 Jahren müssen doch möglich sein.

Das Dach des Betriebsgebäudes sei undicht. "Wenn es reinregnet, muss halt der Betreiber auch was tun", meinte ein verärgerter Bürger aus Etzgersrieth. Moosbach als staatlich anerkannter Erholungsort könne mit Fördermittel bis zu 70 Prozent zu den geschätzten Kosten von 385 000 Euro rechnen. Christine Meindl kündigte die Vorlage einer Liste mit 500 Unterschriften an. Die Unterzeichner wollen den Naturpark im jetzigen Zustand erhalten und keinen Schilderwald. Der Bürgermeister versicherte: "Wir wollen alle Leute einbinden, damit das Projekt Akzeptanz findet".

Hallenbad profitiert


Nur Lob fand der Bürgermeister für die Moosbacher Versorgungsgesellschaft, die eine Biomasseheizanlage sowie eine Photovoltaikanlage (2 200 kwp) betreibe und die Kommune mit zahlreichen Aktionen sehr entlaste. So schütte die MVG enorme Mittel für das Hallenbad aus. Dadurch könne das jährlich Defizit von 150 000 Euro fast halbiert werden. Franz Schnupfhagn aus Etzgersrieth sprach die unzureichende Umleitung von Etzgersrieth nach Böhmischbruck wegen des Kreisstraßenbaues an. Ach erklärte, dass das dafür vorgesehene Fräsgut Gift enthielt und deshalb nicht verwendet werden durfte.

Bürgermeister Ach bat abschließend die Bürger um Mitarbeit bei den Vorbereitungen des Heimatfestes 2017.
Niemand wolle einen Halligalli-Park daraus machen.Bürgermeister Herrmann Ach
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